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Inhalt
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Giessener Anzeiger, 2010-09-07
Sorgen von Senioren im Visier
12. Gießener Diabetestag am Samstag in der Kongresshalle - „Verantwortung übernehmen“
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Giessener Anzeiger, 2010-09-06
Symposium zum 60. Geburtstag von Prof. Hans-Rudolf Tinneberg
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Giessener Anzeiger, 2010-09-06
„Schwelle, in Hospiz zu gehen, sehr gesunken“
In Gießen soll stationäre Einrichtung entstehen - Vortrag und Diskussion im Konzertsaal des Rathauses - Auftakt zu Reihe
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Giessener Allgemeine, 2010-09-03
Jedes zweite Patientenzimmer bekommt eigenen Besuchsraum
Kommunalpolitiker besichtigen Baustelle des Uniklinikums – Atemberaubener Blick vom Dach – Architekt: Dieses Tempo ist nur bei privatem Vorhaben möglich
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Giessener Allgemeine, 2010-09-01
Gratulation an Marburger Medizindekan
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Giessener Allgemeine, 2010-08-31
Uniklinikum erweitert »Station Balint«
Schwerpunkt: Somatoforme Schmerzstörung – Prof. Kruse: »Gezieltere Behandlungsmöglichkeiten«
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Giessener Anzeiger, 2010-08-31
„Bedarf an Informationen groß“
Betroffene, die an Netzhautdegeneration leiden, kommen zu Erfahrungsaustausch zusammen
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Giessener Anzeiger, 2010-08-30
Schielkrankheit geht alle an
Augenklinik gibt Überblick über Ursachen und Behandlungsmethoden der Schielkrankheit
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Giessener Allgemeine, 2010-08-30
Vom Neubau beeindruckt
Thorsten Schäfer-Gümbel MdL informierte sich am Universitätsklinikum
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Giessener Anzeiger, 2010-08-28
Für Personalstandards
Hessischer SPD-Chef Schäfer-Gümbel besucht Uni-Klinik
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Giessener Anzeiger, 2010-08-24
Training für den Ernstfall
Kurs zur Trauma-Versorgung am Gießener Uni-Klinikum – „Besonders viel Sauerstoff“
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Giessener Allgemeine, 2010-08-23
»CRT« – wenn Tabletten nicht mehr helfen?
Herzpatienten-Gesprächsgruppe: Medikamente für müde Herzen – Wer folgt auf Organisator Dr. Michael Coch?
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Giessener Anzeiger, 2010-08-21
Wenn Schmuck schmückt und dabei juckt
Wissenschaftler der Universität Gießen identifizieren körpereigene Erkennungsstrukturen für Nickel – Publikation
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Giessener Anzeiger, 2010-08-21
Schwerpunktstation für Patienten mit Depressionen
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Giessener Anzeiger, 2010-08-19
Sommertour: Ministerpräsident Roland Koch besucht Uniklinikum in Gießen
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Giessener Allgemeine, 2010-08-19
Ungeteiltes Lob für Privatisierung des Klinikums
Ministerpräsident Koch bei seiner letzten Sommertour zu Besuch in Gießen – Umzug in Neubau soll am 1. April beginnen
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Giessener Allgemeine, 2010-08-18
Was tun, wenn die Situation kritisch wird?
Im »GiSim«, dem Simulationszentrum der Mediziner, lernt man auch mit unerwarteten Schwierigkeiten fertig zu werden
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Giessener Allgemeine, 2010-08-18
Ein Symbol der Kraft für Patienten
Uni-Klinikum zeigt Fotoausstellung von Karl-Heinz Melters mit Bildern von Mutter Teresa im Chirurgie-Neubau
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Giessener Anzeiger, 2010-08-18
Forschungszentrum: Wohnheim soll weg
Zwei Parkhäuser fraglich - Weitere Gewerbeflächen
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Giessener Anzeiger, 2010-08-18
„Gutes für unser aller Zukunft“
Förderverein für chronisch kranke Kinder erhält wertvolle Unterstützung - 3000-Euro-Spende
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Giessener Anzeiger, 2010-08-18
Simulationszentrum für Anästhesie und Notfallmedizin
Medizinstudenten proben den Ernstfall
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Giessener Allgemeine, 2010-08-14
Leser spenden für Mariusz meist in aller Stille
Für herzkranken Zehnjährigen wird weiter gesammelt – Computer zum Spielen würde Warten auf ein Organ erleichtern
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Giessener Anzeiger, 2010-08-09
Förderpreis „Klinische Infektionsforschung 2010“ für Gießener Internistin Susanne Herold
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Giessener Anzeiger, 2010-08-09
Hoffnung für Patienten mit Autoimmunerkrankung
Wissenschaftlern gelingt Entschlüsselung eines chronischen Schmerzsyndroms
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Giessener Anzeiger, 2010-08-07
Ärztefortbildung auf dem 5642 Meter hohen Elbrus im Kaukasus
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Giessener Allgemeine, 2010-08-06
Förderpreis für Internistin Dr. Herold
Gesellschaft für Infektiologie vergibt Auszeichnung an Gießenerin
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Giessener Anzeiger, 2010-08-05
„Rose der Hoffnung“ soll getauft werden - Behle und Lampert Paten
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Giessener Anzeiger, 2010-08-05
Mehr als 70 Anträge eingegangen
Mediziner aus Gießen und Marburg nutzen vierte Förderrunde der Behring-Röntgen-Stiftung
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Giessener Allgemeine, 2010-08-03
Operationen an winzigen Patienten im Mutterleib
Prof. Thomas Kohl und sein Fetalchirurgie-Zentrum zogen jetzt vom Rhein an die Lahn – Freude am Universitätsklinikum
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Giessener Allgemeine, 2010-07-31
Mariusz blickt voraus: »Endlich Fußball spielen«
Der Zehnjährige und seine Mutter warten jetzt in Gießen auf ein neues Herz – Dank an Spender, Ärzte und Unterstützer
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Giessener Anzeiger, 2010-07-31
Gießener Experten helfen Traumatisierten - Dr. Markus Stingl erläutert Behandlung
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Giessener Anzeiger, 2010-07-28
Hilfe für traumatisierte Menschen: Spezielle Sprechstunde gestartet
Spezielle Sprechstunde mit Studie zu EMDR-Therapie gestartet - Noch Teilnehmer gesucht
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Giessener Allgemeine, 2010-07-24
Ist ein Bakterium Mitverursacher von Morbus Crohn?
Bund fördert Gießener Forschungsprojekt für weitere drei Jahre – Tier- und Humanmedizin beteiligt
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Giessener Allgemeine, 2010-07-24
Mariusz ist bereit für Operation
Alle Voruntersuchungen gut verlaufen – Vogelsbergerin spendet Porzellanpuppe
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Giessener Allgemeine, 2010-07-24
Vierter Adventskalender für den guten Zweck
Lions Club Gießen – Burg Gleiberg organisiert erneut Aktion zugunsten der Gießener Universitäts-Kinderklinik
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Giessener Anzeiger, 2010-07-24
Damit kaputte Knochen besser heilen: Mediziner der JLU suchen Werkstoffe für Hartgeweberegeneration
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Giessener Anzeiger, 2010-07-24
Kleine Patientin malt Titelbild für Lions-Adventskalender - Zuletzt 10.000 Spenden eingenommen
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Giessener Anzeiger, 2010-07-23
Wie Krankheiten vom Tier zum Menschen kommen
Weitere Förderung für JLU-Teilprojekt von ZooMAP
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Giessener Anzeiger, 2010-07-20
Medizinisches Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der JLU verabschiedet Absolventen
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Giessener Allgemeine, 2010-07-17
Mariusz wird jetzt im Klinikum aufgenommen
Große Freude bei Familie und Unterstützern – Bis zur Herztransplantation steht vielleicht »noch ein langer Weg« bevor
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Giessener Allgemeine, 2010-07-15
Von »Standort-Rivalität« war nichts zu spüren
Preisverleihung der Behring-Röntgen-Stiftung – Bisher sechs Millionen Euro ausgeschüttet
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Giessener Anzeiger, 2010-07-14
„Infektionsforschung hat hohe Bedeutung“
Klinische Forschergruppe Pneumonie der JLU beschäftigt sich mit der Wechselwirkung von Erregern und Lunge - Weitere drei Jahre Förderung
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Giessener Allgemeine, 2010-07-14
Weitere 1,4 Millionen für »Pneumonie«-Forscher
Gießener Gruppe arbeitet an neuen Diagnose- und Behandlungsmethoden – Staatssekretär Braun informierte sich
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Giessener Anzeiger, 2010-07-13
Direkter Zusammenhang zwischen Depression und Diabetes
Prof. Johannes Kruse, Leiter der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie, hält Antrittsvorlesung an der JLU - „Sehr stolz, ihn hier zu haben“
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Giessener Allgemeine, 2010-07-13
Geht die Ära der »Thrombosespritze« zu Ende?
Prof. Bettina Kemkes-Matthes: »Wir brauchen noch viel Erfahrung mit den beiden neuen Gerinnungshemmern«
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Giessener Anzeiger, 2010-07-12
Hitze macht vielen Menschen zu schaffen - Tipps vom Mediziner
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Giessener Allgemeine, 2010-07-12
»Der Seele mehr Aufmerksamkeit schenken«
Prof. Johannes C. Kruse umriss in seiner Antrittsvorlesung Aufgaben und Ziele der Psychosomatik – Risiko Diabetes
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Giessener Anzeiger, 2010-07-10
Wenn das Lesen anstrengend und schwierig wird
Bürgervorlesung am Uniklinikum beschäftigt sich mit altersbedingter Makuladegeneration - Zahlreiche neue Therapieansätze vorgestellt
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Giessener Anzeiger, 2010-07-10
Für komplette Diagnostik beim Spezialisten plädiert
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Giessener Allgemeine, 2010-07-10
Spenden geben Mariusz »neuen Lebenswillen«
Der Zehnjährige, seine Familie und seine Unterstützer danken Lesern für ihre Unterstützung – Warten und Hoffen
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Giessener Allgemeine, 2010-07-10
Krankheit AMD beginnt meistens unbemerkt
Bürgerinformationsstunde über Netzhautveränderungen fand großen Zuspruch – Im schlimmsten Fall droht Erblindung
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Giessener Anzeiger, 2010-07-09
Herzenswünsche-Bundesvorsitzende Wera Röttgering zu Gast an Uni-Kinderklinik
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Giessener Anzeiger
Ambulanz für erste Anfälle an der Uni Marburg
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| Sorgen von Senioren im Visier |
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12. Gießener Diabetestag am Samstag in der Kongresshalle - „Verantwortung übernehmen“
GIESSEN (fod). Die Verpackung hat sich geändert, doch der Inhalt bleibt der gleiche und wird noch weiter verfeinert: Hieß es in der Vergangenheit stets Gießener Diabetikertag, wird daraus ab der 12. Auflage am kommenden Samstag, 11. September, der „Gießener Diabetestag“. Denn künftig solle die Krankheit selbst mit ihren Folgeerscheinungen im Fokus stehen, so Dr. Michael Eckhard, einer der Hauptorganisatoren. Wie gewohnt alle zwei Jahre erwartet die Besucher - 2008 waren es wieder an die 1400 - in der Kongresshalle von 9 bis 15 Uhr bei freiem Eintritt ein prall gefülltes Programm voller Informationen rund um aktuelle Entwicklungen in Diagnostik und Therapie. Veranstalter ist wiederum die Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH, hier federführend die Medizinische Klinik III und deren Diabetes-Schulungszentrum in Gießen, sowie der Deutsche Diabetiker Bund.
Fußdruckmessungen
Gemäß des diesmaligen Mottos „Die Zukunft mit Diabetes gestalten“ werden mit den Vorträgen, Aktionen und der Ausstellung von Industrieprodukten ältere wie jüngere Patienten angesprochen. „Wir möchten an alle Betroffene den Appell richten, über Injektionen und Tabletten hinaus mehr Verantwortung für ihre eigene Erkrankung zu übernehmen“, formuliert Dr. Jutta Liersch, Leiterin des Diabetes-Schulungszentrums, als Wunsch. Gemeinsam mit Oberarzt Dr. Michael Eckhard von der Medizinischen Klinik III und Oberarzt Prof. Stefan Wudy, der die Diabetes-Ambulanz an der Unikinderklinik leitet, stellte Liersch gestern das Programm vor. Dabei warb man auch für eine Teilnahme an der Aktion „Bin ich auf dem richtigen Weg?“. Hier können Interessenten unter anderem ihr Blutzuckermessgerät und ihren Pen, das Injektionswerkzeug in Form eines dicken Kugelschreibers, von Fachleuten auf deren Funktionsfähigkeit kontrollieren lassen. Ebenso finden Schuhinspektionen und Fußdruckmessungen statt. Wer mindestens vier der sechs Stationen absolviert, darf sich auf ein kleines Präsent freuen.
Im Kerkradezimmer wird zudem die Uni-Kinderklinik einen separaten Programmblock zu Diagnose und Therapie von Diabetes bei Kindern und Jugendlichen ausrichten. „Bei ihnen ist Diabetes eine völlig andere Erkrankung als bei Erwachsenen“, macht Stefan Wudy deutlich. Erfordere ihre Betreuung doch eine ganz andere Herangehensweise. So etwa im Falle von Typ-I-Diabetes: diese Autoimmunerkrankung, die ein lebenslanges Spritzen von Insulin verlangt, zeige eine jährliche Zuwachsrate an neu erkrankten Kindern von vier Prozent, berichtete Wudy. „Leider erhält diese Patientengruppe zu wenig Aufmerksamkeit“, bedauert der Arzt. Anders sieht das beim in Deutschland zu etwa 90 Prozent vertretenen Typ-II-Diabetes aus, der nicht zuletzt durch Übergewicht und falsche Ernährung ausgelöst wird und immer mehr jüngere Betroffene aufweist.
Gleichzeitig sollen beim Diabetestag die Sorgen von Senioren thematisiert werden. „Im Alter richtig versorgt?“ ist die zentrale Frage bei einer geplanten Diskussionsrunde am Nachmittag, an der auch eine Mitarbeiterin der Beko, der Beratungs- und Koordinierungsstelle für ältere und pflegebedürftige Menschen in Stadt und Landkreis Gießen, teilnimmt. Kurz zuvor werden sich in einem anderen Saal zwei Hunde vorstellen, die darauf trainiert sind, eine Hypoglykämie (Unterzuckerung) bei ihrem Herrchen nur aufgrund des Duftes zu erschnuppern und dann Alarm zu schlagen. Während ein anderer Vierbeiner demonstriert, zu was Blindenführungshunde in der Lage sind. Denn Diabetes kann auch zu einer Erblindung führen.
Der Flyer zum Programm des Gießener Diabetestag, das am Samstagmorgen durch Schirmherrin Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz eröffnet wird, kann als pdf-Datei im Internet Seite heruntergeladen werden unter: www.ukgm.de/ugm_2/deu/16893.html. Dort finden sich auch weitere Informationen zu der Veranstaltung.
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2010-09-07) | | Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ |
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veröffentlicht von 2010-09-07 bis 2010-11-07 |
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| Symposium zum 60. Geburtstag von Prof. Hans-Rudolf Tinneberg |
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GIESSEN (fod). „Hans-Rudolf Tinneberg kann schlecht zusehen, wenn andere tätig sind“, stellte sein langjähriger Wegbegleiter Prof. Karl-Werner Schweppe fest. Wie dies dann im Operationssaal und bei der Stationsvisite aussieht, bekamen die Gäste am Samstag beim Symposium zum 60. Geburtstag des Direktors der Frauenklinik des Gießener Universitätsklinikums von dessen Arztkollegen und Mitarbeitern in kleinen Sketchen vorgeführt.
Für Prof. Hans-Rudolf Tinneberg, der 2002 nach Gießen gekommen war, sollte es eine sehr vergnügliche Veranstaltung werden. Denn die von Themen aus seiner medizinischen Laufbahn handelnden Vorträge der mit ihm lange bekannten Referenten wurden immer wieder von heiteren Intermezzi unterbrochen. So rollte noch während der Begrüßung durch den stellvertretenden Klinikleiter Dr. Frank Oehmke der Oberarzt Dr. Andreas Hackethal auf einem Rennrad in den Hörsaal der Frauenklinik. In der dazugehörigen Radlermontur, in der auch das Geburtstagskind häufig auf Touren rund um Gießen anzutreffen ist. An anderen Stellen sorgte das Berlin Trio „Jazz Polizei“ mit seinen witzigen Auftritten und Musik auf Banjo, Trompete und Tuba für viel Stimmung.
„Wir sind dankbar, dass Sie hier sind, und freuen uns, heute das Symposium für Sie ausrichten zu dürfen“, sagte Frank Oehmke zu Beginn. Er sprach dabei auch im Namen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Klinik, an der sich der gebürtige Kieler Tinneberg einer großen Beliebtheit erfreut, wie jederzeit zu merken war. Die herzlichen Glückwünsche des Dekanats des Fachbereichs Medizin der Justus-Liebig-Universität überbrachte Studiendekan Prof. Joachim Kreuder, der dem 60-Jährigen einen großen Anteil am Aufbau des breiten Angebots in der Frauenheilkunde und Perinatalmedizin am Universitätsklinikum Gießen-Marburg attestierte.
Prof. Lilo Mettler, „Doktormutter“ von Hans-Rudolf Tinneberg am Klinikum in Kiel - auch wenn die richtige Bezeichnung eigentlich „Doktorvater“ laute, wie sie einräumte - erinnerte mit Fotos an die Anfangsjahre des Mediziners. Manchen Zuhörer dürfte dabei schwer überrascht haben, dass der auch heute noch begeisterte Segler damals einen Bart getragen hatte. Tinnebergs langjährigem Einsatz zur Verbesserung der Behandlung der Endometriose - einer oft schmerzhaften, chronischen Erkrankung der Gebärmutter - galt dann der Vortrag von Prof. Andreas Ebert, Leiter des Endometriosezentrum Berlin-Brandenburg. Während Prof. Rudy Leon De Wilde aus Oldenburg einen OP-Film über die Entfernung muskulärer Knoten aus der Gebärmutter kommentierte.
Dr. Stephanie Robben-Beyer schilderte zudem ihre Eindrücke vom Aufenthalt in der Frauenklinik und betonte, als werdende Mutter „hervorragend betreut“ worden zu sein. Was anderswo häufig nicht der Fall sei, da sich 60 Prozent aller Patienten in Deutschland von ihren Ärzten unvollständig informiert fühlten oder gar keine Kenntnisse von ihrer Erkrankung hätten, wie die Kommunikationstrainerin monierte.
Hans-Rudolf Tinneberg bedankte sich schließlich bei allen am Symposium Beteiligten für die gelungene Geburtstagsüberraschung. Wenngleich es für den Arzt einen Wermutstropfen gab, denn kurz vor dem Festtag hatte er sich bei Gartenarbeiten eine schwere Verletzung des Sprunggelenks zugezogen und muss seitdem, und wohl noch für einige Zeit, einen dicken Verband am Fuß tragen.
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2010-09-06) | | Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ |
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veröffentlicht von 2010-09-06 bis 2010-11-06 |
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| „Schwelle, in Hospiz zu gehen, sehr gesunken“ |
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In Gießen soll stationäre Einrichtung entstehen - Vortrag und Diskussion im Konzertsaal des Rathauses - Auftakt zu Reihe
(kjf). „Zum Leben Ja sagen kann nur, wer um das Sterben weiß“, sagte Dr. Verena Begemann in ihrem Vortrag über die Notwendigkeit, Menschen in besonderen Einrichtungen auf ihrem letzten Weg beizustehen. Die Herforder Sozialpädagogin sprach im Konzertsaal des Gießener Rathauses vor 100 Zuhörern im Rahmen einer Veranstaltungsreihe, die über Hospizarbeit informieren will und die Einrichtung eines Hospizes in Gießen vorantreiben will.
Nach der Begrüßung durch Robert Cachandt, dem Vorsitzenden des Hospiz-Vereins Gießen, sprach zunächst Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz, die die Schirmherrschaft über die Veranstaltungen übernommen hat. Musikalisch umrahmt wurde der Abend von der Harfenistin Cordula Poos.
800 000 Menschen sterben jährlich in Deutschland, so Begemann. Etwa 50 Prozent in Krankenhäusern, die damit einen beträchtlichen Anteil ihrer Einnahmen erwirtschafteten, 40 Prozent der Sterbefälle fänden in Altersheimen statt und zehn Prozent im häuslichen Umfeld. Nur 0,7 Prozent der Menschen sterben nach Angaben der Expertin in Hospizen, der Bedarf an Plätzen in diesen speziellen Einrichtungen steige aber kontinuierlich.
Mit der wachsenden Zahl von Singlehaushalten werden ihrer Meinung nach nicht nur an das System der häuslichen Pflege besondere Anforderungen gestellt, auch für einen würdigen Tod seien neue Bedingungen entstanden. Dazu komme, dass Angehörige von der Situation überfordert seien, einen Sterbenden zu Hause zu betreuen. Der professionelle Beistand in einem Hospiz sei in diesem Zusammenhang eine tragfähige Alternative.
In einer Podiumsdiskussion sprach im Anschluss an den Vortrag eine Runde von Fachleuten, die mit der Problematik befasst sind, über die Möglichkeiten und die Notwendigkeit der Schaffung eines Hospizes in Gießen. Moderiert von Verena Begemann wurden die Hindernisse und Bedingungen für eine solche Einrichtung in Gießen beleuchtet.
„Eine hospizfreundliche Kommune ist teilnahmsvoll und integriert das Hospiz“, sagte Gabriele Hermsen. Die Leiterin eines Altenwohnheims und Mitarbeiterin der Arbeiterwohlfahrt sieht darin eine große Schwierigkeit. Schon ihr Bemühen um eine demenzfreundliche Atmosphäre in Gießen stoße nicht an allen Stellen auf eine positive Resonanz.
Andreas Kellersmann von der evangelischen Pflegezentrale Gießen verwies auf die gute Zusammenarbeit der Pflegeeinrichtungen mit den drei Hospizvereinen, die es in Gießen gibt. „Durch die positive Entwicklung, dass Menschen heute oft aus den Krankenhäusern entlassen werden, wenn die ärztlichen Mittel ausgeschöpft sind, ist es für Alleinstehende schwierig geworden, denn die Betreuung Sterbender gehört nicht zu den Leistungen der Krankenkassen und Pflegeversicherungen“, so Kellersmann.
Vor zu viel Optimismus der Hospiz-Gründer warnte der Vorsitzende des hessischen Palliativ- und Hospizverbandes, Lothar Lorenz.
Das Hospiz in Wetzlar habe 3,5 Millionen Euro gekostet, die bis heute noch nicht durch Spenden aufgebracht worden seien. Dazu kämen 60 000 bis 70 000 Euro jährlich zu erbringende Eigenleistungen, die das Hospiz aufbringen müsse. Auch der allgemeine Mangel an Pflegekräften und Palliativmedizinern mache die Neugründung eines Hospizes schwierig, so Lorenz.
„Das große Manko liegt bei uns im menschlich Zwischenmenschlichen“, gab Dr. Andreas Käbisch zu bedenken. Als Onkologe stelle sich ihm das Problem öfter, dass Patienten, denen die ärztliche Kunst nicht mehr helfen könne, vor der Frage stehen würden, wo sie ihren letzten Weg gehen könnten. Die gute Zusammenarbeit der Gießener Ärzte und der verschiedenen Pflege- und Hilfsdienste könne in einem Hospiz eine wichtige Ergänzung finden.
