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Wenn das Lesen anstrengend und schwierig wird
Bürgervorlesung am Uniklinikum beschäftigt sich mit altersbedingter Makuladegeneration - Zahlreiche neue Therapieansätze vorgestellt

GIESSEN (Äat). Es gibt neue Möglichkeiten der Vorbeugung und Therapie einer Augenkrankheit, die längst zur Volkskrankheit geworden ist: der altersbedingten Makuladegeneration. Präsentiert wurden die verbesserten Ansätze, diese Krankheit in den Griff zu bekommen, bei einer Bürgervorlesung am Uniklinikum in Gießen. Prof. Birgit Lorenz, Leiterin der Augenklinik, konnte sich dabei über zahlreiche Zuhörer freuen. Vor allem ältere Gießener waren gekommen, um sich über das Leiden zu informieren.

Der Leitende Oberarzt Dr. Frank Weinand beschrieb nicht nur, wie diese Krankheit entstehen kann, sondern schilderte all die Möglichkeiten, die als Ergebnis intensiver Forschung zur Eindämmung der Makuladegeneration führen können. Seine erfreulichste Nachricht: Es gibt inzwischen eine ganze Reihe erfolgreicher Therapien, die die Sehleistung bei bis zu 90 Prozent der Betroffenen erhalten, teilweise sogar verbessern können. Dabei ist die Forschung noch längst nicht am Ende ihres Weges angelangt, kommen doch immer wieder neue Erkenntnisse hinzu.

Ursachenforschung

Das gilt, laut Weinand, zum Beispiel bei der Erforschung der Ursachen. Denn das Risiko für Raucher, mit diesem Problem konfrontiert zu werden, soll fünf Mal höher sein als für Nichtraucher. Übergewicht führt danach zu einem verdoppelten Risiko. Doch es gibt auch genetische Faktoren, die sich ungünstig auswirken. Zusammengefasst: Es gibt erblich bedingte Faktoren, die zum Ausbruch führen. „Das Lesen wird anstrengend und schwierig.“ Das ist für Weinand das erste Anzeichen für diese Krankheit. Dann sollte man natürlich sofort den Augenarzt aufsuchen. Bedacht werden muss nämlich, dass die Makuladegeneration im Frühstadium zu keinen Beeinträchtigungen des Sehvermögens führt. Er stellte die verschiedenen Möglichkeiten der Diagnostik vor. Insbesondere verwies er darauf, dass die Gießener Augenklinik über eines von zwei speziellen Lasergeräten in Hessen verfügt, mit dem eine besonders effektive Diagnostik möglich ist.

Bei dieser Krankheit kommt es zu Veränderungen in der Netzhautmitte. Einfach gesagt kommt es zu Ablagerungen im Auge, die die Sehschärfe nach und nach immer stärker beeinträchtigten. Früher führte das schicksalhaft zur Erblindung. Alles beginnt mit der so genannten trockenen Makula, die im Spätstadium zur feuchten wird. Davon sind rund acht Prozent der Patienten betroffen.

Laser und Medikamente

Inzwischen gibt es verschiedene Methoden diese Entwicklung zu bremsen. Da kann zum Beispiel mit einem Laser die störenden Gefäßplatten im Auge zerstört werden. Diese Lösung hat aber den Nachteil, dass an den sich bildenden Narben in den meisten Fällen wieder Gefäßplatten nachwachsen. Daneben gibt es chirurgische Möglichkeiten, diese Blutplatten aufzulösen. Außerdem können Medikamente ins Auge gegeben werden, die das Gefäßwachstum stoppen oder zumindest bremsen. Die Wahrscheinlichkeit, dass so etwas funktioniert, wird immer größer. Doch das Medikament ist teuer. Eine Ampulle - drei werden gebraucht - kostet rund 1300 Euro. Krankenkassen übernehmen diese Kosten nur auf Einzelantrag. Ganz neu sind Gentherapien, die Erfolg versprechen, aber die Forschung steckt noch in den Kinderschuhen. Nicht vergessen werden sollte, dass es bestimmte Stoffe gibt, die vorbeugend Wirkung zeigen können, die allerdings ein Patient selbst bezahlen muss. Ob damit ein Erfolg zu erzielen ist, muss ausprobiert werden.

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Quelle: Giessener Anzeiger (2010-07-10)
Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/
veröffentlicht von 2010-07-12 bis 2010-09-11