„Nachdem 2003 die medizinische Klinik V gegründet wurde, wurde sehr schnell die Notwendigkeit einer Palliativmedizin in Gießen deutlich“, sagte Prof. Ulf Sibelius. Mit deren Aufbau und dem Start des ambulanten Palliativdienstes im Jahr 2007 seien die Voraussetzungen für ein stationäres Hospiz in Gießen geschaffen worden. Auch zeige sich eine hervorragende Zusammenarbeit mit den Hospizvereinen, so der Mediziner.
Mit den Worten des an Krebs verstorbenen Regisseurs und Künstlers Christoph Schlingensief, „Sei realistisch, plane Wunder“, rief der Vorsitzende des Hospiz-Vereins Gießen, Robert Cachandt, dazu auf, alle Anstrengungen zu unternehmen, ein solches Haus in Gießen zu schaffen. Das Wetzlarer Hospiz „Haus Emmaus“, an dem der Hospiz-Verein Gießen beteiligt sei, habe nicht die Kapazität, alle Patienten aufzunehmen. Aktuell warteten in Gießen drei Menschen auf die Aufnahme in Wetzlar. „Die Schwelle, in so ein Haus zu gehen, um in Frieden sterben zu können, ist sehr gesunken“, so Cachandt. Deshalb sei mit steigendem Bedarf zu rechnen, den die Gesellschaft aus humanitären Gründen befriedigen müsse. Dazu rief Cachandt die Bevölkerung zur Mitarbeit und zu Spenden auf. Mehr Informationen unter www.hospiz-verein-giessen.de oder unter www.caritas-giessen.de.
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2010-09-06) | | Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ |
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veröffentlicht von 2010-09-06 bis 2010-11-06 |
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| Jedes zweite Patientenzimmer bekommt eigenen Besuchsraum |
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Kommunalpolitiker besichtigen Baustelle des Uniklinikums – Atemberaubener Blick vom Dach – Architekt: Dieses Tempo ist nur bei privatem Vorhaben möglich
Gießen (vo). Jedes zweite Krankenzimmer im Neubau des Gießener Universitätsklinikums soll über einen abgetrennten Besuchsraum verfügen. Dort könnten mobilere Patienten auch sich aufhalten und essen. Das erklärte Dr. Christian Höftberger, kaufmännischer Geschäftsführer des Uniklinikums Gießen und Marburg am Standort Gießen, am Mittwochabend bei einem Baustellen-Rundgang mit Gießener Kommunalpolitikern. Rund 20 Mitglieder aus Magistrat und Stadtverordnetenversammlung waren der Einladung gefolgt. Das große Interesse belege die Bedeutung des Klinikums als Arbeitgeber und als Zentrum der medizinischen Versorgung, sagte Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz.
Gespannt sei man – so die SPD-Politikerin – nicht nur auf den Fortschritt der Arbeiten, sondern auch auf den neuen Standard an Qualität, den der Bau ermöglichen solle.
Höftberger erläuterte, die Rhön Klinikum AG habe 2006 als neue Eigentümerin einen »kleinteiligen« Medizinbetrieb vorgefunden. Er war verteilt über gut 100 zum Teil denkmalgeschützten Gebäuden habe kaum interdisziplinäre Strukturen aufgewiesen. Der Neubau auf dem Gelände solle durch die überdachte Verbindung zu bestehenden Gebäuden eine bessere Zusammenarbeit ermöglichen. Mit der Einrichtung von Hörsälen in der alten Chirurgie werde die Lehre bei weiter guter Anbindung von der Krankenversorgung getrennt und mehr Ruhe für die Forschung erreicht.
Zu der neuen L-förmigen Kinderklinik kämen vier baugleiche Flügel mit je fünf Obergeschossen und zwei Untergeschossen hinzu. Von den insgesamt 1122 Betten sollten rund 600 darin Platz finden, und zwar 37 auf jeder Station, davon jeweils drei in Einzelzimmern. Alle anderen könnten mit zwei Betten belegt werden. Damit sei auch eine Nutzung als Einzelzimmer mit geringeren betriebswirtschaftlichen Einbußen als bisher möglich. Aus Sicht der Klinik biete sich dies zum Beispiel in Notsituationen an, bei infektiösen oder sterbenden Menschen. Den Patienten, die aus persönlichen Gründen lieber für sich sein möchten, könne dies als selbst zu bezahlende Wahlleistung ermöglicht werden.
Statt Schränken gebe es für die privaten Sachen der Patienten Gitterwagen mit verschließbaren Fächern, die bei einem Umzug von einem Zimmer in ein anderes mitgezogen werden könnten. Für leichte und schwere Eingriffe seien jeweils unterschiedliche OP-Zonen vorgesehen.
Für das atemberaubende Panorama vom Dach werden die Kranken, die dort mit dem Hubschrauber eingeliefert werden, kaum einen Blick haben. Wer den Weg von dem noch zu bauenden Parkhaus nicht schaffe, könne mit dem Auto über ein Rondell vor den Eingang gebracht werden, wo der Fahrer allerdings nur kurz halten dürfe.
Die eigentlichen Bauarbeiten sollen im Herbst abgeschlossen und die Klinik einige Monate später bezugsfertig sein. Insgesamt habe man für Planung und Bau nicht mehr als zwei Jahre benötigt. Diese Schnelligkeit sei, wie der Architekt erklärte, nur mit einem privaten Bauherrn möglich, der nicht an die Vorschriften der öffentlichen Hand gebunden sei.
Wegen der Enge auf dem Gelände hatten die Gastgeber im Übrigen genau geplant, wo das Auto der OB ankommen, parken und wieder abfahren sollte. Doch Grabe-Bolz brauchte gar nicht viel Abstellplatz – sie kam mit dem Fahrrad.
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| Quelle: Giessener Allgemeine (2010-09-03) | | Webseite: http://www.giessener-allgemeine.de/ |
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veröffentlicht von 2010-09-03 bis 2010-11-03 |
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| Gratulation an Marburger Medizindekan |
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Die standortübergreifende Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UGKM) GmbH gratuliert Prof. Matthias Rothmund zur Wiederwahl als Dekan des Fachbereichs Medizin an der Philipps-Universität Marburg. »Wir freuen uns, dass wir die gute Zusammenarbeit zwischen UKGM und Fachbereich in Marburg in Person von Prof. Rothmund und seinem Team im Dekanat fortsetzen können und wünschen ihm viel Erfolg«, sagte der Vorsitzende der UKGM-Geschäftsführung, Joseph Rohrer. Prof. Rothmund war vom Fachbereichsrat Medizin einstimmig zum hauptamtlichen Dekan wiedergewählt worden. Seine dreijährige Amtszeit beginnt am 1. Oktober. Die standortübergreifende Geschäftsführung der UKGM GmbH besteht aus dem Vorsitzenden Joseph Rohrer, seinem Stellvertreter und ärztlichen Geschäftsführer, Prof. Werner Seeger, dem kaufmännischen Geschäftsführer für den Standort Gießen, Dr. Christian Höftberger, und dem Geschäftsführer Zentrale Dienste, Dr. Peter Mein.
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| Quelle: Giessener Allgemeine (2010-09-01) | | Webseite: http://www.giessener-allgemeine.de/ |
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veröffentlicht von 2010-09-01 bis 2010-11-01 |
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| Uniklinikum erweitert »Station Balint« |
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Schwerpunkt: Somatoforme Schmerzstörung – Prof. Kruse: »Gezieltere Behandlungsmöglichkeiten«
Gießen (if). Als eine »tragische Figur« wird er bezeichnet: »Einst vergöttert, dann gejagt«, lebe er heute »am Rande der Selbstzerstörung«, heißt es. Den Namen des ehemaligen Sportstars, der die Tour de France gewann und der jetzt das Rennrad wegstellte, um als eine Art Einsiedler zu leben, kennt jeder. Immer häufiger ist auch von anderen Prominenten die Rede, die sich »zurückziehen«, »eine Auszeit nehmen«, sich »beruflich anders orientieren«. Nicht jedem steht ein solcher Fluchtweg offen. Vor Kurzem erst haben Krankenkassen Alarm geschlagen: In den vergangenen zehn Jahren haben sich mit langen Ausfallzeiten verbundene psychische und psychosomatische – körperlich-seelische – Erkrankungen krankenversicherungspflichtiger Beschäftigter dramatisch gehäuft.
Die Einsicht, dass lang anhaltende seelische und soziale Belastungen, Konflikte und Lebenskrisen nicht nur körperliche Beschwerden auslösen, sondern auch deren Verlauf erschweren können, während andererseits körperliche Beschwerden das seelische Befinden über Depressionen bis hin zu Persönlichkeitsstörungen zu beeinträchtigen vermögen, hat Konsequenzen: Während das Gesundheitswesen allerorten unter Beschränkungen stöhnt und seit der Einführung der neuen Vergütungsmaßstäbe, den sogenannten »DRGs« Bettenabbau betrieben wird, ist die Zahl sogenannter psychosomatischer »Planbetten« in Hessen erhöht worden. Für die Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie im Universitätsklinikum Gießen (UKGM) bedeutet das: Die Zahl der verfügbaren stationären Behandlungsplätze konnte vor Kurzem durch die Einrichtung einer neuen Stationseinheit, deren Schwerpunkt in der »somatoformen Schmerztherapie« liegt, von 22 auf 36 erweitert werden.
Mit der »Station Balint«, die in der Gaffkystraße Anfang Juni in Betrieb ging und der noch im Laufe dieses Jahres geplanten zusätzlichen Einrichtung einer »Tagesklinik«, so freut sich Prof. Johannes Kruse, der im Vorjahr neu berufene Ärztliche Direktor der Klinik, werde eine auf hohem universitärem Niveau betriebene Psychosomatik ermöglicht. Nachdem auch der Personalbestand entsprechend aufgestockt sei, könnten künftig Engpässe entschärft werden, die in der Vergangenheit immer wieder unerträglich empfundene Wartezeiten oder Überweisungen in andere Einrichtungen erzwangen.
»Die neue Entwicklung ermöglicht es uns, das psychotherapeutische und psychosomatische stationäre Behandlungsangebot noch gezielter den Problemen des Patienten anzupassen, insbesondere an sein Störungsbild und seine psychische Verfassung«, unterstreicht Kruse zusammen mit Prof. Uwe Gieler, seinem Stellvertreter und Leitenden Oberarzt sowie Prof. W. Lewecke, dem Leiter der Poliklinik und Stationseinheit Schmerztherapie. Auf dem Boden einer jahrzehntelangen Erfahrung in der multimodalen psychodynamischen stationären Therapie wolle man aktuelle psychotherapeutische Behandlungsmöglichkeiten einbeziehen.
Die jetzt erfolgte Ausweitung der Behandlungsmöglichkeiten erinnert gleichzeitig an die Tatsache, dass der inzwischen verstorbene Ehrensenator der Justus-Liebig-Universität, Prof. Thure von Uexküll, für den Körper und Seele stets als Einheit galten und der als der »Nestor« der deutschen Psychosomatik gilt, von 1955 bis 1967 in Gießen wirkte und hier die Grundlagen für die Psychosomatik als eigenständiges medizinisches Fachgebiet entwickelte.
Heute liegen die Schwerpunkte der Klinik, die Prof. Horst-Eberhard Richter mit damals sechs Betten begründete, in der Behandlung von Menschen mit psychosomatischen Störungen insbesondere Hauterkrankungen, funktionellen körperlichen Beschwerden, somatoformen Schmerzstörungen sowie von primär körperlichen Erkrankungen mit begleitenden seelischen Beschwerden in »Burn-out«-Situationen bei Depressionen, Angst- und Essstörungen.
Die neue Station »Balint« in der Gaffkystraße 9 (direkt am Hauptportal) lädt am kommenden Samstag, 4. September, die Fachöffentlichkeit zwischen 13 und 15 Uhr zu einem »Tag der offenen Tür« ein, um Gelegenheit zu bieten, die neuen Räumlichkeiten der Klinik kennenzulernen. Zuvor werden im Hörsaal der Krankenhaushygiene des Universitätsklinikums in der Rudolf- Buchheim-Straße 3 ab 9 Uhr bei einem Symposium »Psychotherapie – Update 2010« in Zusammenarbeit mit der Psychotherapie-Akademie Hessen neue Entwicklungen in Psychotherapie und Psychosomatik zur Sprache kommen. Auf der Station »Balint« werden die Behandlungsteams Psychodermatologie, Allgemeine Psychotherapie, die Psychotherapeutische Kriseneinheit und das Team »Somatoforme Schmerzstörungen« über ihre Arbeit berichten.
Prof. Frank Lewecke (v. l.), Leiter der Poliklinik und der Stationseinheit Schmerztherapie, mit dem Direktor der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie, Prof. Johannes Kruse und Prof. Uwe Gieler, Stellvertretender Direktor und Leitender Oberarzt der Klinik. (Foto: if)
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| Quelle: Giessener Allgemeine (2010-08-31) | | Webseite: http://www.giessener-allgemeine.de/ |
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veröffentlicht von 2010-08-31 bis 2010-10-31 |
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| „Bedarf an Informationen groß“ |
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Betroffene, die an Netzhautdegeneration leiden, kommen zu Erfahrungsaustausch zusammen
(fod). Es beginnt mit leichten Sehverschlechterungen, gefolgt von einer zunehmenden Einengung des Gesichtsfeldes und einem gestörten Kontrastsehen und kann über kürzere oder längere Zeit bis zur völligen Erblindung führen. Augenerkrankungen wie Retinitis Pigmentosa, Makuladegeneration oder Usher-Syndrom, denen alle eine Netzhautdegeneration gemeinsam ist, haben für das Leben der Betroffenen eine einschneidende Wirkung. Um sich in dieser gerade anfangs schwierigen Situation gegenseitig zu unterstützen, kommen die Mitglieder der Regionalgruppe Mittelhessen von Pro Retina Deutschland e.V. seit vielen Jahren zu regelmäßigen Treffen und Informationsveranstaltungen zusammen. So auch am Wochenende wieder, als es im Hörsaal der Augenklinik des Gießener Universitätsklinikums zu einem neuerlichen Erfahrungsaustausch kam.
Nach der Begrüßung durch Regionalgruppenleiterin Cordula von Brandis-Stiehl stellten sich zunächst verschiedene Vertreter der bundesweiten Selbsthilfeorganisation aus ganz Hessen mit ihrer Patientenkarriere und aktuellen Beratungs- und Hilfsangeboten vor. „Der Bedarf an Informationen ist sehr groß“, wusste etwa Waltraud Daute, Leiterin der Landesgruppe Hessen aus Darmstadt, zu berichten. Dabei sind alle für die Organisation tätigen Mitglieder ehrenamtlich engagiert, um einerseits den Mitbetroffenen das Leben zu erleichtern und zum anderen Forschungsvorhaben zu unterstützen. Zudem wird man von Wissenschaftlern unterschiedlichster Disziplinen beraten, so unter anderem in Gießen von Kliniksdirektorin Prof. Birgit Lorenz und ihrem Kollegen Dr. Markus Preising, der ebenfalls beim Treffen dabei war. Der Forschung über Ursachen und Therapien bei erblichen und kindlichen Augenerkrankungen zugutekommen soll auch der Erlös eines am 1. Oktober in Bad Nauheim im Theater Dolce stattfindenden Benefizkonzerts mit den Limburger Domsingknaben. „Kinder singen für Kinder“ heißt das Motto des um 19 Uhr beginnenden Abends, wozu auch Auftritte der bekannten Mezzosopranistin Alison Browner gehören und zu dem die Pro-Retina-Landesgruppe Hessen und der Gießener Lichtblicke e.V. einladen.
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2010-08-31) | | Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ |
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veröffentlicht von 2010-08-31 bis 2010-10-31 |
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| Schielkrankheit geht alle an |
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Augenklinik gibt Überblick über Ursachen und Behandlungsmethoden der Schielkrankheit
GIESSEN (swu). „Wenn die Augen nicht zusammen arbeiten“: So lautet diesmal das Thema der regelmäßig stattfindenden Bürgerinformationsstunde, am Mittwoch, 8. September, um 18.30 Uhr. Prof. Birgit Lorenz, Direktorin der Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde, wird im Hörsaal der Chirurgie des Universitätsklinikums Gießen und Marburg (UKGM) in der Friedrichstraße 18 einen Überblick über die Ursachen von Schielerkrankungen und deren Behandlungsmethoden geben. Damit der Mensch die Dreidimensionalität seines Lebensraumes in ihrem vollen Umfang erkennen kann, hat er zwei Augen, die zusammenarbeiten. Das Bild, das in der Netzhaut unserer beiden Augen entsteht, wird über den Sehnerven zum Gehirn weitergeleitet. Bei der sogenannten Fusion verschmelzen die beiden getrennt wahrgenommenen Bilder des rechten und linken Auges zu einem einzigen. „Die Fusionsfähigkeit kann unterschiedlichen Belastungen ausgesetzt sein, wie beispielsweise schlechter Sehschärfe, latentem Schielen, ungünstigen Lichtverhältnissen oder einem schlechten Allgemeinzustand. Die Grenzen dieser Belastbarkeit, die in den verschiedenen Blickrichtungen unterschiedlich ausgeprägt sind, kann man mit bestimmten Verfahren messen und so Rückschlüsse ziehen, die bei der Beurteilung von Schielerkrankungen oder sensorischer Störungen eine Rolle spielen können“, beschreibt Lorenz. Treffen sich die Blicklinien beider Augen im fixierten Objekt nicht, ist oft dreidimensionales Sehen nicht mehr möglich. Die Folgen reichen von Doppeltsehen bis hin zu Sehschwäche und können fatale Folgen im Alltag haben. „Es ist daher ein Thema, das alle Menschen angeht, egal im welchem Alter sie sich befinden“, so Lorenz.
„Die Schielkrankheit ist mit einer Häufigkeit von rund fünf Prozent in der Gesamtbevölkerung, neben der Fehlsichtigkeit, die in den Industrienationen häufigste Ursache einer lebenslangen, später nicht mehr heilbaren Sehschwäche (Amblyopie). Wird die Amblyopie im frühen Kindesalter erkannt und adäquat behandelt, liegt die Chance auf Vollheilung bei fast 100 Prozent. Sie nimmt mit zunehmendem Alter jedoch ab“, betont Lorenz. In der Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde der UKGM in Gießen haben Schielbehandlung und Neuroophthalmologie seit Jahrzehnten einen zentralen Stellenwert. Die Augenklinik unterhält mehrere große Ambulanzen, eine Reihe von Spezialambulanzen einschließlich einer eigenen Sprechstunde für kindliche und erbliche Augenerkrankungen sowie eine große Bettenstation. Sie ist als High-Volume-Einheit mit jährlich etwa 1000 Augenmuskeloperationen deutschlandweit die größte und weltweit eine der führenden Einrichtungen des Spezialgebiets Strabologie (Schielheilkunde) und Neuroophthalmologie.
Zur Unterstützung der Forschung wurde von Mitarbeitern der Gießener Augenklinik kürzlich der gemeinnützige Förderverein „Gießener Lichtblicke e.V.“ gegründet, der sich zum Ziel gesetzt hat, zur Erforschung und Prävention von Augenerkrankungen beizutragen, die mit schweren ein- oder beidseitigen Seheinschränkungen verbunden sind.
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2010-08-30) | | Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ |
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veröffentlicht von 2010-08-30 bis 2010-10-30 |
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| Vom Neubau beeindruckt |
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Thorsten Schäfer-Gümbel MdL informierte sich am Universitätsklinikum
Gießen (son). Beeindruckt vom Fortgang der baulichen Maßnahmen am Universitätsklinikum Gießen und Marburg zeigte sich der Vorsitzende der hessischen SPD und ihrer Landtagsfraktion, Thorsten Schäfer-Gümbel, nach einem gemeinsamen Rundgang durch OP-Säle und Patientenzimmer im Klinikums-Neubau mit der Gießener Geschäftsführung des UKGM.
Bei einem anschließenden Fototermin und kurzen Pressegespräch im Eingangsbereich des Neubaus Chirurgie, bezeichnete der ärztliche Geschäftsführer, Prof. Werner Seeger, die für alle sichtbaren Veränderungen als »Durchschlagen eines gordischen Knotens«. »Die Fusion und Privatisierung des Klinikums ist nun auch von der Masse her greifbar und auf den Weg gebracht«, sagte er. Zugleich betonte Seeger, dass das UKGM nicht als alleinstehender Monolith in Mittelhessen zu sehen sei. »Wir sind hier am Standort Gießen bereits in hohem Maße mit der Struktur der Gesundheitsregion vernetzt und dies auf verschiedenen Ebenen«.
Zum einen sei solches durch personelle Kooperationen mit zahlreichen Krankenhäusern in der Region geschehen. Zum anderen bildeten sich auch in der Zusammenführung von hausärztlicher und fachärztlicher Kompetenz in den sogenannten Medizinischen Versorgungszentren, Netzwerkstrukturen zum Wohle der Patienten. »Wir wollen hierbei auf gar keinen Fall in Konkurrenz zu den niedergelassenen Kollegen treten, sondern nur Lücken füllen, wo es nötig ist«, betonte Seeger. »Wir als UKGM sind kein Solitär, sondern wir verstehen uns als Knotenpunkt im Netzwerk der Gesundheitsregion Mittelhessen«.
Schäfer-Gümbel wies darauf hin, dass die Sozialdemokraten der Fusion und Privatisierung des Klinikums kritisch gegenübergestanden haben. »Nichtsdestotrotz haben wir Interesse daran, dass das UKGM Erfolg hat, ist es doch einer der wichtigsten Arbeitgeber der Region«. Auch werde man in Zukunft weiterhin offen über bestehende Kritikpunkte wie beispielsweise Personalstandards im Gespräch bleiben. Schäfer-Gümbel merkt an, dass es von großer Wichtigkeit sei, bei der Einrichtung von Medizinischen Versorgungszentren am Klinikum auf bestehende regionale Strukturen Rücksicht zu nehmen und gemeinsam mit den niedergelassenen Ärzten an einem Strang zu ziehen.
Beim Rundgang durch den Neubau (v. l.) Dr. Christian Höftberger (kaufmännischer Geschäftsführer), Prof. Werner Seeger (ärztlicher Geschäftsführer), Thorsten Schäfer-Gümbel und Torsten Rantzsch (Pflegedirektor). (Foto: Schepp)
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| Quelle: Giessener Allgemeine (2010-08-30) | | Webseite: http://www.giessener-allgemeine.de/ |
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veröffentlicht von 2010-08-31 bis 2010-10-31 |
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| Für Personalstandards |
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Hessischer SPD-Chef Schäfer-Gümbel besucht Uni-Klinik
(tt). Der hessische SPD-Vorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel hat bei seinem Besuch des Gießener Universitätsklinikums am Freitagmorgen die wichtige Rolle des Großkrankenhauses als Arbeitgeber und Wirtschaftsfaktor hervorgehoben. Beeindruckt zeigte der Sozialdemokrat sich vom Baufortschritt des neuen Klinikums, das im ersten Quartal 2011 eröffnet werden soll.
Zugleich bekräftigte der SPD-Politiker, er habe sich damals gegen eine Privatisierung ausgesprochen. An dieser Haltung habe sich bis heute nichts geändert. Nachdem der Verkauf an die Rhön-Klinikum AG vollzogen sei, gelte es jetzt, „alles dafür zu tun, dass das Ganze zu einem Erfolg wird, schon alleine im Interesse der mehr als 9000 Mitarbeiter an den beiden Standorten Gießen und Marburg“. Weiter kündigte Schäfer-Gümbel an, die SPD werde sich auch in Zukunft für Personalstandards bei der Versorgung einsetzen.
Im Gießen traf der Sozialdemokrat gestern auf einen alten Bekannten: Der ehemalige Pressesprecher von Landesverband und Landtagsfraktion der hessischen SPD, Frank Steibli, zeichnet seit dem Frühjahr für die Kommunikation des Klinikums Gießen-Marburg verantwortlich. Es war das erste Treffen der Beiden seit dem Wechsel Steiblis nach Gießen.
Der Ärztliche Geschäftsführer des Uni-Klinikums, Prof. Werner Seeger, betonte die besondere Stellung des Hauses und seine Einbindung in die Versorgungsstruktur in der Region. Das Klinikum sei kein Solitär oder Monolith. Dank seines Kollegen Prof. Friedrich Grimminger nehme das Krankenhaus mittlerweile eine Knotenpunkt-Funktion ein. Seeger zeigte sich erfreut über den Neubau. „Ein Krankenhaus neu zu errichten, gleicht der Durchschlagung eines gordischen Knotens“, so der Ärztliche Geschäftsführer.
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2010-08-28) | | Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ |
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veröffentlicht von 2010-08-30 bis 2010-10-30 |
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| Training für den Ernstfall |
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Kurs zur Trauma-Versorgung am Gießener Uni-Klinikum – „Besonders viel Sauerstoff“
GIESSEN (fod). Ist ein Mensch bei
einem Unfall verunglückt, kommt es auf
schnelles Handeln an. Bei Notarzt und
Rettungssanitätern muss jeder Handgriff
sitzen, um ein Leben zu retten. Doch zuvor
muss die Lage erst einmal richtig eingeschätzt
werden. All das erfordert einiges
an Erfahrung und noch viel mehr Training.
Letzteres ist am Gießener Simulationszentrum
für Anästhesie und Notfallmedizin
(GiSim) möglich. Als Teil des
Gießener SkillsLab für Praktisches Lernen
und Simulation, kurz GRIPS, sollen
dort Medizinstudierende der Justus-Liebig-
Universität das theoretisch Erlernte
praktisch anwenden, um sich unter wirklichkeitsnahen
Bedingungen auf ihre spätere
Arzttätigkeit vorzubereiten.
Das Zentrum möchte jedoch auch Kurse
für Nichtstudenten und externe Personen
anbieten. Und so richtete man am Wochenende
erstmals in Mittelhessen einen
Kurs in Pre Hospital Trauma Life Support
aus. In dem Konzept der gleichnamigen
Arbeitsgruppe des Berufsverbandes für
den Rettungsdienst (BVRD) geht es nach
US-Vorbild um die nach bestimmten Algorithmen
erfolgende Versorgung von Patienten,
die ein Trauma (griechisch: Wunde)
erlitten haben, sei es nun bei einem
Verkehrsunfall oder einem Unfall in den
eigenen vier Wänden. Dabei sollte unter
Verwendung der Simulationsapparaturen
und -puppen des GiSim erlernt werden,
welche Maßnahmen vor der Einlieferung
ins Krankenhaus durchzuführen sind, wie
bei einem Schock, Atmungsstörung oder
Polytrauma, also mehreren gleichzeitigen
Verletzungen, vorzugehen ist.
„Traumapatienten benötigen sofort und
besonders viel Sauerstoff“, war dabei eine
der Regeln, die der GiSim- und Medizinische
Kursleiter Dr. Alin Schaumberg den
20 Teilnehmern aus Marburg, Wetzlar und
anderen Bundesländern einimpfte, unter
denen sich sowohl Notfallmediziner als
auch Rettungssanitäter befanden. Gemeinsam
mit Kurskoordinator Christopher
Thon vom Rettungsdienst Mittelhessen
und unterstützt von Mitarbeitern des
Zentrums, darunter auch Medizin-Studierende,
vermittelte Schaumberg in Vorträgen
und in Trainingsszenarios das erforderliche
Wissen, um die richtigen Entscheidungen
treffen zu können. Mit Hilfe
der modernen Ausstattung des GiSim
wurden verschiedene Notfallsituationen
wie die Rettung aus einem verunglückten
Fahrzeug oder die Versorgung eines
schwer verletzten Kindes simuliert und
somit die notwendigen Rettungsmaßnahmen
von der wirbelsäulenschonenden Lagerung
bis hin zum Spritzen lebenserhaltender
Medikamente trainiert.
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2010-08-24) | | Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ |
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veröffentlicht von 2010-08-25 bis 2010-10-25 |
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| »CRT« – wenn Tabletten nicht mehr helfen? |
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Herzpatienten-Gesprächsgruppe: Medikamente für müde Herzen – Wer folgt auf Organisator Dr. Michael Coch?
Gießen (if). Nach dem Treppensteigen zuerst ein kleines Japsen – die Pumpe, die Pumpe. Dann entfährt nicht selten dem einen oder anderen ein erstauntes »Sie jetzt auch?«: Seit rund elf Jahren treffen sich Herzpatienten aus Gießen und dem Umland zu ihrer allmonatlichen Informations- und Gesprächsrunde jeweils am frühen Abend im traditionsreichen Hörsaal der »alten« Inneren Medizin. Die Teilnehmer – oft gleich beide Ehepartner – schätzen nicht nur die Fachvorträge, bei denen eine breite Palette von aktuellen Themen angenehm sachlich aufgegriffen wird. Der Erfahrungsaustausch »von Patient zu Patient«, der sich häufig am Rande ergibt, und die Möglichkeit, all das zu fragen zu können, was man »schon immer einmal wissen wollte«, tragen darüber hinaus zur unveränderten Beliebtheit bei.
Vor sieben Jahren hatte Dr. Michael Coch die Betreuung der Vorträge von Prof. Bernd Waldecker übernommen, der sie unter dem Patronat der Deutschen Herzstiftung in Zusammenarbeit mit der Medizinischen Klinik I Kardiologie/Angiologie (Prof. Harald Tillmanns) ins Leben gerufen hatte. Coch, Oberarzt der Tillmanns-Klinik, bestritt auch den Auftakt des Jahresprogrammes im Januar mit einem Beitrag über Wechsel- und Nebenwirkungen von Herzmedikamenten und stand dann im April bei einer eigens für die Gießener Selbsthilfegruppe angesetzten »Sprechstunde« Rede und Antwort.
Nachdem inzwischen seine Kollegen – der Nierenspezialist Dr. Andreas Feustel und Dr. Güzine Abaci aus der Kardiologie – die folgenden Termine bestritten, ging jetzt die Tage Dr. Philip Stieger aus der Tillmanns-Klinik auf die inzwischen verfügbaren Medikamente bei Herzinsuffizienz, Rhythmusstörungen und Herzklappenerkrankungen ein: Das schwache Herz – das sich mit Müdigkeit, mit schweren Beinen, mit Husten und zunehmender Atemnoten meldet – verglich er anschaulich mit einem Pferd, das einen überlasteten Karren bergan zu ziehen hat: Man kann es schonend entlasten, man kann es aber auch antreibend unterstützen, und sollte es ins Galoppieren kommen, besteht die Möglichkeit, es behutsam zu bremsen.
Zur Entlastung beispielsweise können ACE-Hemmer beitragen, die die Gefäße erweitern und den Blutdruck senken, Digitalis – das Gift des Fingerhuts und das älteste Medikament gegen Herzschwäche – verstärkt die Muskelkraft ohne die Frequenz zu erhöhen. Über Beta-Rezeptorenblocker wiederum, die die Stresshormone abschirmen, kann das galoppierende Herz beruhigt und so geschont werden. Rührt die Herzschwäche von Durchblutungsstörungen her, werden blutverdünnende Medikamente eingesetzt – in der September-Veranstaltung des Gesprächskreises wird Dr. Kathrin Heidinger aus der Medizinischen Klinik II darauf eingehen.
Ein ganz spezielles Thema, das nur mit Zurückhaltung angeschnitten wird, ist heute die medikamentöse Behandlung von Herzrhythmusstörungen. Beruht die nachlassende Pumpleistungen des Herzens darauf, dass beispielsweise durch eine vorangegangene Erkrankung das Reizleitungssystem beschädigt ist oder nach einen vorausgegangenen Infarkt ganze Bezirke der linken Herzwand für die Pumpleistung ausfallen und sich daher die Kammerwände nicht gleichzeitig, sondern nacheinander unkoordiniert zusammenziehen, bietet sich seit einiger Zeit »CRT«, die »kardiale Resynchronisationstherapie« an: wie Stieger erläuterte, handelt es sich dabei um einen Drei-Kammer-Schrittmacher, bei dem zusätzlich zu den Elektroden in der rechten Vor- und Hauptkammer eine dritte Elektrode in eine Vene auf der linken Hauptkammer eingesetzt wird. So lässt sich die unkoordinierte Pumpaktion wieder synchronisieren. Das Herz schlägt im Takt. Und die Patienten, so bisherige Erfahrungen, fühlen sich besser belastbar.
Am Rande der Veranstaltung sagte Coch, der bekanntlich vor kurzem als Nachfolger von Prof. Bernd Wüsten an die Südpark-Klinik Bad Nauheim wechselte, der Koordinatorin der Selbsthilfegruppe, Roswitha Richardt zu, das Programm für die Vortragsreihe 2011 noch vorzubereiten. Wer seine Nachfolge übernehmen werde, stehe jedoch noch nicht fest.
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| Quelle: Giessener Allgemeine (2010-08-23) | | Webseite: http://www.giessener-allgemeine.de/ |
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veröffentlicht von 2010-08-23 bis 2010-10-23 |
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| Wenn Schmuck schmückt und dabei juckt |
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Wissenschaftler der Universität Gießen identifizieren körpereigene Erkennungsstrukturen für Nickel – Publikation
GIESSEN (V). Einen wesentlichen
Beitrag zur Entschlüsselung der allergiefördernden
Eigenschaften von
Nickel haben jetzt Wissenschaftler
der Justus-Liebig-Universität (JLU)
gemeinsam mit Kollegen aus Mannheim,
Freiburg, Münster und München
geleistet. Unter Federführung
der Arbeitsgruppe von Prof. Matthias
Goebeler und Dr. Marc Schmidt
vom Zentrum für Dermatologie, Venerologie
und Allergologie der JLU
konnte aufgeklärt werden, auf welche
Weise Nickel eine Entzündung
der Haut hervorruft, die einem sichtbaren
Ekzem vorausgeht. Diese Ergebnisse,
die für innovative Prophylaxe-
und Therapieansätze von Bedeutung
sein können, wurden in der
aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift
„Nature Immunology“ veröffentlicht,
teilt die Hochschule mit.
Allergien gehören zu den Erkrankungen,
die weiter an Häufigkeit zunehmen. An der
Haut äußern sich Allergien vielfach als
Kontaktekzeme, die mit Juckreiz, Rötung
und Schuppung einhergehen. Das mit Abstand
häufigste Allergen ist Nickel: Allein
in Europa reagieren nach aktuellen Schätzungen
65 Millionen Menschen allergisch
auf dieses Metall, das in vielen Gegenständen
des alltäglichen Lebens wie etwa Modeschmuck,
Uhren und Münzen enthalten
ist. Bis heute aber sind die Mechanismen,
die zur Entstehung von Kontaktekzemen
auf Nickel führen, nur unzureichend verstanden.
Rezeptor in Gang gesetzt
Die Forscher konnten nach Angaben der
JLU nun zeigen, dass Nickel einen Rezeptor
der sogenannten natürlichen Immunität
aktiviert und so intrazelluläre Signalübertragungswege
in Gang setzt, die zur Bildung
von entzündungsfördernden Botenstoffen
führen. In der Folge kann das spezifische
Immunsystem aktiviert werden und
über Vermittlung von T-Lymphozyten ein
Ekzem entstehen. Der jetzt identifizierte
Rezeptor, toll-like receptor 4 (TLR4), wurde
bereits 1998 entdeckt, ist aber bislang
nur als Erkennungsstruktur für bestimmte
von Bakterien freigesetzte entzündungsfördernde
Substanzen, die sogenannten Lipopolysaccharide,
bekannt. Natürlicherweise
spiele TLR4 eine Schlüsselrolle bei der Abwehr
von Bakterien und verhindere durch
Aktivierung des angeborenen Immunsystems
bei bakteriellen Infektionen deren
übermäßige Vermehrung. Die Gießener
Forscher, die bis vor Kurzem an der Medizinischen
Fakultät Mannheim der Universität
Heidelberg tätig waren, beobachteten
erstmals, dass Nickel seine entzündungsfördernden
Eigenschaften im Menschen
entscheidend über TLR4 vermittelt, dass
aber die Zielstruktur für Nickel eine andere
ist als jene, die von bakteriellen Lipopolysacchariden
benutzt wird. Diese Beobachtung
könnte einen Durchbruch bei der Therapie
der bislang nur schwer behandelbaren
Nickelallergie bedeuten, da es prinzipiell
möglich erscheine, spezifische TLR4-
Hemmstoffe zu entwickeln, welche die Aktivierung
des Rezeptors durch Nickel blockieren,
ohne damit die wichtige natürliche
Abwehrfunktion von TLR4 bei bakteriellen
Infektionen zu beeinträchtigen, so die Uni.
Überraschenderweise ergaben weiterführende
Untersuchungen, dass nur humane
TLR4-Rezeptoren, nicht aber solche aus
der Maus, durch Nickel aktiviert werden, da
dem entsprechenden Maus-Rezeptor die
bindungsrelevanten Aminosäuren fehlen.
Die Wissenschaftler vermuteten, dass dies
eine Erklärung für die bislang mysteriöse
Beobachtung sein könnte, dass Mäuse keine
Nickelallergien entwickeln und es bisher
nicht gelungen ist, ein experimentelles
Mausmodell für diese häufigste aller Kontaktallergien
zu etablieren. Gemeinsam mit
den Arbeitsgruppen von Prof. Stefan Martin
(Unihautklinik Freiburg) und Prof. Marina
Freudenberg (Max-Planck-Institut für
Immunbiologie Freiburg) konnte jetzt erstmals
ein Mausmodell etabliert werden, in
dem Tiere, die anstelle des Maus-TLR4 den
menschlichen TLR4-Rezeptor besitzen,
eine allergische Reaktion auf Nickel entwickeln.
„Diese Daten belegen nicht nur, dass
Beobachtungen aus Tiermodellen nur begrenzt
auf die menschliche Situation übertragbar
sind, sondern identifizieren mit Nickel
das erste Allergen, das den immunologisch
wichtigen TLR4-Rezeptor des angeborenen
Immunsystems direkt aktivieren
kann“, teilt die Hochschule mit.
Die vorgestellten Daten liefern ein weiteres
Indiz für die Vermutung, dass Allergien
im Wesentlichen fehlgeleitete Immunreaktionen
darstellen. Die Forschungsarbeiten
von Goebeler und Schmidt wurden von der
Deutschen Forschungsgemeinschaft und
der Baden-Württemberg-Stiftung gefördert.
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2010-08-21) | | Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ |
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veröffentlicht von 2010-08-21 bis 2010-10-25 |
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| Schwerpunktstation für Patienten mit Depressionen |
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MARBURG (gec). Die Universitätsklinik
für Psychiatrie und Psychotherapie
in Marburg hat eine Schwerpunktstation
zur Behandlung von depressiven Patienten
unter Leitung von Dr. Carsten Konrad eröffnet.
Den Betroffenen wird eine gründliche
Diagnostik angeboten, um die Ursachen
der Krankheit herauszufinden und
die Therapie planen zu können. In Gruppen
wird den Patienten Wissen über die
Erkrankung vermittelt. So erfahren sie,
wie sich die Depression verstärkt und mit
welchen Mitteln sie selbst dagegen arbeiten
können. Dazu gibt es „Interpersonelle
Psychotherapie“ in Einzelgesprächen. Bei
den chronisch depressiven Menschen wird
ein Verfahren eingesetzt, das die Denkmuster
der Betroffenen positiv verändert.
Neben der Psychotherapie werden moderne
Antidepressiva eingesetzt, die in der
Regel weniger Nebenwirkungen haben.
Depression ist eine sehr häufige affektive
Störung. Jeder fünfte bis sechste Mensch
erkrankt im Laufe seines Lebens an einer
Depression. Frauen sind dabei etwa doppelt
so häufig betroffen wie Männer.
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2010-08-21) | | Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ |
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veröffentlicht von 2010-08-25 bis 2010-10-25 |
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| Sommertour: Ministerpräsident Roland Koch besucht Uniklinikum in Gießen |
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(fod). In einem seiner jüngsten Interviews hat der scheidende hessische Ministerpräsident Roland Koch die Zusammenlegung und Privatisierung der Universitätskliniken Gießen und Marburg zu „einem der Highlights meiner Amtszeit“ gezählt. Und so informierte er sich gestern auf seiner letzten Sommertour noch einmal über die in Gießen erzielten Fortschritte inklusive Rundgang durch den gerade entstehenden Klinikneubau. Als sich Koch oben auf dem Dach, wo künftig der Hubschrauberlandeplatz sein wird, gegenüber den Medienvertretern äußerte, bekräftige er, dass „damals eine richtige und für die gesamte Region Mittelhessen wichtige Entscheidung“ getroffen worden sei.
„Die hier traditionelle Industrie war verschwunden, und die Region litt unter einem starken Strukturwandel“, begründete der Ministerpräsident. Wenngleich er einräumte, dass „starke Widerstände“ zu überwinden waren. Doch würden die Arbeitsplätze von über 5000 Familien von einem funktionierenden Klinikum abhängen. „Anstatt zwei Millionen für eine Uniklinik gibt das Land nun eine Million für zwei aus“, sei dies ebenso für den Geldbeutel des Landes von Vorteil. Darüber hinaus lobte der Ministerpräsident die Gießener Forschungsleistungen und „hohe medizinische Kompetenz“, hier insbesondere den Schwerpunkt Herz-Lunge von Prof. Werner Seeger. „Ohne ihn wäre es nicht gegangen“, würdigte Koch den Ärztlichen Geschäftsführer. Seeger habe seinen Sitz im Wissenschaftsrat genutzt, „um die Kollegen von der Idee zu überzeugen“.
Der Gelobte selbst dankte Roland Koch, „dass Sie den Mut hatten, einen ganz neuen Weg zu gehen“, trotz der heftigen Kritik von allen Seiten. „Durch Ihren Verdienst ist in der Region Bleibendes geschaffen worden.“ Nach Jahren der baulichen Stagnation sei nun aus der Summe von Patientenversorgung und medizinischer Forschung „ein klarer Vorteil für die Patienten erwachsen“. Viele Menschen in Gießen und Umkreis würden die Entwicklung des Klinikums in den letzten Jahren mit dem Aufsteigen des Phönix aus der Asche assoziieren, sagte Seeger.
Bei seiner Ankunft mit einem großen schwarzen Bus war Koch von Joseph Rohrer, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH (UKGM), begrüßt worden. Rohrer drückte die Freude aller darüber aus, dass sich Koch das Klinikum für seine Abschiedstour ausgesucht habe. Ebenso wurde der Gast von Gerald Meder, dem Stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der Rhön-Klinikum AG, willkommen geheißen. Dieser bezeichnete das in Gießen und Marburg Geschaffene als „Leuchtturmprojekt“. Bevor dann der Kaufmännische Geschäftsführer Dr. Christian Höftberger beim Rundgang durch den Neubau dem Ministerpräsidenten einen Überblick der Planungen gab und bereits fertige Teile der Inneneinrichtung zeigte.
Im Anschluss ging es dann mit dem Bus weiter zum Gießener Simulationszentrum für Anästhesie und Notfallmedizin (GiSim), das Roland Koch mit dem Durchschneiden eines Bandes am Eingang eröffnete. Er wurde dort vom Präsidenten der Justus-Liebig-Universität (JLU), Prof. Joybrato Mukherjee, dem Dekan des Fachbereichs Medizin, Prof. Trinad Chakraborty, und Prof. Markus A. Weigand, Direktor der Gießener Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie, begrüßt. GiSim-Leiter Dr. Alin Schaumberg erläuterte dem Gast, dass hier Medizin studierende praktische Erfahrungen unter wirklichkeitsnahen Bedingungen sammeln könnten. Wie zum Beispiel am Narkosesimulator, wo Koch dann Dr. Julia Kolbe und den angehenden Ärztinnen Anne Däbritz und Cynthia Mahr assistierte, die Narkosemaske anlegte und beim Intubieren half.
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2010-08-19) | | Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ |
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veröffentlicht von 2010-08-19 bis 2010-10-19 |
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| Ungeteiltes Lob für Privatisierung des Klinikums |
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Ministerpräsident Koch bei seiner letzten Sommertour zu Besuch in Gießen – Umzug in Neubau soll am 1. April beginnen
Gießen (si). Für Ministerpräsident Roland Koch ist die Zusammenlegung der Universitätskliniken Gießen und Marburg und ihr anschließender Verkauf »uneingeschränkt« die richtige Entscheidung gewesen. Die gesamte Region und das ganze Bundesland hätten davon profitiert, sagte Koch gestern auf seiner letzten Sommertour als Regierungschef, bei der er besonders wichtige Projekte seiner Amtszeit besuchte – eben auch das Gießener Klinikum, wo er eineinhalb Stunden Station machte und sich unter anderem den Neubau zeigen ließ. Vertreter des Großkrankenhauses und der Justus-Liebig-Universität teilten die Einschätzung, dass damals die richtigen Weichen gestellt worden seien. Sie dankten auch Koch persönlich, der sich 2004 maßgeblich für die damals überraschende Variante »erst Fusion, dann Privatisierung« stark gemacht hatte.
Mit dem Verkauf seien Arbeitsplätze gesichert und neue geschaffen worden, und zwar auf dem zukunftsträchtigen medizinischen Sektor. Das sei in einer Region, die früher stark industriell geprägt gewesen sei, besonders wichtig. Auch die Patienten profitierten. »Privatisierte Medizin ist besser als eine bürokratische Medizin«, sagte der CDU-Politiker, der auch die »erstklassige Forschung« an den beiden Standorten und die Zusammenarbeit mit anderen hessischen Einrichtungen – etwa der Universität Frankfurt und dem Kerckhoff-Institut in Bad Nauheim – lobte. So finde man hier »die beste Lungenforschung wahrscheinlich nicht nur in Deutschland«, sagte er in Richtung des Gießener Mediziners Prof. Werner Seeger. Erleichtert zeigte sich Koch darüber, dass der Wissenschaftsrat der mittelhessischen Hochschulmedizin ein »gutes Zeugnis« ausgestellt habe. »Wenn er zu einem anderen Ergebnis gekommen wäre, hätten wir die Privatisierung rückabwickeln müssen«, sagte Koch bei seiner Rede am Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach des Klinikum-Neubaus.
Zu Beginn hatte der Ministerpräsident die vor zwei Jahren eingeweihte Kinderklinik besucht. Dort erinnerte Gerald Meder, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Rhön-Klinikum AG, die 95 Prozent der Anteilte am Uniklinikum Gießen und Marburg (UKGM) hält, an die Entscheidungen der Jahre 2004/05, die zur ersten und bis heute einzigen Privatisierung eines deutschen Universitätsklinikums führte. Dass der Ministerpräsident mit der Fusion und Privatisierung einen »gordischen Knoten zerschlagen« habe, sagte Lungenforscher Seeger, der im UKGM als ärztlicher Geschäftsführer fungiert. Damit seien nicht nur die Standorte Gießen und Marburg näher zusammengerückt. Inzwischen gebe es auch vielfältige Verbindungen zu den Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten in der Region. Im nächsten Schritt müssten die Patientenversorgung und die Forschung noch enger zusammengefährt werden. Dies sei das »Zukunftskonzept einer Gesundheitsregion«.
Dr. Christian Höfberger, kaufmännischer Geschäftsführer am UKGM, hatte den Neubau in plakativen Bildern vorgestellt. Demnach entspricht dessen Bruttogeschossfläche von 95 000 Quadratmetern 19 Fußballfeldern, 400 Einfamilienhäuser fänden Platz. Was das für die einzelnen Patienten heißt, konnte die Besuchergruppe in einem fast fertiggestellten Krankenzimmer des Neubaus sehen: Demnach wird es maximal Zwei-Bett-Zimmer geben (»auch für Kassenpatienten«); sie sind jeweils 18 Quadratmeter groß, und je zwei nebeneinander liegende werden über einen 16 Quadratmeter großen gemeinsamen Aufenthalts-/Besucherraum verfügen.
Der Umzug in das neue Haus soll am 1. April kommenden Jahres beginnen und innerhalb von zehn Tagen abgeschlossen sein. Das sagte der UKGM-Aufsichtsratsvorsitzende Gerald Meder der Allgemeinen Zeitung. Probleme mit dem Land seien nicht zu erwarten, obwohl sich »Rhön« zu einem Umzug der Gebäude bis Ende 2010 vertraglich verpflichtet habe. Nach dem Vertrag werde eine Verzögerung geduldet, wenn zu diesem Datum mindestens 90 Prozent der gesamten Investitionssumme verbaut seien. »Diese Hürde nehmen wir in jedem Fall«, betonte Meder. Die Einzugsklausel bestätigte auch der Ministerpräsident. »Ich bin sicher, dass das Klinikum die getroffenen Vereinbarungen erfüllen wird«, sagte er der Allgemeinen Zeitung.
Anschließend eröffnete Koch – im Beisein von JLU-Präsident Prof. Joybrato Mukherjee und Medizin-Dekan Trinad Chakraborty – das gestern in der AZ bereits ausführlich vorgestellte Simulationszentrum für Anästhesiologie und Notfallmedizin.
Der Rundgang führte Roland Koch auch auf den Hubschrauberlandeplatz des Neubaus. Mit dabei: Klinikumsvertreter und Journalisten.
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| Quelle: Giessener Allgemeine (2010-08-19) | | Webseite: http://www.giessener-allgemeine.de/ |
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veröffentlicht von 2010-08-20 bis 2010-10-20 |
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| Was tun, wenn die Situation kritisch wird? |
Im »GiSim«, dem Simulationszentrum der Mediziner, lernt man auch mit unerwarteten Schwierigkeiten fertig zu werdenGießen (if). Sechzig ist er, Arthrose hat er, und jetzt soll er ein »neues Knie« bekommen. Im Moment befindet er sich im OP. Narkosevorbereitung. »Hallo, Herr Schneider, welche Seite ist es denn?«, lächelt ihm die junge Anästhesistin zu, die unter Aufsicht von Dr. Marko Ernst ihre erste Intubationsnarkose vorbereitet. Sie weiß, dass es das linke Knie ist. Sie will nur wissen, ist der Patient noch ansprechbar? Er ist es. »Sie atmen jetzt immer weiter. Und ich sage Ihnen immer, was wir gerade machen«, redet sie freundlich auf ihn ein. Doch die Anästhesistin ist keine Anästhesistin, der OP kein OP, und der Patient Schneider ist aus Gummi, wenngleich er atmen und antworten kann, sein Herz mal rascher, mal langsamer schlägt und sein Blutdruck auf bedenkliche Werte zu steigen und abzusacken vermag. Der »künstliche Patient«, der aus einem gesonderten Schaltraum heraus gesteuert wird, ist das Prachtstück im neuen Simulationszentrum für Anästhesie und Notfallmedizin »GiSim« der Gießener Justus-Liebig-Universität.
Im Oktober vorigen Jahres aus dem Souterrain der alten, denkmalgeschützten Chirurgie in die Wingertshecke 6 umgezogen, haben Studiendekan Prof. Joachim Kreuder, der Leiter der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie des Klinikums Gießen und Marburg GmbH, und Prof. Markus A. Weigand zusammen mit dem Leiter des Trainingszentrums, Anästhesie-Oberarzt Dr. Alin Schaumburg, am Dienstag einen ersten Rundgang durch das Trainingszentrum ermöglicht. Sein an der Luft- und Raumfahrttechnik orientiertes Konzept stellt für die Ausbildung von Medizinstudierenden einen Ansatz dar, der in dieser Form bundesweit als modellhaft gelten dürfte.
Das Zustandekommen von »GiSim« ist ursprünglich jenen 800 000 Euro zu verdanken, die aus Studienbeiträgen der Studenten (und Studenteneltern) dem Fachbereich Medizin der Justus-Liebig-Universität zweckbestimmt zur Verbesserung der Qualität von Studium und Lehre zugeflossen waren. Wie der Leiter des Ressorts Lehre und Studium im Medizin-Dekanat, Dr. Richard Wagner, auf Fragen berichtete, sind sie nach Abschaffung der Studienbeiträge großzügig durch der Universität mit derselben Zweckbestimmung zufließende Landesmittel aufgestockt worden. Das als eines der bundesweit modernsten geltende, bei seiner Einrichtung zugleich erste Zentrum dieser Art in Hessen, in dem fünf Ärzte und rund 16 studentische Hilfskräfte tätig sind, wird künftig auch externe Weiterbildungsaufgaben beispielsweise für Ärzte, Pflegekräfte und Rettungsdienstpersonal übernehmen und ihnen in realistischen Szenarien den Umgang mit schwierigen Zwischenfällen unter Stressbedingungen vermitteln können, nachdem das Angebot »Proben für den Ernstfall« inzwischen bereits von rund 400 Medizinstudenten erster und zweiter klinischer Semester mit Enthusiasmus wahrgenommen worden ist.
Während des Rundgangs liegt in einem der drei Simulationsräume gerade ein »Kunstpatienten-Kollege« des Phantoms »Herr Schneider«, der – wie aus der Projektion an der Wand zu entnehmen – eben beim Joggen zusammengebrochen ist. Manuel Heil , Studentischer Tutor, 6. Klinisches Semester, bringt seinen Kommilitoninnen das A und O der Reanimation bei – überwacht und aufgezeichnet durch einen Monitor. Später werden sie zusammen die Aufzeichnung ansehen und besprechen, was richtig war und was hätte besser gemacht werden können. Derweil wird in der Tiefgarage die Patientenbergung nach einem Unfall durchgespielt. Das eingeklemmte Opfer muss schonend geborgen werden. Innere Verletzungen im Bauchraum nicht ausgeschlossen. Lebensgefahr, wie Rettungsassistent Franko Kessler berichtet. Übrigens: Bei »Herrn Schneider« ist der zweite Intubationsversuch glücklich gelungen.Und nicht nur das: Ein plötzlicher Blutdruckabfall – 60/28 und der Monitor schlug Alarm – wurde effizient beherrscht. Dr. Ernst ist mit den Kommilitoninnen zufrieden.
Was übrigens die Familie der Gießener »Kunstpatienten« angeht: »Herr Schneider« ist noch ein Pseudonym. Ihn doch »GISbert« zu nennen, wurde am Dienstag vorgeschlagen. Das drei Monate alte »Phantom-Baby«, an dem, wie Lehr- und Studiendekan Prof. Kreuder berichtete, demnächst die Gießener Medizinstudenten in der Fähigkeit geschult werden können, kritische Situationen auch bei Kleinsten zu erkennen und zu beherrschen, könnte man dann vielleicht »GISlinde« nennen. Sobald die »Alte Chirurgie« wie Kreuder ankündigte, zum Hörsaal-Zentrum umgebaut und »GiSim« aus der Wingertshecke wieder dorthin umgezogen ist, dürften die »GiMeds« es entschieden haben.
Mit »Herrn Schneider« auf dem OP-Tisch proben Studierende im Simulationszentrum den Ernstfall. (Foto: Schepp)
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| Quelle: Giessener Allgemeine (2010-08-18) | | Webseite: http://www.giessener-allgemeine.de/ |
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veröffentlicht von 2010-08-18 bis 2010-10-18 |
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| Ein Symbol der Kraft für Patienten |
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Uni-Klinikum zeigt Fotoausstellung von Karl-Heinz Melters mit Bildern von Mutter Teresa im Chirurgie-Neubau
Eine Ausstellung mit Fotos von Mutter Teresa und der Arbeit ihres Ordens der Missionarinnen der Nächstenliebe ist am Montag im Neubau der Chirurgie des Uni-Klinikums Gießen und Marburg eröffnet worden. Die Ausstellung ist eine Zusammenarbeit zwischen dem internationalen katholischen Missionswerk »missio« und der Klinikseelsorge des Universitätsklinikums Gießen und Marburg.
Der Leiter der katholischen Klinikseelsorge, Pfarrer Matthias Schmid eröffnete die Aus-
stellung gemeinsam mit Schwester Annette Fleischhauer, der »missio«-Diözesanreferentin im Bistum Mainz. Die Schau biete einen Einblick in das Lebenswerk von Mutter Teresa und ihren unerschütterlichen Glauben. Daraus könnten Patienten und Besucher Zuversicht schöpfen. Die Ordensschwester mache die Betrachter der Ausstellung neugierig auf ihre eigene Spiritualität, betonte Schmid.
Schmid sieht die Ausstellung als einen Impuls zum Thema Stärkung und Genesung an Leib, Seele und Geist. Dass die Fotografien in einem Krankenhaus und nicht in einer Kirche zu sehen sind, sei etwas Ungewöhnliches. Die Fotoschau gehöre aber dennoch in die Chirurgie. Bei dem Zeitmangel, der heute oftmals in der Pflege herrsche, habe das Schaffen der Friedensnobelpreisträgerin Vorbildcharakter, ergänzte Fleischhauer. Von dem besonderen Charisma Mutter Teresas, die sich in ihren »Häusern der Nächstenliebe« den Ärmsten der Armen widmete, sprach Schwester Annette, die Mutter Teresa einmal in Kalkutta treffen konnte. Sie habe durch ihre Arbeit ihren Patienten ein menschenwürdiges Sterben ermöglicht. Wie Schmid bewundere sie Mutter Teresas Glauben an die Kraft des Gebets.
Die Idee zu der Austellung sei anlässlich des 100. Geburtstages der Friedensnobelpreisträgerin am 26. August entstanden. Auch das Motto des Weltmissionssonntags am 24. Oktober »Das Engagement von Ordensfrauen in Indien« habe zu der Entstehung beigetragen.
Die Fotografien bleiben bis zum 30. August in Gießen und werden dann in den Dom nach Worms verlegt. Das Uni-Klinikum Gießen und Marburg ist der erste Träger in der Region, der die Schau zeigt. Darauf ist der Direktor des Pflegedienstes, Torsten Rantzsch, besonders stolz. »Ich freue mich, dass wir der Anfang einer Reise sind«, sagte er. Er habe den Neubau der Chirurgie stets als einen Ort der Begegnung gesehen. Die Bilder seien ein Symbol für die Kraft, die die Patienten suchten.
Insgesamt 15 ausgewählte Werke des Fotografen Karl-Heinz Melters werden auf den Ebenen 20 und 30 unter dem Titel »Ikone der Nächstenliebe« präsentiert. Melters war über 30 Jahre als Fotograf für das internationale katholische Missionswerk »missio« tätig.
Er ist einer von wenigen Fotografen, denen das Privileg zuteil wurde, Mutter Teresa zu fotografieren. Begleitet von kurzen Gebettexten geben die Bilder einen Einblick in die aufopferungsvolle Arbeit, die Teresa geleistet hat – und ihre Schwestern weltweit bis heute leisten. Wer noch mehr wissen will, kann auf Ebene 20 ein Interview mit dem Fotografen und Erklärungen zur Entstehung der einzelnen Bilder nachlesen.
Die Ausstellung im Neubau der Chirurgie ist täglich bis 19 Uhr geöffnet. Außerdem lädt die katholische Klinikseelsorge anlässlich des 100. Geburtstags von Mutter Teresa am Donnerstag, 26. August, um 15 Uhr zu einer Andacht in den Neubau der Chirurgie auf Ebene 20 ein. dsk
Zeigen sich beeindruckt von Mutter Teresas Schaffen: Prof. Norbert Katz vom Uniklinikum, Schwester Annette Fleischhauer, Pfarrer Matthias Schmid und der Direktor des Pflegedienstes, Torsten Rantzsch (v. l.). (Foto: Schepp)
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| Quelle: Giessener Allgemeine (2010-08-18) | | Webseite: http://www.giessener-allgemeine.de/ |
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veröffentlicht von 2010-08-18 bis 2010-10-18 |
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| Forschungszentrum: Wohnheim soll weg |
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Zwei Parkhäuser fraglich - Weitere Gewerbeflächen
(Äat). Es geht weiter mit dem Bauboom in Gießen. Jetzt werden über den Entwurf eines Bebauungsplanes die Weichen gestellt für das medizinische Forschungszentrum zwischen Gaffky-Straße und Aulweg. In Lützellinden wird ein Planverfahren für die Ausweisung weiterer Gewerbeflächen auf den Weg gebracht. Und mitten in der Innenstadt wird für die Flächen rund um die Johannette-Lein-Gasse, also den Fußweg zwischen Kaufhof und dem Parkhaus Schanzenstraße im Sanierungsgebiet Schanzenstraße/Mühlstraße, ein Investitionsvorhaben eines privaten Investors ermöglicht, der dortige Brachflächen bebauen will.
Von diesen Beschlüssen des Magistrats berichteten gestern Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz und Stadtbaurat Thomas Rausch. Bei der Erweiterung der Gewerbeflächen ist es der OB wichtig, die Nachbarkommunen mit in diese Vorhaben einzubeziehen. Frühzeitig, nämlich bereits bei der Aufstellung eines entsprechenden Bebauungsplanes, sollen Wetzlar, Linden und Hüttenberg eingebunden werden. Für Grabe-Bolz ist dies deshalb fast eine Art Verpflichtung, weil die benachbarte Fläche „Pfaffenpfad“ der Stadt Linden aus dem Regionalen Raumordnungsplan nach einem Gerichtsurteil wieder herausgenommen wurde.
Passieren soll das direkt an der Autobahnauffahrt in Lützellinden. Dort ist ein Autohof bereits in Betrieb. Daneben liegt das Gewerbegebiet „Rechtenbacher Hohl“, dessen Erschließung läuft. Genau gegenüber auf der anderen Seite der Rheinfelser Straße soll eine weitere Fläche von 27 Hektar Größe erschlossen werden. Ein Kreisverkehr, über den die Hohl erschlossen ist, existiert bereits. Ein weiterer könnte direkt an der Auffahrt entstehen, über den dann die Flächen auf der anderen Seite zu erreichen sind. Wie genau das alles passieren soll, das bleibt allerdings einer Verkehrsuntersuchung vorbehalten.
Das Land Hessen baut den Medizinstandort Gießen weiter aus mit der Errichtung des Forschungszentrums. Wie Rausch berichtet, sollen über einen Bebauungsplan die dafür vorgesehenen Flächen abgesteckt werden, damit die Voraussetzungen für einen Planungswettbewerb geschaffen sind. Auf der vorgesehenen Fläche existieren Gebäude, von denen eines problemlos abgerissen werden kann. Nicht angetastet werden darf die denkmalgeschützte ehemalige Lungenheilanstalt. Doch es gibt dort auch noch das Wohnheim (der Anzeiger berichtete mehrfach). Hier sollen gemeinsam mit den Bewohnern sozialplanerische Lösungen gefunden werden, damit auch dieses Haus abgerissen werden kann. Der Plan enthält noch zwei andere Bauvorhaben, nämlich zwei Parkhäuser an der Gaffky-Straße, die das Klinikum errichten möchte. Würden sie beide gebaut, müsste auch hier abgerissen werden. Ob das wirklich der Fall sein wird, steht allerdings noch nicht fest. Nach Fertigstellung des Klinikums wird nämlich erst einmal geschaut, ob dafür wirklich ein Bedarf existiert. Unangetastet bleibt der Kindergarten des Klinikums „Villa Wunderland“.
„Ziel der Planung ist die Stärkung der innenstadtnahen Wohnnutzung und die Stabilisierung des Quartiers an der Bahnhofstraße als innerstädtisches Gebiet mit gemischten Nutzungen unter Ausschluss beeinträchtigender Nutzungen.“ So heißt es in der Begründung für den Entwurfsbeschluss für einen Bebauungsplan rund um die Johannette-Lein-Gasse. Im Sanierungsgebiet sollen hier Brachen, die momentan als Parkplatz genutzt werden, bebaut werden. Das sei ganz im Sinne des Magistrats, meint Rausch, vor allem wenn diese Investitionen privat motiviert seien.
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2010-08-18) | | Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ |
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veröffentlicht von 2010-08-18 bis 2010-10-18 |
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| „Gutes für unser aller Zukunft“ |
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Förderverein für chronisch kranke Kinder erhält wertvolle Unterstützung - 3000-Euro-Spende
(juf). Der Vorsitzende des Fördervereins für chronisch kranke Kinder „KroKi“, Prof. Burkhard Brosig, nahm gestern in der Sparda-Bank-Filiale in Gießen von Filialleiter Achim Lind einen Scheck über 3000 Euro entgegen. Dabei waren auch die ehrenamtlich tätige Kristina Islinger sowie die Pädagogik-Studentin Kathrin Tamble, die nach Abschluss ihres Studiums der „Pädagogik des Jugendalters“ für den Verein weiter tätig sein wird. „Wer Kinder und Jugendliche bei so langen, oft schwierigen Krankheitsphasen unterstützt, tut Gutes für die Gesellschaft - und Gutes für unser aller Zukunft. Denn Kinder sind unsere Zukunft“, bedankte sich Brosig bei Lind. „KroKi“ wird die Spende auch für die familienbezogene Betreuung chronisch kranker Kinder sowie für die therapeutische Intervention von Diabetes mellitus bei Kindern und Jugendlichen verwenden. Der Förderverein existiert seit einem Jahr und kümmert sich um die therapeutische, aber auch familiäre Betreuung chronisch an Diabetes, Rheuma, Asthma oder Neurodermitis erkrankter Kinder und Jugendlicher. Die Betroffenen aber auch deren Angehörige finden intensive Betreuung durch Ärzte, Pädagogen, Sozialarbeiter und Ernährungsberater.
Lind dankte den Kunden, die diese Spendensumme mit ihrem Gewinnsparen, im Gewinn-Sparverein, ermöglicht hätten. Die Sparda-Bank Hessen unterstützt Vereine und Organisationen in ganz Hessen. Im vergangenen Jahr kamen aus den Mitteln des Gewinn-Sparvereins rund 1,2 Millionen Euro beisammen.
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2010-08-18) | | Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ |
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veröffentlicht von 2010-08-18 bis 2010-10-18 |
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| Simulationszentrum für Anästhesie und Notfallmedizin |
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Medizinstudenten proben den Ernstfall
GIESSEN (fod). Schritt für Schritt leiten Anne Däbritz und Cynthia Mahr bei ihrem Patienten die Narkose ein. Plötzlich ertönt ein Alarmsignal des Überwachungsmonitors: der Blutdruck ist zu niedrig und die Atmung wird zusehends schwächer. Sofort reagieren die beiden, spritzen die bei einem solchen Notfall erforderlichen Medikamente und intubieren den Patienten. Nur wenig später hat sich sein Zustand normalisiert. Zu einer Operation kommt es aber dennoch nicht, denn alles war nur eine Übung am Narkosesimulator. Und die beiden jungen Frauen sind auch keine Ärztinnen, sondern noch Medizin-Studentinnen. Am Gießener Simulationszentrum für Anästhesie und Notfallmedizin (GiSim) proben sie wie ihre Kommilitonen unter wirklichkeitsnahen Bedingungen den Ernstfall.
Und das in diesem Falle sehr erfolgreich, wie Dr. Marco Ernst seinen beiden Schützlingen, deren Handgriffe er genau verfolgt hatte, in der Nachbesprechung bescheinigt. Anne Däbritz, die jetzt ihr Praktisches Jahr in der Klinik beginnt, ist froh, dass es diese Möglichkeit gibt und sie theoretisch Erlerntes anwenden kann: „Hier lassen sich Situationen realistisch nachstellen, denen wir auch später in der Praxis begegnen.“ So konnten die angehenden Ärztinnen dank der in den Simulator eingebauten Audiokommunikation sogar mit ihrem „Patienten“ sprechen. Die gesamte Anlage, die von einem gesonderten Schaltraum aus gesteuert wird, erlaubt es, verschiedenste einprogrammierte Einsatzszenarien abzurufen. Dazu gehören auch große Videoleinwände wie die im Nachbarraum, wo sich die Medizinstudenten Katharina Hardt, Caterina Neumann und Manuel Heil um einen Notfall kümmern müssen: ein älterer Mann ist beim Joggen zusammengebrochen und bewusstlos. Das Videobild wird dann durch die vor ihnen auf dem Boden liegende Simulationspuppe ersetzt. Nachdem das EKG Herzrhythmusstörungen angezeigt hat, ist allen klar, was zu tun ist: der Sinusrhythmus muss wiederhergestellt werden. Dazu spritzt Katharina Hardt ein Medikament, während Caterina Neumann den Beatmungsbeutel betätigt. Auch hier „überlebt“ der Patient. „Das ist ein wirkliches gutes Training“, stellt Hardt fest. Schon selbst häufig im Rettungsdienst mitgefahren, kann Manuel Heil bestätigen, dass „alles absolut realistisch ist“. Und auch Dr. Julia Kolbe zeigt sich bei der Nachbesprechung zufrieden. Bereits 2007 gegründet ist das GiSim jetzt in das Gießener SkillsLab für Praktisches Lernen und Simulation, kurz GRIPS, integriert worden. Letzteres war durch eine Initiative der Fachschaft Medizin zusammen mit dem Studiendekanat und Vertretern aus Anästhesie, Chirurgie und der Kinderklinik entstanden. In den neuen Räumlichkeiten in der Wingertshecke 6 bietet es Ausbildungsmöglichkeiten, die in dieser Form bundesweit bislang einzigartig sind. „Wir tun nicht nur so, als ob wir Medikamente in der Spritze aufziehen, sondern wir tun es wirklich“, gibt Leiter Dr. Alin Schaumberg ein Beispiel für die Realitätsnähe. Die moderne Ausstattung erlaubt es, genau dieselben Geräte wie im Operationssaal oder bei Rettungseinsätzen zu benutzen. „Dass man dabei aus den eigenen Fehlern lernen soll, ist ein ganz wichtiges Element“, fügt der Anästhesist hinzu.
Laut Fachbereichsdekan Prof. Joachim Kreuder gibt es für alle 120 bis 140 Medizinstudenten der Justus-Liebig-Universität (JLU) innerhalb eines Semesters im ersten, zweiten und sechsten Kliniksemester Pflichttermine zur praktischen Ausbildung am Simulator. „Ziel muss es sein, das Ganze fest ins Curriculum einzubinden“, sagt Kreuder. So strebt man eine Erweiterung der Angebote an, die unter anderem auch schon Übungen an Säuglingen nachempfundenen Simulationspuppen beinhalten. Prof. Markus A. Weigand, Direktor der Gießener Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie, deren Ärzte die Ausbildung am Trainingszentrum leiten, bescheinigt der Einrichtung dementsprechend auch einen „Vorbild- und Modellcharakter“. In die Anschaffung der „zurzeit modernsten Apparaturen“ für Simulationen, so Alin Schaumberg, wurde bislang rund eine Million Euro investiert, die zum größten Teil aus Studienbeiträgen und Sondermitteln des Landes stammen.
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2010-08-18) | | Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ |
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veröffentlicht von 2010-08-18 bis 2010-10-18 |
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| Leser spenden für Mariusz meist in aller Stille |
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Für herzkranken Zehnjährigen wird weiter gesammelt – Computer zum Spielen würde Warten auf ein Organ erleichtern
Gießen (kw). Fußball spielen und toben darf Mariusz Stepniak wegen seines schwachen Herzens nicht, auch Spaziergänge machen ihn müde. Viel Zeit muss der Zehnjährige in der Wohnung verbringen. Während er in Gießen zusammen mit seiner Mutter Edyta Stepniak auf ein passendes Spenderherz wartet, spielt er oft am Computer. Besonders ärgerlich ist es daher für ihn, dass seit einiger Zeit sein Laptop nicht mehr funktioniert.
Das erfuhr ein Reporter von »Mittelhessen.TV« kürzlich in der Uni-Kinderklinik. Dort drehte er im Rahmen der AZ-Spendenaktion »Ein neues Herz für Mariusz« einen kleinen Film, der jetzt auf der Internetseite der Gießener Allgemeinen Zeitung zu sehen ist. Zu Wort kommen der behandelnde Arzt Dr. Jürgen Bauer, die Gießenerin Agata Schwirz, bei der die Stepniaks derzeit wohnen, und natürlich Mutter und Sohn selbst. Mariusz würde sich freuen, falls er einen zum Spielen geeigneten Rechner bekommen könnte. Wer einen solchen Computer übrig hat und ihn – vorübergehend oder dauerhaft – zur Verfügung stellen möchte, kann sich per E-Mail melden unter redaktion@giessener- allgemeine.de.
Weder der Zehnjährige noch seine Familie und Unterstützer waren mit dieser Bitte von sich aus an die Öffentlichkeit gegangen. Für sie steht die Dankbarkeit im Vordergrund für die umfassende Hilfe, die AZ-Leser bereits geleistet haben für den Jungen aus Polen, der an einer Herzmuskelerkrankung namens Dilative Kardiomyopathie leidet. Mit ihren Spenden haben sie ermöglicht, dass Mariusz überhaupt im Klinikum aufgenommen und auf die Warteliste für eine Herztransplantation gesetzt wurde. Hunderte von Lesern haben dazu beigetragen, und zwar in der Regel ganz im Stillen. Selbstverständlich hätte die Redaktion gern über einige der Menschen berichtet, die zu diesem Erfolg beigetragen haben; doch kaum ein Spender machte seine gute Tat öffentlich.
»Auf keinen Fall mit Namen genannt werden« will denn auch eine Grünbergerin, die kürzlich ihren 65. Geburtstag feierte und auf Geschenke verzichtete. »Aus Dankbarkeit darüber, dass meine zwei Enkelkinder im Alter von fünf und zwei Jahren bisher von schwerer Krankheit verschont geblieben sind«, bat die AZ-Leserin stattdessen um Spenden für Mariusz. Ihre Gäste spendeten 305 Euro, die Jubilarin stockte den Betrag auf 350 Euro auf und hat das Geld zwischenzeitlich auf das Spendenkonto bei der Deutschen Herzstiftung überwiesen. Der Redaktion teilt die Grünbergerin das nur aus einem Grund mit: »Um vielleicht andere zur Nachahmung anzuregen.«
Denn die Spendenaktion läuft weiter. In dieser Woche gingen über 1000 Euro ein, ingesamt waren bis Freitag 101 711 Euro gesammelt: Das berichtet Katarzyna Färber, ehrenamtliche Mitarbeiterin der Organisation »Hoffnungsschimmer« (»Light of hope«). Sie bereitet im Übrigen gerade einen Infostand vor, mit dem am kommenden Samstag (21. August) in ihrem Wohnort Sinn um Hilfe für Mariusz geworben wird, nämlich beim 6. Sinner Open Air mit dem 5. Gesangswettbewerb »Sinn sucht den Superstar 2010«.
Wie berichtet, lässt sich noch nicht genau einschätzen, wie teuer Mariusz’ Behandlung tatsächlich wird. Bis zu 250 000 Euro können es sein, etwa wenn er vor oder nach der Operation ein Kunstherz benötigt. Falls ein Teil der gesammelten Summe – aus welchen Gründen auch immer – nicht für Mariusz benötigt wird, wird es für Kinder in ähnlichen Notlagen verwendet.
Das Spendenkonto bei der Deutschen Herzstiftung hat die Nummer 90 003 503 bei der Commerzbank AG Frankfurt (BLZ 500 800 00), Verwendungszweck »Mariusz«.
Viele Menschen haben für Mariusz gespendet – ingesamt sind fast 102 000 Euro gesammelt.
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| Quelle: Giessener Allgemeine (2010-08-14) | | Webseite: http://www.giessener-allgemeine.de/ |
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veröffentlicht von 2010-08-16 bis 2010-10-16 |
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| Förderpreis „Klinische Infektionsforschung 2010“ für Gießener Internistin Susanne Herold |
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GIESSEN (rsh). Die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie (DGI) hat den Förderpreis „Klinische Infektionsforschung 2010“ an Dr. med. Susanne Herold, Abteilung für Innere Medizin II, Schwerpunkt Infektiologie (Prof. Dr. Jürgen Lohmeyer), vergeben. Der mit 5000 Euro dotierte Preis wird von Bayer HealthCare gestiftet und einmal pro Jahr an klinisch tätige Nachwuchswissenschaftler in der Infektiologie verliehen.
Dr. med. Susanne Herold (34) studierte in Gießen Medizin und fing dort als Assistenzärztin ihre Weiterbildung in Innerer Medizin an. Sie promovierte 2002 zum Dr. med. und absolvierte das Graduiertenkolleg „Molecular Biology and Medicine of the Lung“. Im Rahmen des PhD-Programms der Fachbereiche Human- und Veterinärmedizin promovierte sie 2008 zum PhD. Dr. Herold arbeitet aktuell klinisch als Fachärztin für Innere Medizin in der Medizinischen Klinik II und wissenschaftlich in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. J. Lohmeyer an mehreren Projekten, gefördert durch das BMBF (Klinische Forschergruppe „Pneumonie“) und durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft. Ihre Arbeiten beschäftigen sich mit der Bedeutung und funktionellen Diversität des Monozyten-Makrophagen-Systems bei Lungenentzündung mit unterschiedlichen Erregern, wie zum Beispiel Influenza-Viren. Der Preis wurde für zwei ihrer Arbeiten vergeben, die im renommierten „Journal of Experimental Medicine“ und im „American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine“ 2008 und 2009 veröffentlicht wurden.
Im Rahmen des Kongresses für Infektiologie und Tropenmedizin wurde außerdem ein Preis in Höhe von 800 Euro an Katrin Högner aus der Arbeitsgruppe von Dr. Herold und Prof. Lohmeyer verliehen.
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2010-08-09) | | Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ |
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veröffentlicht von 2010-08-09 bis 2010-10-09 |
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| Hoffnung für Patienten mit Autoimmunerkrankung |
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Wissenschaftlern gelingt Entschlüsselung eines chronischen Schmerzsyndroms
GIESSEN (rsh). Wissenschaftlern der Neurologischen Klinik des Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) gelang die Entschlüsselung eines bisher unverstandenen chronischen Schmerzsyndroms, das unter dem Namen „Morbus Sudeck“ bekannt ist.
Die Erkrankung entsteht häufig nach Frakturen oder anderen Traumen und führt zu heftigen chronischen Schmerzen und oft auch zu schweren Funktionsstörungen der betroffenen Extremität, an denen die betroffenen Patienten lebenslang leiden.
Bisher wurden Nervenschäden für dieses Syndrom verantwortlich gemacht. Eine wirksame kausale Therapie ist nicht bekannt.
Neurologen der Gießener Uniklinik unter der Leitung von Prof. Dr. Franz Blaes wiesen nun erstmals sogenannte Autoantikörper im Blut der betroffenen Patienten nach. Damit gehört der Morbus Sudeck zu den Autoimmunerkrankungen, was in völligem Kontrast zur bisherigen Lehrmeinung über die Entstehung dieser Krankheit steht. Diese Erkenntnis ist aber nicht nur von wissenschaftlichem Interesse, sondern eröffnet möglicherweise auch erstmals wirksame Behandlungsmöglichkeiten.
Unter der Leitung von Dr. Marlene Tschernatsch wird nun eine klinische Studie beginnen, bei denen Sudeck-Patienten mit intravenösen Immunglobulinen behandelt werden. Dabei handelt es sich um körpereigene Eiweiße, die sich bereits bei der Behandlung zahlreicher anderer Autoimmunerkrankungen bewährt haben. Sollte die neue Behandlung die Erkrankung tatsächlich lindern oder gar heilen, wäre das ein wissenschaftlicher Durchbruch und eine große Chance für zahlreiche Patienten.
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Betroffene Patienten, die Interesse haben an dieser Studie teilzunehmen, können sich unter 0641/99-45365 melden. Vor überzogenen Hoffnungen auf Heilung müsse jedoch zunächst gewarnt werden, da die Ergebnisse der klinischen Prüfung noch abzuwarten seien, erklärt Dr. Tschernatsch. Erste Daten würden voraussichtlich im Sommer 2011 vorliegen.
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2010-08-09) | | Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ |
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veröffentlicht von 2010-08-09 bis 2010-10-09 |
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| Ärztefortbildung auf dem 5642 Meter hohen Elbrus im Kaukasus |
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GIESSEN/KAUKASUS (fod). Das Thermometer zeigt minus 20 Grad an. Ein eiskalter Wind weht den Bergsteigern mitten ins Gesicht. Die dünne Luft in weit über 5000 Metern Höhe macht zudem jeden Schritt zur Qual. Doch die knapp 30 Teilnehmer des sportmedizinischen Lehrgangs der Klinik für Unfallchirurgie des Gießener Universitätsklinikums wussten, auf was sie sich da einlassen, als sie zusagten, Ende Juni, Anfang Juli den 5642 Meter hohen Elbrus zu besteigen. Denn der höchste Berg des Kaukasus ist auch gleichzeitig der höchste Europas, je nach Definition der innereurasischen Grenze.
„Der heftige Eissturm hätte uns fast vom Berg weggeblasen“, erinnert sich Klinikleiter Prof. Reinhard Schnettler an die entscheidenden Momente 200 Meter unterhalb des Elbrus-Westgipfels. Das Ziel so dicht vor Augen wollte natürlich jeder ganz oben stehen. Doch die Naturgewalten sollten sich als stärker erweisen. Eine Fortsetzung des Gipfelsturms hätte lebensgefährliche Folgen haben können, zumal der Sonnenuntergang immer näher rückte, die Temperaturen weiter zu sinken drohten. Und so machte die Truppe auf Anraten ihres erfahrenen Bergführers Bernd Zehetleitner kehrt und ging zurück zum Lager, von dem sie Stunden zuvor aufgebrochen war.
Die Enttäuschung hält sich bei Schnettler und Oberarzt Dr. Gabor Szalay, den beiden Hauptorganisatoren der Expedition, aber in Grenzen. „Wir können stolz darauf sein, trotz Neuschnees von 40 Zentimetern überhaupt so weit gekommen zu sein“, sagt der Klinikleiter.
Das Erklimmen des Elbrus wäre überdies nur so etwas wie ein Bonus gewesen. Denn die Exkursion sollte für die teilnehmenden und aus ganz Deutschland stammenden Ärzte in erster Linie ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Erlangung der Zusatzbezeichnung Sportmediziner sein. „Wir haben zahlreiche Untersuchungen dazu durchgeführt, wie sich die Höhe auf den Organismus auswirkt“, berichtet Szalay.
Außerdem gab es jeden Abend während des Aufenthalts im Hochgebirge Vorträge zu den unterschiedlichsten Themen, von den Teilnehmern im Zelt mit Computer und Beamer selbst gehalten. „Auch nach zehn Stunden Wanderung haben wir abends noch drei Stunden Vorträge durchgezogen“, erzählt der Oberarzt. Denn schließlich sei das Ganze „kein Ausflug, sondern eine Ärztefortbildung“ gewesen.
Um sich selbst vor den lebensgefährlichen Auswirkungen der Höhenkrankheit zu schützen, hatte man sich in den vier Tagen vor dem Gipfelsturm mit Wanderungen an die Umgebung gewöhnt und dabei die Höhe immer mehr gesteigert. Dazu gehörten natürlich auch Übernachtungen. Jedoch unter einfachsten Bedingungen, darunter zweimal in den sogenannten Botschkis, aus ehemaligen Öltanks gefertigten Schlafcontainern. „Nachts war es darin sogar im Schlafsack bitterkalt“, erzählt Schnettler. „Außerdem gab es nur zwei Plumpsklos.“ An deren Türen früher dort vorbeikommender Bergsteiger treffenderweise „House of Horror“ und „House of Pain“ geschrieben hatten.
Die Gießener Unfallchirurgen haben bereits in den Vorjahren sportmedizinische Lehrgänge im Hochgebirge durchgeführt. So bestieg man bei der Premiere den Kilimandscharo (5895 Meter), das höchste Bergmassiv Afrikas, und in den Folgejahren den Chachani (6075 Meter) in Peru, den Piz Buin, den mit 3312 Meter höchsten Berg Vorarlbergs und einen 5005 Meter hohen, vorher namenlosen, unbestiegenen Berg in Nepal, der dann den passenden Namen Amjee Peak, zu deutsch Ärzte-Spitze, erhielt. Einen Traum aber möchten sich Reinhard Schnettler (64) und Gabor Szalay (38) unbedingt noch erfüllen, nämlich einmal „auf dem Gipfel eines 7000ers stehen“. Als sie das erzählen, ist dem Fragesteller klar, dass sie auch das trotz der dann noch größeren Strapazen schaffen werden.
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2010-08-07) | | Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ |
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veröffentlicht von 2010-08-09 bis 2010-10-09 |
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| Förderpreis für Internistin Dr. Herold |
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Gesellschaft für Infektiologie vergibt Auszeichnung an Gießenerin
Gießen (pm). Die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie (DGI) hat den Förderpreis »Klinische Infektionsforschung 2010« an Dr. Susanne Herold von der Abteilung für Innere Medizin II, Schwerpunkt Infektiologie der Justus-Liebig-Universität (Prof. Jürgen Lohmeyer), vergeben. Der mit 5000 Euro dotierte Preis wird von Bayer HealthCare gestiftet und einmal pro Jahr an klinisch tätige Nachwuchswissenschaftler in der Infektiologie vergeben.
Die Preisverleihung erfolgte auf dem diesjährigen Kongress für Infektiologie und Tropenmedizin.
Dr. Herold studierte in Gießen Medizin und fing dort als Assistenzärztin ihre Weiterbildung in Innerer Medizin an. Die 34-Jährige wurde 2002 zum Dr. med. promoviert und absolvierte das Graduiertenkolleg »Molecular Biology and Medicine of the Lung«. Im Rahmen des PhD-Programms der Fachbereiche Human- und Veterinärmedizin promovierte sie 2008 zum PhD.
Susanne Herold arbeitet aktuell klinisch als Fachärztin für Innere Medizin in der Medizinischen Klinik II und wissenschaftlich in der Arbeitsgruppe von Prof. Lohmeyer an mehreren Projekten, gefördert durch das Bundesforschungsministerium (Klinische Forschergruppe »Pneumonie«) und durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft. Ihre Arbeiten beschäftigen sich mit der Bedeutung und funktionellen Diversität des Monozyten-Makrophagen-Systems bei Lungenentzündung mit unterschiedlichen Erregern, wie zum Beispiel Influenza-Viren.
Der Preis wurde für zwei ihrer Arbeiten vergeben, die im renommierten »Journal of Experimental Medicine« und im »American Journal of Respiratory and Critical Care Medi-
cine« in den Jahren 2008 und 2009 veröffentlicht wurden.
Im Rahmen des Kongresses für Infektiologie und Tropenmedizin wurde außerdem ein Preis in Höhe von 800 Euro an Katrin Högner verliehen, die der Gießener Arbeitsgruppe von Dr. Herold und Prof. Lohmeyer angehört.
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| Quelle: Giessener Allgemeine (2010-08-06) | | Webseite: http://www.giessener-allgemeine.de/ |
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veröffentlicht von 2010-08-06 bis 2010-10-06 |
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| „Rose der Hoffnung“ soll getauft werden - Behle und Lampert Paten |
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(fod). Der Startschuss zur 27. Tour der Hoffnung für krebs- und leukämiekranke Kinder am kommenden Mittwoch, 11. August, in Gießen kann kommen. „Es läuft ziemlich glatt. Wir sind richtig gut bestellt mit allem“, berichtet der sportliche Leiter Volker Klein gestern in Fernwald-Annerod. Dort nahm er gemeinsam mit Karl-Rudolf Schön, ebenfalls vom Organisationsteam, von Carla Rühl, Inhaberin des Malerfachbetriebs W. Häuser, eine der ersten diesjährigen Spenden über 1000 Euro entgegen.
Eine betrübliche Nachricht gab es für die Organisatoren dann aber doch: Die Tour-Fans müssen auf Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg verzichten, der aufgrund anderer terminlicher Verpflichtungen seine versprochene Teilnahme absagen musste. „Er möchte aber auf jeden Fall in einem der kommenden Jahre mitfahren“, fügt Volker Klein erfreut hinzu.
Die Besucher werden an den Haltepunkten des 180 Radler starken Fahrerfelds - Klein: „Wir hatten dreimal so viele Anmeldungen“ - reichlich Prominenz aus Sport, Politik und Showleben kennenlernen können. Dem von Schirmherrin Biathlon-Olympiasiegerin und -Weltmeisterin Petra Behle und Kapitän Klaus-Peter Thaler, seines Zeichens mehrfacher Querfeldein-Weltmeister, angeführten Feld gehören so illustre Namen an wie die erfolgreichen deutschen Biathletinnen Kati Wilhelm oder Andrea Henkel, Ex- Reckweltmeister Eberhard Gienger (mit Fallschirmsprung in Lich) und allerlei aktive und ehemalige Olympiasieger und Weltmeister.
Darüber hinaus bekannte Gesichter aus dem Fernsehen wie Sternekoch Johann Lafer oder Heino und Politprominenz wie Hessens Innenminister und künftiger Ministerpräsident Volker Bouffier oder der hessische Wirtschaftsminister Dieter Posch. Eine Gesamtauflistung findet sich auf der Internetseite (Adresse siehe unten) wie auch detaillierte Strecken- und Zeitpläne.
Die insgesamt 366 Kilometer lange Radtour für den guten Zweck beginnt am 11. August mit einem 44 Kilometer langen Prolog rund um Gießen. Start (10.30 Uhr) und Ziel ist dabei auf dem Gelände der Getränkeindustrie Mittelhessen im Teichweg in Wieseck.
Laut Volker Klein wird außerdem Station gemacht in Annerod beim Malereibetrieb W. Häuser - Inhaberin Carla Rühl lädt dazu alle Interessierten ab 10.30 Uhr in den Tiefenweg 17 ein -, in Steinbach bei Rewe, in Gießen bei Möbelstadt Sommerlad im Schiffenberger Tal und der Volksbank Mittelhessen in der Plockstraße sowie bei C.R. Menges Immobilien in der Alicenstraße, der SpeicherBoxx im Ludwig-Schneider-Weg und beim Sportstudio 3F in der Gießener Straße.
Außerdem wird es am kommenden Mittwoch ein ganz besonderes Ereignis geben: Wenn das Fahrerfeld in Lich bei der Privatbrauerei Ihring-Melchior einen Halt anlegt, soll dort die „Rose der Hoffnung“ getauft werden. Dabei handelt es sich um eine Spezialzüchtung von Europas größtem Rosenzüchtungsbetrieb aus Hamburg. Taufpaten werden neben Petra Behle und Prof. Fritz Lampert, einst Initiator der „Tour Peiper“, Heino, die Sängerin Géraldine Olivier und die Firma Coordes sein.
In den folgenden Tagen rollt die Tour der Hoffnung dann durch Sachsen-Anhalt und Thüringen: Mit dem Start am 12. August in Wernigerode mit dem Tagesziel Magdeburg, am 13. August von Sangerhausen bis Gotha und zum Abschluss am 14. August von Erfurt nach Halle (Saale). Die Radler werden an vielen Orten von Ministern, Bürgermeistern und Firmenvertretern empfangen, die ihre Spendenbeiträge überreichen. Seit der Erstauflage 1983 als „Tour Peiper“ sind auf diese Weise bereits an die 23 Millionen Euro zusammengekommen, wie Volker Klein ausrechnet, der seit der Premiere die Tour gemeinsam mit Organisationsleiter Gerhard Becker organisiert und auf viele Helfer zählen kann.
2009 konnte man die Rekordspendensumme von 1,308 Millionen Euro erzielen. „Und auch dieses Jahr wollen wir die Ein-Millionen-Euro-Grenze wieder knacken“, sagt Volker Klein.
Die Einnahmen kommen diesmal vor allem den Universitätskinderkliniken in Gießen, Heidelberg, Würzburg, Magdeburg, Erfurt und Halle (Saale) zugute. Durch das große ehrenamtliche Engagement fallen im Übrigen weder Personal- noch Verwaltungskosten an.
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2010-08-05) | | Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ |
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veröffentlicht von 2010-08-05 bis 2010-10-05 |
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| Mehr als 70 Anträge eingegangen |
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Mediziner aus Gießen und Marburg nutzen vierte Förderrunde der Behring-Röntgen-Stiftung
MARBURG/GIESSEN (V). Über 70 Anträge auf Unterstützung medizinischer Forschungsprojekte hat die Von Behring-Röntgen-Stiftung bis Bewerbungsschluss entgegengenommen. Aufgabe der Von Behring-Röntgen-Stiftung ist die Förderung der Hochschulmedizin der Philipps-Universität Marburg und der Justus-Liebig-Universität Gießen, heißt es in einer Pressemitteilung der Stiftung.
„Die große Resonanz auf unsere Ausschreibung zeigt, wie wichtig die Arbeit der Von Behring-Röntgen-Stiftung für die beiden medizinischen Fachbereiche ist. Mit dieser Förderrunde wird die Stiftung einen weiteren wesentlichen Beitrag zur Exzellenzbildung leisten“, erklärte der Präsident der Stiftung, Prof. Joachim-Felix Leonhard. Die Von Behring-Röntgen-Stiftung hat bereits zum vierten Mal Förderanträge angenommen. In ihren ersten drei Förderrunden hat sie insgesamt über sechs Millionen Euro für Förderprojekte, Symposien, Von Behring-Röntgen-Fellowships und Reisebeihilfen bewilligt. Mit Entscheidungen zur vierten Förderrunde können die Antragsteller zum Ende des Jahres rechnen. Die nächste Förderrunde wird voraussichtlich mit Antragsfrist im nächsten Sommer ausgeschrieben.
Zinserträge
Die im Marburger Landgrafenschloss ansässige Von Behring-Röntgen-Stiftung wurde am 8. September 2006 vom Land Hessen als rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts errichtet. Mit einem Stiftungskapital in Höhe von 100 Millionen Euro, aus dessen Zinserträgen die Förderung erfolgt, gehört sie zu den größten Medizinstiftungen in Deutschland. Gegründet wurde sie im Zuge der Fusion der Universitätskliniken Gießen und Marburg im Jahr 2005 und der anschließenden Privatisierung 2006 mit dem Ziel, an beiden Standorten neue Perspektiven für die Hochschulmedizin zu entwickeln und zu sichern. Neben Leonhard gehören dem Stiftungsvorstand die Vizepräsidenten Prof. Hans-Dieter Klenk (Marburg), und Prof. Friedrich Grimminger (Gießen) an. Ein mit 14 namhaften Wissenschaftlern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz besetzter wissenschaftlicher Beirat hat die Aufgabe, die bei der Medizinstiftung eingereichten Förderanträge zu bewerten sowie Projekte und Themenschwerpunkte zu empfehlen.
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2010-08-05) | | Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ |
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veröffentlicht von 2010-08-05 bis 2010-10-05 |
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| Operationen an winzigen Patienten im Mutterleib |
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Prof. Thomas Kohl und sein Fetalchirurgie-Zentrum zogen jetzt vom Rhein an die Lahn – Freude am Universitätsklinikum
Gießen (pm). Prof. Thomas Kohl, führender Fetalchirurg in Europa, etabliert sein Deutsches Zentrum für Fetalchirurgie und minimal-invasive Therapie (DZFT) jetzt an der Lahn. Ab sofort operiert er am Universitätsklinikum in Gießen. Ausschlaggebend für den Wechsel seien die guten Arbeitsbedingungen gewesen, teilt das Klinikum mit.
Der 48-Jährige war in den letzten acht Jahren an der Frauenklinik der Universität Bonn beheimatet. Mit ihm zog das Zentrum vom Rhein an die Lahn.
Kohl widmet sich nun unter optimierten Rahmenbedingungen weiter der Erforschung von Therapien für vorgeburtliche Erkrankungen. So operiert er Kinder im Mutterleib, die unter lebensbedrohlichen Fehlbildungen oder Funktionsstörungen – beispielsweise ihres Herzens – leiden. Dies erhöht deren Lebenschance beträchtlich. Weitere Krankheitsbilder, die Kohl im Operationsspektrum hat, sind der sogenannte offene Rücken und die Zwerchfellhernie. Sein Ziel ist es, den Erkrankungsverlauf seiner winzigen Patienten vor der Geburt aufzuhalten oder derart abzuschwächen, dass sie nach ihrer Geburt mit deutlich besseren Chancen und Prognosen behandelt werden können.
Manche Operationen Kohls seien einmalig, andere würden in Europa von nur wenigen Ärzten beherrscht, heißt es in der Mitteilung des Universitätsklinikums Gießen und Marburg (UKGM). Die Geschäftsführung freue sich, den Spezialisten gewonnen zu haben.
Thomas Kohl, geboren in Siegen, hat in Essen studiert und begann ab 1993 zunächst in den USA seine minimal-invasiven Operationstechniken für Ungeborene zu entwickeln. In den vergangenen 15 Jahren wurde seine Forschungsarbeit nahezu kontinuierlich von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert. Nach Abschluss seiner Facharztausbildung am Uniklinikum Münster und einem weiteren Jahr tierexperimenteller Vorarbeiten begann er im Sommer 2002 am Uniklinikum in Bonn mit ersten Eingriffen. Inzwischen bietet er in enger Zusammenarbeit mit Geburtshelfern, Pränatalmedizinern, Kinderärzten und -chirurgen sowie unterstützt von Instrumentebauern aus der freien Wirtschaft weltweit das größte Spektrum an minimal-invasiven vorgeburtlichen Eingriffen an. Näheres im Internet: www.dzft-giessen.de.
Prof. Kohl operiert Ungeborene mit Methoden, von denen er die meisten selbst entwickelt hat. (Foto: pv)
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| Quelle: Giessener Allgemeine (2010-08-03) | | Webseite: http://www.giessener-allgemeine.de/ |
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veröffentlicht von 2010-08-03 bis 2010-10-03 |
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| Mariusz blickt voraus: »Endlich Fußball spielen« |
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Der Zehnjährige und seine Mutter warten jetzt in Gießen auf ein neues Herz – Dank an Spender, Ärzte und Unterstützer
Gießen (kw). Jede Minute könnte das Telefon klingeln und die erlösende Nachricht bringen. Monatelang hat die Familie Stepniak in der polnischen Stadt Zgierz mit diesem Wissen gelebt. Dann stand fest: Für den herzkranken Mariusz war so viel Geld gesammelt worden, dass die Gießener Uni-Kinderklinik ihn aufnahm. Jetzt geht es dem Zehnjährigen und seiner Mutter noch einmal ähnlich. »Man hofft auf den Anruf. Aber sobald er kommt, hat man auch Angst um das Kind«, schildert Edyta Stepniak ihre Gefühlslage während des Wartens auf ein passendes Spenderherz. Seit Donnerstag steht ihr Sohn auf der Transplantationsliste. »Damit ist ein Traum in Erfüllung gegangen«, sagt seine Mutter.
Edyta Stepniak ringt manchmal um Fassung. Auch Katarzyna Färber aus Sinn, die mit der Organisation »Hoffnungsschimmer« (»Light of Hope«) die Spendenaktion ins Rollen gebracht und die AZ als Partner gewonnen hat, muss zwischendurch zum Taschentuch greifen. Die Erwachsenen sind bewegt vor Freude und Dankbarkeit darüber, dass der an einer Herzmuskelerkrankung namens dilatative Kardiomyopathie leidende Junge nun Patient im Gießener Kinderherzzentrum sein darf. Zugleich hegen sie Hoffnungen und Befürchtungen, was die Zukunft betrifft. »Mit einem gesunden Kind nach Hause zurückkehren« – das wäre für Edyta Stepniak die Erfüllung des nächsten großen Traums. Sie wagt noch nicht so recht daran zu glauben.
Mariusz selbst, der seit früher Kindheit immer wieder Krankenhausaufenthalte und lebensbedrohliche Situationen bewältigt hat, blickt optmistisch voraus. »Ich habe keine Angst vor der Operation«, sagt er. Auf das Leben mit einem neuen Herzen freue er sich unter anderem, weil er »unbedingt endlich Fußball spielen will«. Vielleicht in dem Trikot, das Bayern München über »Hoffnungsschimmer« für ihn gespendet hat? Noch ist es deutlich zu groß für den schmächtigen Zehnjährigen, doch wenn er erst einmal die Herzverpflanzung gut überstanden hat, könnte er bald einiges an Wachstum aufholen.
»Wir wissen genau, wie groß die Hilfe ist. Wir sind sehr glücklich, dass so viele Deutsche einem Jungen aus Polen helfen«, betont Edyta Stepniak. Das Interview möchte sie vor allem nutzen, um Danke zu sagen: Den Spendern, den Ärzten, den Aktiven von »Hoffnungsschimmer«, der Gießener Allgemeinen Zeitung und allen anderen Unterstützern. »Es war ein schwerer Weg, der uns viel Kraft gekostet hat«, blickt sie zurück auf die Monate des Wartens und Hoffens. Als das Rhön-Klinikum, Träger des Gießener Universitätsklinikums, vor zwei Wochen mitteilte, dass Mariusz behandelt werden kann, habe die Familie »nur Glück« empfunden.
Nun heißt es erneut Warten. Weil Mariusz’ Gesundheitszustand stabil ist, muss er nicht stationär im Klinikum liegen. Gemeinsam mit seiner Mutter lebt er die meiste Zeit in Gießen bei einer Bekannten namens Agata, die im Klinikum arbeitet und Polnisch spricht. Die Wochenenden verbringen die Stepniaks in der Regel bei Familie Färber in Sinn.
Womit sie sich ablenken? Mit einem möglichst normalen Alltag, schildert Edyta Stepniak. Sie beteilige sich am »Haushalt, Kochen, Einkaufen«, Mariusz sitze oft am Computer. Fürs Lernen habe sie ihren Sohn nicht begeistern können, erzählt sie: Schließlich seien Sommerferien, ließ er sie wissen. Beide vermissten Mariusz’ Vater und älterer Bruder, die in Polen unter anderem damit beschäftigt sind, die Wohnung so zu renovieren, dass Mariusz dort in einer möglichst keimfreien Umgebung leben kann. Einen Besuch der beiden in Deutschland kann sich die Familie nicht ohne Weiteres leisten.
Jede Woche wird Mariusz im Klinikum medizinisch untersucht, bisher geht es ihm recht gut. Vor einigen Tagen plagte ihn ein schlimmer Migräne-Anfall, demnächst sollen seine Zähne zur Operationsvorbereitung behandelt werden.
Etwa 100 000 Euro haben Menschen in Polen und Deutschland mittlerweile für Mariusz gespendet. Weil die Behandlung auch deutlich teurer werden könnte, wird um weitere Spenden gebeten. Sollte das Geld – aus welchen Gründen auch immer – nicht für Mariusz benötigt werden, so würde es für andere Kinder mit ähnlichen Schwierigkeiten eingesetzt. Das Spendenkonto bei der Deutschen Herzstiftung hat die Nummer 90 003 503 bei der Commerzbank AG Frankfurt (BLZ 500 800 00). Als Verwendungszweck sollte »Mariusz« angegeben werden.
Nur noch heute teilnehmen können Interessierte an der Verlosung der Porzellanpuppe, die die Künstlerin Brigitta Wepler aus Mücke-Bernsfeld für Mariusz zur Verfügung gestellt hat. Bei wem »Christina« einziehen wird, gibt die AZ in der kommenden Woche bekannt.
Mariusz freut sich über das Fußballtrikot, das der deutsche Rekordmeister Bayern München über die Organisation »Hoffnungsschimmer« für ihn gespendet hat. Dass er in nicht allzu ferner Zukunft selbst darin spielen kann, hoffen auch seine Mutter Edyta Stepniak (l.) und Katarzyna Färber von »Hoffnungsschimmer«. (Foto: Geck)
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| Quelle: Giessener Allgemeine (2010-07-31) | | Webseite: http://www.giessener-allgemeine.de/ |
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veröffentlicht von 2010-07-31 bis 2010-09-30 |
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| Gießener Experten helfen Traumatisierten - Dr. Markus Stingl erläutert Behandlung |
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GIESSEN. Eingekeilt zwischen Tausenden von Menschen. Es gibt kein Vor und kein Zurück. Der Druck auf den Brustkorb wird immer stärker, das Atmen fällt zunehmend schwerer. Derweil sterben in direkter Nähe Menschen, ersticken oder werden totgetrampelt. So erlebten es viele Teilnehmer bei der Loveparade in Duisburg. Während die meisten keine körperlichen Schäden erlitten, sind doch bei manchen Narben auf der Seele zurückgeblieben. Psychologen sprechen dabei von einer posttraumatischen Belastungsstörung. Auch an der Gießener Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie gibt es für Betroffene Hilfe, dort wird seit Anfang des Jahres eine Traumasprechstunde angeboten.
Im Gespräch mit dem Anzeiger erläutert Leiter Dr. Markus Stingl am Beispiel der Duisburger Ereignisse, wie sich seelische Schäden äußern und wie sie behandelt werden können. „Jeder Mensch geht anders mit einem solchen Erlebnis um. Die einen extrovertiert, die anderen in sich gekehrt“, stellt der 40-jährige Psychologische Psychotherapeut zunächst einmal fest. Wer aber über kein gutes soziales Netz verfügt, das ihn auffängt, läuft Gefahr, dass aus unverarbeiteten Erinnerungen schwere Ängste erwachsen und das Alltagsleben massiv beeinflussen. Alarmfaktoren können sein: Wiederkehrende Alpträume, Ein- und Durchschlafstörungen, erhöhter Puls und Blutdruck, eine gesteigerte Schreckhaftigkeit oder Schwindel. „Bei den Betroffenen kommt es auf einmal zu Flashbacks. Können schon Töne und Gerüche verdrängte Bilder ins Gedächtnis rufen und die damalige Situation so real wieder erleben lassen, als ob sie gerade passiert“, beschreibt Stingl einen typischen Verlauf. Im Falle von Duisburg sind das der schreckliche Anblick toter, sterbender oder schwer verletzter Menschen, Schmerzens- und Hilfeschreie aus der Menge, das selbst erlebte Engegefühl und die Luftnot.
„Bei Traumatisierten, wie etwa auch bei zahlreichen Loveparade-Teilnehmern, haben diese Erlebnisse zu einer massiven Erschütterung des Weltvertrauens geführt“, analysiert der Psychologe. Sie verlören das Gefühl, künftig noch Einfluss auf ihre Umgebung nehmen zu können, entwickelten Depressionen und würden sich immer mehr von ihren Mitmenschen isolieren. Während einige in einen Schockzustand verfallen oder sich gar eine Mitschuld am Tod anderer geben. Irgendwann sind dann das Ausmaß der Beschwerden und der Leidensdruck derart hoch, dass Hilfe in Anspruch genommen werden muss. Laut Markus Stingl könne das eine Verhaltenstherapie sein, wie zum Beispiel eine Konfrontation mit den Erinnerungen durch das Anschauen von Filmaufnahmen oder Bildern. Oder eine tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie zur Bewältigung der entstandenen Konflikte. „Beides sind etablierte und anerkannte Verfahren, die von den Krankenkassen bezahlt werden“, meint der Psychologe. Parallel oder im Anschluss biete sich zudem der Besuch einer Selbsthilfegruppe an, „um sich mit anderen Betroffenen über die Erfahrungen und Gefühle auszutauschen“.
Als eine weitere „sehr effektive Behandlungsmethode“, so Stingl, hat sich auch das an der Gießener Klinik angebotene EMDR-Verfahren (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) erwiesen. Hierbei folgt der Patient mit den Augen der sich hin und her bewegenden Hand des Therapeuten, während er sich an das belastende Erlebnis erinnert. Man könne damit das Gleiche wie mit einer verhaltens- oder tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie erreichen, „nur in viel kürzerer Zeit. Bei Einzeltraumatisierungen reichten in manchen Fällen schon drei oder vier Sitzungen“, berichtet der Psychologe. Da zwar der Erfolg belegt, die genaue Wirkweise aber noch relativ unklar ist, wird derzeit in Gießen eine Studie durchgeführt. Vorgesehen sind dafür 192 Patienten mit einer Einzeltraumatisierung. Alle Patienten erhalten kostenlos eine EMDR-Therapie durch einen Spezialisten.
Es werden noch Teilnehmer gesucht, Interessenten können sich direkt bei der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie melden. In der dortigen Ambulanz werden jährlich rund tausend Patienten betreut, schätzt Markus Stingl und vermutet, dass davon „ein großer Prozentsatz auch ein Trauma in ihrer Vorgeschichte haben“.
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2010-07-31) | | Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ |
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veröffentlicht von 2010-08-02 bis 2010-10-02 |
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| Hilfe für traumatisierte Menschen: Spezielle Sprechstunde gestartet |
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Spezielle Sprechstunde mit Studie zu EMDR-Therapie gestartet - Noch Teilnehmer gesucht
GIESSEN (V). Das tödliche Gedrängel auf der Loveparade in Duisburg hat viele Teilnehmer schockiert. Viele haben um ihr Leben gefürchtet, haben andere Menschen sterben sehen und konnten nicht helfen. Traumatisiert aber sind auch die Einsatzkräfte, die versucht haben, Leben zu retten. Eine solche Massenpanik, aber auch schwere Verkehrsunfälle oder Überfälle, lebensbedrohliche Erkrankungen sowie Naturkatastrophen oder Kriegserlebnisse können Menschen nachhaltig traumatisieren. Sie entwickeln Schlafstörungen, sind angespannt und erleben in der Erinnerung die Katastrophen noch nach Jahren so, als wären sie ganz aktuell.
Diese Symptome sind Anzeichen einer posttraumatischen Belastungsstörung. Die Klinik für Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie am Uniklinikum in Gießen startet nun ein Forschungsprojekt zur Behandlung von Patienten mit posttraumatischen Belastungsstörungen. Dafür werden noch Teilnehmer gesucht, heißt es in einer Pressemitteilung.
EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) sei ein effektives Verfahren zur Behandlung von diesen Menschen. Bei dieser Methode folge der Patient mit den Augen der sich hin und her bewegenden Hand des Therapeuten, während er sich an das belastende Erlebnis erinnert. Dieses Durcharbeiten der belastenden Erlebnisse führe zu einer deutlichen Verbesserung der Beschwerden. Die Wirksamkeit der EMDR-Behandlung sei wissenschaftlich bereits sehr gut nachgewiesen. Dennoch sei nach wie vor unklar, wie EMDR wirke. „Wird der spezifische Effekt durch die Augenbewegungen ausgelöst und aktiviert die Therapie auf diese Weise ähnliche Verarbeitungsprozesse wie der REM-Schlaf?“ In dieser Schlafphase bewegen sich die Augen schnell hin und her, und es wird intensiv geträumt und wir verarbeiten die Erlebnisse des Tages. Unter anderem diese Frage überprüfen die Wissenschaftler der JLU bei insgesamt 192 Patienten mit posttraumatischer Belastungsstörung. Alle Patienten erhalten kostenlos eine EMDR-Therapie durch einen EMDR-Spezialisten. Unterschiedliche Anwendungen von EMDR werden miteinander verglichen. Während der Therapie werden Herz-Kreislauf-Funktionen begleitend gemessen.
Prof. Johannes Kruse, Chefarzt der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie, ist für die Studie verantwortlich. Er setzt große Erwartungen in das Projekt: „Wir gehen davon aus, dass die Studie einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung der Wirkmechanismen der EMDR-Behandlung erbringen wird. Damit bietet sie eine Grundlage für weitere Verbesserungen der psychotherapeutischen Behandlung der posttraumatischen Belastungsstörungen.“ Die ersten Behandlungen im Rahmen der Studie haben bereits begonnen, wie die Universität mitteilt. Dr. Markus Stingl, Leiter der Traumasprechstunde in der Ambulanz der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie und Projektkoordinator, berichtet über sehr erfolgreich verlaufende EMDR-Therapien. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert die Studie, die in Kooperation mit der Technischen Universität München durchgeführt wird, zunächst für einen Zeitraum von drei Jahren.
Für die Studie werden noch Patienten gesucht, die an posttraumatischer Belastungsstörung leiden und einen Therapiewunsch haben. Die Kontaktaufnahme ist möglich über die Traumasprechstunde der Ambulanz der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie bei Dr. Markus Stingl, Ludwigstraße 76, 35393 Gießen, telefonisch unter 0641/99-45631.
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2010-07-28) | | Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ |
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veröffentlicht von 2010-07-28 bis 2010-09-27 |
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| Ist ein Bakterium Mitverursacher von Morbus Crohn? |
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Bund fördert Gießener Forschungsprojekt für weitere drei Jahre – Tier- und Humanmedizin beteiligt
Gießen (pm). Ist ein Bakterium mitverantwortlich für die Entstehung der chronisch-entzündlichen Darmkrankheit Morbus Crohn beim Menschen? Im Verdacht steht das Mycobacterium avium subsp. paratuberculosis (MAP). Im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Forschungsverbundes »ZooMAP: Mycobacterium avium subsp. paratuberculosis – von der Johne’schen Krankheit zum Morbus Crohn (MC)« untersuchen Forscher der Justus-Liebig-Universität Gießen um die Professoren Michael Bülte (Institut für Tierärztliche Nahrungsmittelkunde) und Elke Roeb (Zentrum für Innere Medizin) seit einiger Zeit diesen möglichen Zusammenhang.
Das Gießener Teilprojekt »ZooMAP: Korrelation zwischen MAP, MC und Dysplasie und Nachweis von MAP in Kuhmilch, humanen und murinen Gewebeproben mittels RT-PCR« wird für weitere drei Jahre vom Bund über den Projektträger Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt gefördert, und zwar mit knapp 360 000 Euro.
Die Gießener Forscher beschäftigen sich mit dem Vorkommen des Bakteriums MAP in Milch, weil dies einen möglichen Übertragungsweg darstellen kann. Mit einem modernen molekularbiologischen Verfahren – der Real Time Polymerase-Kettenreaktion (PCR) – wollen sie MAP-Zellen in Rohmilch, hitzebehandelter Milch und Milchprodukten nachweisen. Weiterhin sollen unter anderem Methoden für die Unterscheidung lebender und toter MAP-Zellen evaluiert werden. Alle neuen methodischen Ansätze werden auf ihre Patentwürdigkeit mit dem Ziel der späteren Kommerzialisierung geprüft.
Insgesamt forschen sechs Arbeitsgruppen aus der Immunologie, Tier- und Humanmedizin mit unterschiedlichen Ausrichtungen im Forschungsverbund ZooMAP über den Zusammenhang zwischen dem Bakterium MAP und Morbus Crohn. Neben den Gießener Arbeiten zum Vorkommen von MAP in Milch gibt es Projekte zu unterschiedlichen Erscheinungsformen von MAP und ihrer krankheitserregenden Bedeutung, zur Relevanz von MAP beim Kolorektalkrebs des Menschen, zur Verbesserung der MAP-Diagnostik, zur molekularen Typisierung von MAP-Isolaten und zur Entwicklung eines Mausmodells. Die Erkenntnisse sollen zur besseren Risikoabschätzung der noch ungeklärten und regional unterschiedlichen Bedeutung von MAP beim Morbus Crohn des Menschen beitragen. Mit mehreren Forschungsverbünden will das BMBF die in Deutschland vorhandenen Kompetenzen aus Human- und Veterinärmedizin zu zoonotischen Infektionskrankheiten – das sind Infektionskrankheiten, die zwischen Mensch und Tier übertragbar sind – in interdisziplinären Forschungsverbünden zu gesundheitspolitisch relevanten Erregern/Erreger-Gruppen bündeln. Die Arbeit der Verbünde konzentriert sich vor allem darauf, die Übertragung relevanter zoonotischer Erreger vom Tier auf den Menschen zu erforschen. Dabei sollen Projekte von der Grundlagenforschung bis zur klinischen Forschung bearbeitet werden. Das Gießener ZooMAP-Teilprojekt wurde in der ersten Förderperiode ab 2007 mit 274 000 Euro gefördert.
Weitere Informationen im Internet: www.gesundheitsforschung-bmbf.de/ de/1721.php#ZooMap.
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| Quelle: Giessener Allgemeine (2010-07-24) | | Webseite: http://www.giessener-allgemeine.de/ |
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veröffentlicht von 2010-07-24 bis 2010-09-23 |
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| Mariusz ist bereit für Operation |
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Alle Voruntersuchungen gut verlaufen – Vogelsbergerin spendet Porzellanpuppe
Gießen (ta/kw). Narkose kann Mariusz Stepniak eigentlich gar nicht leiden. In dieser Woche hat er sie gleich mehrmals erdulden müssen, nämlich für eine Herzuntersuchung per Katheter und zum Zähneziehen. Der Zehnjährige musste anfangs außerdem wegen Infektionsverdacht in seinem Zimmer in der Gießener Universitäts-Kinderklinik bleiben. Alle Untersuchungen und Behandlungen hat der Junge gut überstanden. Nun ist er bereit für die Herztransplantation.
Mariusz kann aufgenommen werden in die Liste der Organisation Eurotransplant. Zwischen einigen Tagen und einem Jahr kann es dauern, bis ein passendes Herz zur Verfügung steht. Während er auf ein Organ wartet, darf Mariusz sich im Umkreis von 50 Kilometern um Gießen frei bewegen, so lange sein Gesundheitszustand stabil bleibt. Mit seiner Mutter Edyta Stepniak wohnt er nun bei einer Bekannten in Gießen, jede Woche wird er in der Uniklinik untersucht.
Die Unterstützungsaktionen gehen indes weiter. Auch in den vergangenen Tagen wurden Spenden überwiesen, insgesamt weitere knapp 2000 Euro. Auf den Konten der Deutschen Herzstiftung, der Organisation »Hoffnungsschimmer« (»Light of Hope«) und der Stiftung Gajusz in Polen liegen inzwischen mehr als 98 000 Euro, die für Mariusz’ Behandlung gesammelt wurden.
Mit einem besonderen Angebot hat sich nun Brigitta Wepler an die Gießener Allgemeine Zeitung gewandt. Mit der Versteigerung einer großen Porzellanpuppe aus ihrer kleinen Werkstatt hat die Hobbykünstlerin aus Mücke-Bernsfeld in den vergangenen Jahren schon mehrere Spendensammlungen kräftig aufgestockt. Nun hat sie für die Hilfsaktion »Ein neues Herz für Mariusz« eine neue Puppe im Herstellungswert von rund 300 Euro zur Verfügung gestellt.
Wer dieses gut 70 Zentimeter große Kunstwerk haben möchte, muss zunächst 5 Euro auf ein Sonderkonto dieser Zeitung einzahlen. Unter allen Interessierten, die bis zum kommenden Samstag (31. Juli) ihre Spende auf ein eigens für diese Aktion eingerichtetes Konto überwiesen haben, wird die Puppe verlost. Die Einzahlung muss auf das Konto Nr. 42 43 07 der Mittelhessischen Druck- und Verlagsgesellschaft bei der Volksbank Mittelhessen (BLZ 513 900 00) erfolgen. Bitte unbedingt das Stichwort »Puppe« verwenden. Zur Benachrichtigung des Gewinners werden außerdem Postadresse, Mailbriefkasten oder Telefonanschluss des Spenders benötigt. Es versteht sich von selbst, dass nach dem 31. Juli alle Einzahlungen an das Sonderkonto »Mariusz« bei der Deutschen Herzstiftung weitergeleitet werden.
Dorthin kann jeder Geld überweisen, der nicht die Puppe ersteigern, aber für Mariusz spenden möchte: Nummer 90 00 35 03 bei der Commerzbank AG Frankfurt (BLZ 500 800 00). Als Verwendungszweck sollte »Mariusz« angegeben werden.
Wer möchte »Christina« haben? Die große Porzellanpuppe mit hochwertiger Bekleidung im Landhausstil, von Brigitta Wepler gefertigt, wird zugunsten der AZ-Spendenaktion »Ein neues Herz für Mariusz« versteigert. (Foto: ks)
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| Quelle: Giessener Allgemeine (2010-07-24) | | Webseite: http://www.giessener-allgemeine.de/ |
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veröffentlicht von 2010-07-24 bis 2010-09-23 |
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| Vierter Adventskalender für den guten Zweck |
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Lions Club Gießen – Burg Gleiberg organisiert erneut Aktion zugunsten der Gießener Universitäts-Kinderklinik
Gießen (kio). Der Lions-Club Gießen – Burg Gleiberg organisiert nun zum vierten Mal in Folge die Produktion eines Adventskalenders – der Erlös kommt der Gießener Kinderklinik zugute. Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz ist Schirmherrin für das Projekt. »Vergangenes Jahr sind 10 000 Euro zusammengekommen. Das wollen wir dieses Jahr noch toppen«, sagt Thomas Arndt vom Lions Club.
Derzeit unterstützen das Spielwarengeschäft J. H. Fuhr und die Sparkasse Gießen das Vorhaben – weitere Sponsoren werden noch gesucht. Der Erlös geht an ein Pantomime-Projekt in der Kinderklinik, welches von einer wissenschaftlichen Studie begleitet wird.
Ab November soll der Adventskalender erhältlich sein. An den letzten zwei Samstagen vor dem Ersten Advent – am 20. und 27. November – werden die Kalender im Seltersweg direkt von den Lions-Mitgliedern verkauft, ansonsten sind sie in mehreren Geschäften erhältlich. 4000 Exemplare soll es von dem Kalender geben.
Das Besondere: Hinter den Türchen befindet sich keine Schokolade, sondern viele Preise. »Bei diesem Projekt gibt es nur Sieger. In erster Linie wird den Kindern geholfen und die Käufer haben ein nettes Weihnachtspräsent«, erklärt Dr. Peter Sauerwein, Präsident des Clubs.
Das Motiv wurde bei einem Malwettbewerb gesucht: Kleine Patienten, die in der Kinderklinik Gießen stationiär aufgenommen waren, durften ihre Vorschläge einreichen. Stadtrat Harald Scherer, Thomas Arndt vom Lion Club Gießen – Burg Gleiberg und Frauke Döll, Stufenleiterin der Hans-Rettig-Schule für Kranke fungierten als Jury und wählten die ersten drei Plätze aus.
Auf dem ersten Platz ist Angela Wobbe gelandet, ihr Bild wird den Adventskalender schmücken. Außerdem erhält sie einen Geschenkgutschein über 50 Euro von J. H. Fuhr. Den zweiten Platz erlangte Severin Arnhold, er bekommt einen Gutschein in Höhe von 30 Euro. Der dritte Platz ging an Alexander Buchengaus, auch er bekommt einen Gutschein über 20 Euro. Die kleinen Künstler, die auf dem vierten bis sechsten Platz gelandet sind, erhalten je einen Kinogutschein, der von der Sparkasse gesponsert worden ist.
Wer sich Adventskalender vorbestellen möchte, kann eine E-Mail schreiben an die Adresse: mail@
lc-giessen-burg-gleiberg.de.
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| Quelle: Giessener Allgemeine (2010-07-24) | | Webseite: http://www.giessener-allgemeine.de/ |
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veröffentlicht von 2010-07-24 bis 2010-09-23 |
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| Damit kaputte Knochen besser heilen: Mediziner der JLU suchen Werkstoffe für Hartgeweberegeneration |
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GIESSEN. Der stetig zunehmende Anteil älterer Menschen an der Gesellschaft macht sich auch bei den Operationszahlen in Krankenhäusern bemerkbar. Denn bei mittlerweile „jeder zweiten Frau und jedem fünften Mann über 50 Jahre ist eine Fraktur Osteoporose-bedingt“, berichtet Prof. Reinhard Schnettler im Gespräch mit dem Anzeiger. Umso mehr freut sich der Direktor der Klinik für Unfallchirurgie des Gießener Universitätsklinikums, dass die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) Wissenschaftlern der Justus-Liebig-Universität (JLU) sowie Kollegen in Heidelberg und Dresden den Sonderforschungsbereich/Transregio 79 „Werkstoffe für die Hartgeweberegeneration im systemisch erkrankten Knochen“ bewilligt hat.
Allein in den kommenden vier Jahren der ersten Förderperiode werden den Experten für die Entwicklung effizienterer Knochenersatzmaterialien und Implantatwerkstoffen 8,5 Millionen Euro zur Verfügung stehen, wovon der Hauptanteil nach Gießen fließt. Neben dem von SFB-Sprecher Reinhard Schnettler geleiteten Labor für Experimentelle Unfallchirurgie gehören dem Forschungsverbund an der JLU mit Teilprojekten noch das Zentrum für Radiologie, das Institut für Veterinäranatomie sowie das Physikalisch-Chemische Institut an.
Obwohl die Verwendung künstlicher Materialien zur Reparatur gebrochener Knochen zur klinischen Routine gehört - Schnettler: „Bei uns vergeht fast kein Tag ohne den Gebrauch von Knochenersatzmaterialien“ - sind die Langzeitergebnisse nicht so gut wie erwünscht. Denn immer wieder passiere es gerade bei älteren Patienten, dass sich eingesetzte Titanplatten und Schrauben „lockern und keinen Halt mehr im Knochen finden“.
Zwei wesentliche Ursachen dafür, die auch als Knochenschwund bezeichnete Osteoporose sowie das Multiple Myelom, eine bösartige Krebserkrankung des Knochenmarks, stehen im Mittelpunkt der Forschungsarbeiten. „Bei beiden Krankheiten kommt es zu einer erhöhten Tätigkeit der knochenabbauenden Osteoklasten und gleichzeitig einer erniedrigten Funktion der knochenaufbauenden Osteoblasten“, erläutert der Chirurg die Problematik. Diese Zelltypen befänden sich im „lebendigen Gewebe Knochen“ sonst im Gleichklang.
In der Gießener Unfallchirurgie bekam man es allein 2009 mit 4500 Operationen zu tun, von denen etwa 60 Prozent Frakturen betreffen. Darunter auch solche von einem oder mehreren Wirbelkörpern der Wirbelsäule oder des Oberschenkelhalses, beides folgenreiche Diagnosen. „Gefühlte 25 Prozent davon sind ältere Menschen“, sagt Schnettler. Schon jetzt gebe es bundesweit rund 7,8 Millionen osteoporotische Patienten, Tendenz steigend. Und so ist die Hoffnung groß, innerhalb des SFB neue Implantate und Medikamente, die stimulierend auf die knochenaufbauende Osteoblasten-Tätigkeit wirken, zu entwickeln. Nach acht Jahren, sofern dann auch eine dritte vierjährige Förderperiode genehmigt würde, sollen klinische Studien folgen. Angesichts der vielen Betroffenen, deren Lebensqualität nach einer Fraktur enorm beeinträchtigt ist, weiß der Arzt um die Bedeutung effektiverer Behandlungsformen: „Wenn es klappt, wäre das etwas ganz Fantastisches, sagt er.
Zunächst aber steht die experimentelle Phase im Vordergrund. Und hier besteht enormer Nachholbedarf. Denn: „Die osteoporotische Frakturheilung ist noch nicht grundlegend erforscht“, so Schnettler. Deshalb gilt es herauszufinden, wie sich das ständig erneuernde Knochengewebe aus Knochenbälkchen (Spongiosa) und Knochenmark, das wichtigste blutbildende Organ des Menschen, nach einer Operation entwickelt.
Neuartige Legierung
Darüber hinaus soll in Zellkulturen untersucht werden, wie Knochenzellen zu einem stärkeren Wachstum angeregt werden und so die zerstörte Substanz ersetzen können. Um klinische Tests einer in Dresden entwickelten neuartigen Legierung für eingesetzte Titanplatten, in die auch das Gießener Physikalisch-Chemische Institut eingebunden ist, wird es ebenso gehen wie um die in Zusammenarbeit mit den Heidelberger Kollegen vom dortigen Krebsregister laufenden Forschungen zum Multiplen Myelom. Für ausreichend Projektthemen ist also gesorgt.
Zeitgleich wurden von der DFG zwei weitere Sonderforschungsbereiche/Transregios mit Gießener Beteiligung bewilligt: das ist zum einen der SFB/TRR 84 „Angeborene Immunität der Lunge: Mechanismen des Pathogenangriffs und der Wirtsabwehr in der Pneumonie“ sowie der SFB/TRR 81 „Chromatin-Veränderungen in Differenzierung und Malignität“.
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2010-07-24) | | Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ |
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veröffentlicht von 2010-07-26 bis 2010-09-25 |
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| Kleine Patientin malt Titelbild für Lions-Adventskalender - Zuletzt 10.000 Spenden eingenommen |
(fod). Der im Vorjahr zum dritten Mal vom Lions Club Gießen Burg-Gleiberg verkaufte Adventskalender war weggegangen wie warme Semmeln. Eine mit 2700 Exemplaren restlos ausverkaufte Auflage erbrachte eine Spendensumme von 10 000 Euro, die dem Pantomimen-Projekt an der Kinderklinik des Gießener Universitätsklinikums zugutekamen. Das möchten die Lions natürlich mit dem Verkauf des Adventskalenders 2010, der Mitte November startet, übertreffen.
Ebenso wird es wieder eine Verlosungsaktion geben, wozu man hofft, bei Gießener Geschäften an die 300 Preise zu bekommen. Die ausgelosten Gewinnnummern, eine steht auf jedem Kalender, werden dann in der Adventszeit täglich vom Medienpartner Gießener Anzeiger und auf der Homepage des Lions Club Gießen-Burg Gleiberg veröffentlicht.
Bei der gestrigen Prämierung des Malwettbewerbs wurden die schönsten Zeichnungen der kleinen Patienten vorgestellt. Lions-Präsident Dr. Peter Sauerwein kündigte an, dass eine Auflage „zwischen drei- und viertausend Kalendern“ gedruckt werden soll.
Dabei wird jeder Kalender für günstige fünf Euro verkauft. Für dieses ideale Adventsgeschenk gesucht wurde in der Kinderklinik mit dem Malwettbewerb, der unter dem Motto „Weihnachtskrippe“ stand, das Coverbild. Am besten gefallen hat der Jury die Zeichnung von Angela Wobbe, die dafür als Hauptpreis 50 Goldtaler gewann, womit sie bei J.H.Fuhr einkaufen gehen darf. 30 Goldtaler des Spielwarenfachgeschäfts gibt es für den Zweitplatzierten Severin Arnold und 20 für den Dritten Alex Buchgamer. Die Viert- bis Sechstplatzierten gewannen Kinogutscheine, die die Sparkasse Gießen gespendet hat.
Kliniksleiter Prof. Klaus-Peter Zimmer sprach den Mitgliedern des Lions Club Gießen-Burg Gleiberg, von dem gestern neben Peter Sauerwein auch noch Thomas Arndt, Dirk Becker und Peter Reinwald zugegen waren, für das anhaltende Engagement für die Klinik und chronisch kranke Kinder seinen herzlichen Dank aus. Dem schloss sich auch Jury-Mitglied Frauke Döll, Stufenleiterin der Hans-Rettig-Schule, an, deren Lehrkräfte die schulpflichtigen Kinder auf der Station unterrichten und betreuen.
Wie Zimmer betonte, soll das seines Wissens nach „weltweit einzigartige“ Pantomimen-Projekt dabei helfen, den Zugang zu den mit komplexen Problemen belasteten chronisch kranken Kindern zu verbessern.
Dabei geht es unter anderem darum, die kleinen Patienten zur Einhaltung der Vorgaben etwa bei Diabetes oder eine spezielle Ernährung zu schulen. „Wir haben bereits gute Erfahrungen damit gemacht“, berichtete der Arzt. Langfristig soll aus dem Projekt eine die Behandlung begleitende Therapieform entwickelt werden. Stadtrat Harald Scherer, der Jury-Mitglied war, dankte dem Lions Club Gießen-Burg Gleiberg im Namen der Stadt und nannte den Kalenderverkauf eine „tolle Aktion“. Denn damit unterstütze man nicht nur kranke Kinder, sondern erwerbe auch ein „sehr schönes Adventspräsent“, so Scherer. Gießens Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz hat die Schirmherrschaft übernommen.
Die Adventskalender können an zehn Verkaufsstellen, darunter auch beim Gießener Anzeiger, bei Fuhr oder der Engel-Apotheke, erworben werden.
Auch Vorbestellungen für den Adventskalender sind per E-Mail unter thomas.arndt@neils-und-kraft.de möglich. Überdies wird der Lions Club Gießen-Burg-Gleiberg an den beiden letzten Samstagen im November mit Verkaufsständen im Seltersweg vertreten sein.
Klaus-Peter Zimmer (2.v.l.) und Peter Sauerwein (3.v.l.) halten das Bild in die Höhe, das den Adventskalender 2010 des Lions Club Gießen-Burg Gleiberg zieren wird. Bei der Vorstellung der Kunstwerke dabei waren Harald Scherer (l.), Peter Reinwald (4.v.l.), Dirk Becker (3.v.r.), Thomas Arndt und Frauke Döll. Die Bilder angeschaut haben sich Marina Burkl mit Tochter Aurora und Sohn Leon gemeinsam mit Florian Ludewig. Foto: DocterVergrößern
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2010-07-24) | | Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ |
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veröffentlicht von 2010-07-26 bis 2010-09-25 |
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| Wie Krankheiten vom Tier zum Menschen kommen |
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Weitere Förderung für JLU-Teilprojekt von ZooMAP
GIESSEN (V). Ist ein Bakterium mitverantwortlich für die Entstehung der chronisch-entzündlichen Darmkrankheit Morbus Crohn beim Menschen? Im Verdacht steht das Mycobacterium avium subsp. paratuberculosis (MAP). Im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördeten Forschungsverbundes „ZooMAP: Mycobacterium avium subsp. paratuberculosis - von der Johne’schen Krankheit zum Morbus Crohn (MC)“ untersuchen Forscher der Justus-Liebig-Universität (JLU) um Prof. Michael Bülte (Institut für Tierärztliche Nahrungsmittelkunde) und Prof. Elke Roeb (Zentrum für Innere Medizin) diesen Zusammenhang. Das Gießener Teilprojekt „ZooMAP: Korrelation zwischen MAP, MC und Dysplasie und Nachweis von MAP in Kuhmilch, humanen und murinen Gewebeproben mittels RT-PCR“ wird für weitere drei Jahre vom BMBF über den Projektträger Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit rund 358 000 Euro gefördert, heißt es in einer Pressemitteilung der Justus-Liebig-Universität.
Die Gießener Forscher beschäftigen sich mit dem Vorkommen des Bakteriums MAP in Milch, weil dies einen möglichen Übertragungsweg darstellen kann. Mit einem modernen molekularbiologischen Verfahren - der Real Time Polymerase-Kettenreaktion (PCR) - wollen sie MAP-Zellen in Rohmilch, hitzebehandelter Milch und Milchprodukten nachweisen. Weiterhin sollen unter anderem Methoden für die Unterscheidung lebender und toter MAP-Zellen evaluiert werden. Alle neuen methodischen Ansätze werden auf ihre Patentwürdigkeit mit dem Ziel der späteren Kommerzialisierung geprüft. Insgesamt forschen sechs Arbeitsgruppen aus der Immunologie, Tier- und Humanmedizin mit unterschiedlichen Forschungsausrichtungen im Forschungsverbund ZooMAP über den Zusammenhang zwischen dem Bakterium MAP und Morbus Crohn. Neben den Gießener Arbeiten zum Vorkommen von MAP in Milch gibt es Projekte zu unterschiedlichen Erscheinungsformen von MAP und ihrer krankheitserregenden Bedeutung, zur Relevanz von MAP beim Kolorektalkrebs des Menschen, zur Verbesserung der MAP-Diagnostik, zur molekularen Typisierung von MAP-Isolaten und zur Entwicklung eines Mausmodells. Die Erkenntnisse sollen zur besseren Risikoabschätzung der noch ungeklärten und regional unterschiedlichen Bedeutung von MAP beim Morbus Crohn des Menschen beitragen.
Forschungsverbund
Mit mehreren Forschungsverbünden will das BMBF die in Deutschland vorhandenen Kompetenzen aus Human- und Veterinärmedizin zu zoonotischen Infektionskrankheiten - das sind Infektionskrankheiten, die zwischen Mensch und Tier übertragbar sind - in interdisziplinären Forschungsverbünden zu gesundheitspolitisch relevanten Erregern/Erreger-Gruppen bündeln. Die Arbeit der Verbünde konzentriert sich vor allem darauf, die Übertragung relevanter zoonotischer Erreger vom Tier auf den Menschen zu erforschen. Dabei sollen Projekte von der Grundlagenforschung bis zur klinischen Forschung bearbeitet werden. Das Gießener ZooMAP-Teilprojekt wurde in der ersten Förderperiode ab 2007 mit rund 274 000 Euro gefördert.
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2010-07-23) | | Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ |
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veröffentlicht von 2010-07-23 bis 2010-09-22 |
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| Medizinisches Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der JLU verabschiedet Absolventen |
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GIESSEN (te). Das Medizinische Zentrum für Zahn-, Mund-, und Kieferheilkunde der Justus-Liebig-Universität (JLU) hat insgesamt 33 Zahnmediziner - ein Drittel der Absolventen hat die Prüfungen mit dem Ergebnis „Sehr Gut“ abgeschlossen - verabschiedet. „Sie haben alle, ohne Ausnahme eine tolle Leistung erbracht“ lobte Prof. Sabine Ruf von der Poliklinik für Kieferorthopädie. Sie wandte sich auch an die anderen beiden Drittel, die mit der Endnote „Gut“ die Universität verlassen haben.
Ein vorerst letztes Mal gab sie ihren überwiegend weiblichen Absolventen einige Ratschläge für ihren beruflichen Werdegang. Sie sollen bei der unüberschaubaren Anzahl ihrer zukünftigen Patienten vor allem „das Individuum nicht aus den Augen verlieren. Das Vertrauen der Patienten basiert auf dem Glauben, dass unser Handeln auf ihr Wohl ausgerichtet ist.“ Auch der Direktor des Medizinischen Zentrums Prof. Joachim Klimek hob die herausragenden Leistungen der Absolventen hervor mit der Überzeugung „Sie werden zum positiven Bild der Zahnmedizin beitragen.“
„In Kontakt bleiben“
Zu Beginn der Absolventenfeier sagte er: „Es ist mir eine Freude und große Ehre Ihnen herzlich gratulieren zu können.“ Die Universität Gießen gehöre auf dem Gebiet der Zahnmedizin zur Spitze und er sei überzeugt, dass die Absolventen in insgesamt 4500 Semesterwochenstunden eine sehr gute Ausbildung in allen Spezialgebieten erhalten haben. Der Studiendekan des Fachbereichs Medizin Prof. Joachim Kreuder gratulierte ebenfalls und wandte sich an die Absolventen mit der Bitte „im Kontakt mit der Uni zu bleiben. Eine Universität muss von den Ehemaligen getragen werden, sonst kann diese nicht auf dem neusten Stand der Wissenschaft bleiben“. Doch nicht nur die Absolventen wurden gelobt. Sie bedankten sich ebenfalls bei ihren Professoren, Kommilitonen und Familien für die Unterstützung „ohne die wir es nicht geschafft hätten“, so Ahmad Reza Rezaei Marbin, der sich weiterhin an seine Kommilitonen richtend erklärte „Wir haben die besten Jahre zusammen verbracht und sind fast eine kleine Familie geworden.“ Untermalt wurde diese Aussage durch eine Diaschau gemeinsamer Fotografien, welche die Studenten nicht nur in weißen Kitteln während der Ausbildung zeigten, sondern auch bei privaten Feiern. Die Absolventin Laura Seibold begleitete die Diaschau musikalisch mit ihrer Gitarre und zwei selbst komponierten Liedern, die sie ihren Kommilitonen widmete.
Nach dem emotionalen Höhepunkt wurden die Absolventen einzeln auf die Bühne gerufen und erhielten ihre Examenszeugnisse. Die erlf elf Besten sind Julia Wagner, Stefanie Unterhalt, Jörg Hubert Kratzenstein, Jan Bartel, Valerie Christina Barbonus, Oliver Hendrik Busch, Ute Westerfeld, Saemira Roxana Sadri, Katja Schulze, Sarah Kristin Sonnenschein und Marc Lehner.
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2010-07-20) | | Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ |
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veröffentlicht von 2010-07-20 bis 2010-09-19 |
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| Mariusz wird jetzt im Klinikum aufgenommen |
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Große Freude bei Familie und Unterstützern – Bis zur Herztransplantation steht vielleicht »noch ein langer Weg« bevor
Gießen (kw). Monatelang haben sie sozusagen die Luft angehalten – nun können sie aufatmen: Der zehnjährige Mariusz Stepniak, seine Familie und seine zahlreichen Unterstützer haben diese Woche eine gute Nachricht aus Gießen erhalten. Die Rhön Klinikum AG als Betreiber des Gießener Universitätsklinikums hat der Behandlung des herzkranken Jungen zugestimmt. Bereits am heutigen Samstag reist er mit seiner Mutter nach Deutschland, am Sonntag soll Mariusz im Klinikum aufgenommen werden. Dann wird er für die Herztransplantation vorbereitet.
Möglich gemacht haben das die Spenden unter anderem von zahlreichen AZ-Lesern, die in den vergangenen acht Wochen dem Aufruf der Gießener Allgemeinen gefolgt sind. Mehr als 96 000 Euro sind bisher zusammengekommen, allein diese Woche wurden fast 5000 Euro gespendet. Für den Löwenanteil dieses Geldes sorgten neben zwei polnischen Stiftungen vor allem die ehrenamtlich Aktiven der Organisation »Hoffnungsschimmer/Light of Hope«, die auch die AZ angesprochen und als Unterstützer gewonnen hatten. Jeder Spender habe zu dem jetzt erreichten Erfolg beigetragen, betont die »Hoffnungsschimmer«-Mitstreiterin Iwona Wojtek. Die Familie müsse nicht länger mit dem Bewusstsein leben, dass eine eigentlich mögliche medizinische Behandlung Mariusz verwehrt bleibt.
Die Chancen, dass der an dilatativer Kardiomyopathie – einer Herzmuskelerkrankung – leidende Zehnjährige ein weitgehend normales Leben wird führen können, sind nun sprunghaft gestiegen. Bis Mariusz wirklich ein neues Herz erhält, könne es allerdings »noch ein langer Weg« sein, weiß Iwona Wojtek. Zunächst muss er auf die Liste von Eurotransplant kommen. Bis zu einem Jahr kann es dann dauern, bis ein passendes Organ zur Verfügung steht.
Weil völlig unklar ist, wie lange Mariusz im Klinikum bleiben wird, wird um weitere Spenden gebeten (siehe Kasten). Darauf weist Uniklinikum-Sprecher Frank Steibli hin. Teuer käme insbesondere der Einsatz eines Kunstherzes vor oder nach der Transplantation. Auch die Kosten der Behandlung außerhalb des Klinikums seien möglicherweise noch nicht gedeckt. Sollte das Geld – aus welchen Gründen auch immer – nicht für Mariusz benötigt werden, so würde die Deutsche Herzstiftung es für andere Kinder mit ähnlichen Schwierigkeiten einsetzen.
Nach wie vor willkommen war deshalb auch die jetzt eingetroffene Unterstützung von Vitali und Wladimir Klitschko. Die boxenden Brüder haben der Organisation »Hoffnungsschimmer« einige signierte Geschenke zur Verfügung gestellt, die demnächst zu Mariusz’ Gunsten auf der Internet-Auktions-Plattform Ebay versteigert werden sollen.
»Das beste Geburtstagsgeschenk«
»Die gute Nachricht konnte nicht zu einem besseren Zeitpunk kommen«, berichtet »Hoffnungsschimmer«-Gründerin Izabela Sokolowska Fengaras. Sie war diejenige, die die Familie im polnischen Zgierz über die positive Entscheidung des Uniklinikums informiert hat. Wie sich herausstellte, hatte Mariusz’ Mutter Edyta Stepniak just an jenem Tag Geburtstag und erhielt nun »das beste Geschenk« ihres Lebens. »Durch all die Sorgen und Ängste, die sie seit Mariusz’ Geburt durchzustehen hatte, wäre dies wieder einmal kein freudiges Ereignis gewesen, sondern ein weiterer schwerer und trauriger Tag, an dem ihre Gedanken um nichts anderes als das Schicksal ihres Sohnes kreisten«, erzählt Izabela Sokolowska Fengaras. »Nicht so dieses Mal.« Als Edyta Stepniak die gute Nachricht hörte, war sie einige Minuten ganz still – dann flossen Tränen des Glücks. Sie wagt nun eher daran zu denken, dass Mariusz eines Tages mit anderen Kindern spielen und toben kann – »die Welt entdecken, die ihm bisher verschlossen gewesen ist«.
Auch die Mitglieder von »Hoffnungsschimmer« seien »zutiefst berührt«, dass ihr so lange verfolgtes Ziel in greifbare Nähe rückt. »Das Gute triumphiert über die Verzweiflung und Trauer«, meint die einst selbst schwer kranke Tänzerin. »Der Kampf wird nicht nachlassen, bis ein gesunder Junge die Klinik wird verlassen können.«
Auch der Gießener Kinderherzzentrum-Leiter Prof. Dietmar Schranz hatte eindringlich zu Spenden für Mariusz aufgerufen. Das Bild entstand bei der letzten Untersuchung in der Universitäts-Kinderklinik Ende Mai, morgen wird Mariusz mit seiner Mutter Edyta Stepniak (l.) dorthin zurückkehren. (Foto: Schepp)
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| Quelle: Giessener Allgemeine (2010-07-17) | | Webseite: http://www.giessener-allgemeine.de/ |
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veröffentlicht von 2010-07-20 bis 2010-09-19 |
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| Von »Standort-Rivalität« war nichts zu spüren |
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Preisverleihung der Behring-Röntgen-Stiftung – Bisher sechs Millionen Euro ausgeschüttet
Gießen/Marburg (if). Die Chance einer Zusammenarbeit Gießen-Marburg werde »noch nicht mit ausreichender Entschlossenheit ergriffen«, hatte der Wissenschaftsrat –höchste Beratungsinstanz der Bundesregierung – Anfang Mai in seiner Bilanz zu Fusion und Privatisierung beider Universitätsklinika bemängelt. Allerdings sei »die Rivalität beider Standorte und die damit verbundene emotionale Komponente« dabei nicht zu unterschätzen. Als am Dienstag die noch junge, vom Land Hessen mit satten 100 Millionen Euro ausgestattete »Von Behring-Röntgen-Stiftung« drei herausragende Forscher beider Standorte ehrte, war von solcher Rivalität kaum etwas zu spüren.
Gießens Universitätspräsident und Marburgs Universitätspräsidentin, Marburgs Oberbürgermeister und Gießens Stadtverordnetenvorsteher jedenfalls applaudierten einträchtig zusammen mit dem Regierungspräsidenten und dessen Vorgänger samt der Prominenz beider medizinischer Fachbereiche den Preisträgern in der neogotischen Pracht der Marburger alten Aula, die erst 1902 fertiggestellt worden war: es war im selben Jahr, als die Namensgeber der Stiftung, von Behring – eng mit Marburg – und Röntgen – eng mit Gießen verbunden –, ihre Nobelpreise erhielten
Dr. Stephanie Lefèvre, dieser Tage erst mit »summa cum laude« promoviert, wurde mit dem mit 5000 Euro dotierten Nachwuchspreis ausgezeichnet. Die 30-jährige Diplombiologin, wissenschaftliche Mitarbeiterin von Prof. Ulf Müller-Ladner an der Gießener Professur für Innere Medizin mit Schwerpunkt Rheumatologie, hat durch ihre Arbeiten in Bad Nauheim wesentlich zum Verständnis der Ausbreitung der rheumatoiden Arthritis auf noch nicht betroffene Gelenke beigetragen, wie Medizin-Prodekan Prof. Reinhard Schnettler in seiner Laudatio unterstrich. Für wegweisende Arbeiten zur Aufklärung der Nierenfibrose – einer krankhaften Vermehrung von Bindegewebe – wurde danach Dr. Ivica Grgic ausgezeichnet. Der 32-Jährige war vor sechs Jahren aus Berlin an die Klinik für Innere Medizin am Standort Marburg gekommen.
Ein bewegender Höhepunkt des Festaktes bildete die Ehrung von Prof. Dr. Drs. mult. Andreas Oksche, des langjährigen Direktors des Anatomischen Instituts der Justus-Liebig-Universität. Die erstmals verliehene »Von Behring-Röntgen-Forschungsmedaille« gilt seiner Lebensleistung. Mit der Klärung der sekretorischen Fähigkeit von Neuronen machte Oksche, der im kommenden Jahr seinen 85. Geburtstag begehen kann und der nach Medizinstudium in Marburg und Forschungsarbeiten in New York 1964 auf den Lehrstuhl für Anatomie in Gießen berufen worden war, sein Institut zu einer weltweit renommierten Adresse. Zugleich verkörpert er in eigener Person die engen und noch immer von vielfältigen persönlichen Freundschaften geprägten Verbindungen beider Universitäten.
Im Festvortrag ging Staatsminister Jürgen Bantzer auf die Herausforderungen der demografischen Entwicklung und die noch wachsende Bedeutung der Palliativmedizin ein, die es zu bewältigen gelte.
Der Präsident der von Behring-Röntgen-Stiftung, Prof. Joachim Felix Leonhard, gab in seinem Schlusswort einen gerafften Überblick über die bemerkenswerten Leistungen der erst 2006 vom Land Hessen gegründeten Stiftung »zur Förderung der Forschung und Lehre an den medizinischen Fachbereichen der Philipps-Universität Marburg und der Justus-Liebig-Universität Gießen«. Sechs Millionen Euro konnten seither für weit über dreißig Vorhaben bereitgestellt werden. Auf die Ausführungen des Wiesbadener Gastes eingehend, bemerkte er, sie könnten durchaus Anlass zu Überlegungen geben, in Hessen eine eigene Stiftungsprofessur für Palliativmedizin zu begründen.
Beim abschließenden Stehempfang standen Marburger und Gießener Gäste noch lange beisammen. Für eher heiteren Gesprächsstoff in mancher Runde – trapste da die Rivalitätsnachtigall? – sorgte eine Anregung der Hausherrin. Universitätspräsidentin Prof. Katharina Krause hatte, an Regierungspräsident Dr. Lars Witteck gewandt, angeregt die Bezeichnung »Mittelhessen« – »das klingt so nach mittelmäßig« – künftig vielleicht durch »Oberhessen« zu ersetzen. Schnettler, der Medizin-Prodekan der Justus-Liebig-Universität, konterte prompt aus »Gießener Position«: »Wäre nicht vielleicht ›Zentralhessen‹ noch progressiver?«
Prof. Andreas Oksche (M.) erhielt die erstmals vergebene »Von Behring-Röntgen-Forschungsmedaille«, ausgezeichnet wurden außerdem Dr. Ivica Grgic
(2. v. l.) und Dr. Stephanie Lefèvre. Außen Stiftungspräsident Prof. Joachim Felix Leonhard (r.) und -Vizepräsident Prof. Friedrich Grimminger. (Foto: if))
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| Quelle: Giessener Allgemeine (2010-07-15) | | Webseite: http://www.giessener-allgemeine.de/ |
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veröffentlicht von 2010-07-16 bis 2010-09-15 |
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| „Infektionsforschung hat hohe Bedeutung“ |
Klinische Forschergruppe Pneumonie der JLU beschäftigt sich mit der Wechselwirkung von Erregern und Lunge - Weitere drei Jahre Förderung GIESSEN (ter). Lungenentzündungen gehören zu den häufigsten lebensbedrohlichen Infektionen, jährlich erkranken allein in Deutschland bis zu 750 000 Menschen neu. Das Risiko ist besonders für ältere Menschen und Menschen mit geschwächter Immunabwehr groß. Deshalb werden dringend neue Therapieansätze benötigt, die über die Gabe von Antibiotika hinausgehen, die wegen der zunehmenden Resistenzen bei vielen Patienten nicht mehr die gewünschte Wirkung entfalten. Mit neuen Therapien für Lungenentzündungen beschäftigt sich die Klinische Forschergruppe „Pneumonie - Molekulare Signaturen kompartimentalisierter und schrankenübergreifender alveolärer Infektion“ an der Justus-Liebig-Universität (JLU) unter der Leitung von Prof. Jürgen Lohmeyer (Zentrum für Innere Medizin, Medizinische Klinik II).
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat die Forschergruppe bereits seit 2007 mit 1,7 Millionen Euro unterstützt. Nach der positiven Begutachtung durch ein Expertengremium wurde sie nun auch in die zweite Förderperiode aufgenommen und bekommt für weitere drei Jahre insgesamt 1,4 Millionen Euro vom BMBF. Anlässlich des Beginns der zweiten Förderphase der Klinischen Forschergruppe Pneumonie hat der Parlamentarische Staatssekretär Dr. Helge Braun Lohmeyer in Gießen besucht, um sich über den Fortgang der Arbeiten zu informieren. „Die hiesigen Forscherinnen und Forscher am Fachbereich Medizin der Universität Gießen arbeiten sehr erfolgreich daran, die Wechselwirkungen zwischen den Erregern und der Lunge zu entschlüsseln. In der zweiten Förderphase sollen nun aus diesen Erkenntnissen neue Diagnose- und Behandlungsstrategien entwickelt werden. Da dies die Grundlage für verbesserte Therapien ist, wird das BMBF die Forschergruppe mit weiteren 1,4 Millionen Euro in den kommenden drei Jahren unterstützen“, sagte Braun. „Die Infektionsforschung hat für die Bundesregierung eine hohe Bedeutung. Unser Ziel ist die enge Zusammenarbeit zwischen Forschung und klinischer Praxis, um die Ergebnisse rasch in therapeutische Maßnahmen umzusetzen. Erst wenn die Forschungsergebnisse beim Menschen ankommen, haben wir wirklichen Fortschritt.“ Die jetzt in der zweiten Dreijahresperiode bis 2013 geförderte Klinische Forschergruppe in der Klinischen Infektiologie betreibt interdisziplinäre Infektionsforschung zur Volkskrankheit Lungenentzündung. Ziel ist, über die Aufklärung der molekularen Krankheitsentstehung neue Therapien zu entwickeln. Die erfolgreiche Arbeit in der ersten Förderperiode hat die Gießener Forscher zum Kristallisationspunkt für weitere Förderungen in Verbundforschungsprojekten mit langfristiger Perspektive gemacht - beispielsweise die Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) im Sonderforschungsbereich Transregio 84 und die Förderung durch das BMBF im Zoonose-Programm FluResearchNet.
Außerdem vertritt die Klinische Forschergruppe mittlerweile an zentraler Stelle den klinisch-infektiologischen Forschungsschwerpunkt in Forschungsprogrammen der Exzellenzinitiative des Bundes (Exzellenzcluster Kardio-Pulmonales System, ECCPS) und des Landes Hessen (Loewe-Zentrum Universities of Gießen and Marburg Lung Centre, UGMLC). Sie erfüllt damit die vom BMBF vorgegebene Zielsetzung, international sichtbare Forschungsschwerpunkte in der klinischen Infektiologie in Deutschland zu schaffen mit Perspektiven für berufungsfähigen wissenschaftlichen Nachwuchs in diesem Fachgebiet.
Zum Anfang Zurück Seite 1/2 Weiter Zum Ende Medizinerrunde: Facharzt Mirko Steinmüller, Prof. Jürgen Lohmeyer, Dr. Helge Braun, Fachärztin Susanne Herold und Oberarzt Dr. Thomas Discher (von links). Foto: TerzicVergrößern
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Neben der Forschung wurde im Rahmen der BMBF-Fördermaßnahme in enger Kooperation mit der Medizinischen Mikrobiologie und Virologie auch das Lehrangebot im Fachgebiet der klinischen Infektiologieam Fachbereich Medizin der JLU wesentlich gestärkt. Schließlich gelang durch die strukturelle Etablierung der klinischen Infektiologie als eigenes Fachgebiet mit strukturierter Weiterbildung auch eine wesentliche Ausweitung und Verbesserung des Versorgungsangebots für Patienten mit Infektionserkrankungen am Standort Gießen des Universitätsklinikums Gießen und Marburg (UKGM). Insbesondere konnten der Konsiliardienst - ein institutionalisiertes Angebot zur Beurteilung und Mitbetreuung von Patienten, das von anderen Ärzten angefordert werden kann - und die Weiterbildung infektiologischer Fachärzte erheblich ausgeweitet werden. In der zweiten Förderphase sollen diese erweiterte Facharztkompetenz und die verbesserte Infrastruktur nach dem Umzug in das neue Klinikumsgebäude genutzt werden, um das qualitätskontrollierte Versorgungsangebot für Patienten mit Infektionserkrankungen weiter zu optimieren.
Der Aufbau Klinischer Forschergruppen soll einerseits Ergebnisse aus der Grundlagenforschung rasch in die Klinik bringen, andererseits soll so die Qualität der Ausbildung von Ärzten und der Behandlung von Patienten gesteigert werden. Bisher wurden bundesweit fünf Klinische Forschergruppen in der Klinischen Infektiologie mit insgesamt 11,5 Millionen Euro durch das BMBF gefördert.
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2010-07-14) | | Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ |
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veröffentlicht von 2010-07-14 bis 2010-09-13 |
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| Weitere 1,4 Millionen für »Pneumonie«-Forscher |
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Gießener Gruppe arbeitet an neuen Diagnose- und Behandlungsmethoden – Staatssekretär Braun informierte sich
Gießen (if). Die Geschichte der Medizin scheint voller Erfolge. Pest und Cholera: ausgerottet. Pocken und Kindbettfieber: besiegt. Doch der Eindruck, Infektionskrankheiten seien nur noch ein medizinhistorisches Kapitel, täuscht. Während von A bis W – von Aids bis Wundstarrkrampf – immer neue Erreger drohen, werden ursprünglich bejubelte »Wunderwaffen« zunehmend stumpfer. Im Klartext: Noch immer sind Infektionskrankheiten die weltweit häufigste Todesursache, Infektionen im schlimmsten Fall eine tödliche Waffe.
Vor drei Jahren hat das Bundesforschungsministerium die Konsequenz aus der Tatsache gezogen, dass die namentlich in Deutschland einst so traditionsreiche Infektiologie – die Lehre von den ansteckenden Krankheiten – nur noch mit zwei Lehrstühlen (in Berlin und in Rostock) an den über 30 Medizinischen Fakultäten vertreten ist. Mit dem Aufbau »Klinischer Forschergruppen« und deren Förderung aus dem Bundeshaushalt sollte die infektiologische Forschung an klinischen Einrichtungen daher gezielt gestärkt werden.
Die in Gießen unter der Leitung von Prof. Jürgen Lohmeyer aus dem Zentrum für Innere Medizin entstandene Gruppe ist für die Periode 2007 bis 2010 aus diesem Programm bereits mit rund 1,7 Millionen Euro gefördert worden. Weitere 1,4 Millionen werden in den kommenden drei Jahren die Fortführung der Arbeiten sichern. Für diese zweite Runde lagen 21 Anträge vor, von denen lediglich vier – darunter der aus Gießen – berücksichtigt wurden.
Nachdem der entsprechende Bewilligungsbescheid vor einigen Tagen bereits per Post eintraf, informierte sich gestern früh der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesforschungsministerium, Dr. Helge Braun (CDU), bei einem Rundgang durch die Labors und im Gespräch mit Lohmeyer, Oberarzt Dr. Thomas Discher, Dr. Susanne Herold und Dr. Mirko Steinmüller über die bisherigen Ergebnisse und den Fortgang der Arbeiten. Sie kreisen am Beispiel der Lungenentzündung um die Wechselwirkung zwischen Erreger und Zielorgan. In der jetzt anlaufenden zweiten Phase sollen aus diesen Erkenntnissen neue Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten entwickelt werden. Die mittlerweile gelungene Identifizierung zweier Moleküle, die im Entzündungsprozess eine modulierende Rolle spielen, stimmt Lohmeyer und seine Mitarbeiter zuversichtlich im Hinblick auf die Entwicklung schonender Abwehrstrategien, die sozusagen »mit Samthandschuhen« in das Krankheitsgeschehen eingreifen. Interessant auch im Hinblick auf die generell anstelle der evidenzbasierten Therapie angestrebte Individualisierung der Therapie: Die bisherigen Ergebnisse stützen die Annahme, dass der Ablauf von Entzündungen jeweils ganz bestimmten, organspezifischen Abwehrreaktionen unterliegt.
Parallel zu den Forschungsarbeiten ist in enger Kooperation mit Medizinischer Mikrobiologie und Virologie das Lehrangebot in klinischer Infektiologie am Fachbereich gestärkt und über die strukturierte Weiterbildung schon jetzt eine Ausweitung des Versorgungsangebotes erreicht worden. »Nach dem Umzug ins neue Klinikumsgebäude und über eine verbesserte Infrastruktur werden wir das Versorgungsangebot für Patienten mit Infektionskrankheiten weiter optimieren können« – davon zeigte sich Lohmeyer überzeugt, der zugleich stellvertretender Sprecher des neuen Sonderforschungsbereiche »Immunität der Lunge« ist.
Staatssekretär Dr. Helge Braun (Mitte) nach dem Gespräch mit (v. l.) Dr. Mirko Steinmüller, Prof. Jürgen Lohmeyer, Dr. Susanne Herold und Dr. Thomas Discher. (Foto: if)
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| Quelle: Giessener Allgemeine (2010-07-14) | | Webseite: http://www.giessener-allgemeine.de/ |
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veröffentlicht von 2010-07-14 bis 2010-09-13 |
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| Direkter Zusammenhang zwischen Depression und Diabetes |
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Prof. Johannes Kruse, Leiter der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie, hält Antrittsvorlesung an der JLU - „Sehr stolz, ihn hier zu haben“
GIESSEN (fod). Psychische Erkrankungen als Ursache für Arbeitsunfähigkeit sind heute immer häufiger anzutreffen. Dass diese aber gleich „bei 30 Prozent der Männer und über 40 Prozent der Frauen, verteilt über alle Altersstufen“, der alleinige Grund für eine vorzeitige Berentung sind, dürfte auch die Zuhörer von Prof. Johannes Kruse überrascht haben. Der neue Leiter der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie am Gießener Universitätsklinikum legte jetzt bei seiner Antrittsvorlesung besorgniserregende Zahlen vor, die vor allem für die Volkswirtschaft erhebliche Auswirkungen haben. Demnach ließen sich ebenso im Krankenhaus bei 35 Prozent der Patienten begleitende psychische Störungen feststellen, wie der 51-Jährige berichtete. Doch trotz der Diagnose würden nur 20 Prozent aller Betroffenen, sei es nun draußen oder in der Klinik, deswegen behandelt, so Kruse.
Vor allem Hausärzte gefragt
Prof. Trinad Chakraborty, Dekan des Fachbereichs Medizin der Justus-Liebig-Universität (JLU), zeigte sich zuvor bei der Vorstellung des Mitte vergangenen Jahres aus Düsseldorf nach Gießen gewechselten Psychosomatikers „sehr stolz, ihn hier zu haben“. Habe man mit Johannes Kruse doch einen renommierten Experten gewonnen, „der sehr oft von Fachkollegen zitiert wird“. Der Dekan sprach damit insbesondere die Forschungsvorhaben des Klinikleiters an, der den Ursachen für psychische Krankheitsbilder auch mittels molekularer Diagnostik auf die Spur kommen möchte. Einige Erkenntnisse daraus präsentierte der gebürtige Niedersachse seinen Zuhörern. So zeigte er einen direkten Zusammenhang zwischen Depressionen, Angststörungen, posttraumatischen Störungen und Diabetes auf. „Knapp zwei Millionen Diabetes-Patienten weisen gleichzeitig eine psychosomatische Problematik auf“, schätzte Kruse. Da ihre Versorgung die Kapazitäten von Therapeuten weit überschreiten würden, „sind hier vor allem die Hausärzte gefragt“. Diese bekommen es vor allem mit älteren Diabetikern mit psychischen Leiden zu tun, sind doch bei den über 50-Jährigen 16 Prozent von der Zuckerkrankheit betroffen, während im Bundesdurchschnitt acht Prozent diese Volkskrankheit haben. Anhand von Studien wusste der Referent zu berichten, dass beispielsweise bei 16 Prozent aller Diabetiker auch eine behandlungsbedürftige Angststörung vorliegt, kaum weniger häufig sind depressive Episoden. Genauer betrachtet handelt sich hier um einen Teufelskreis. Denn umgekehrt konnte etwa bei Untersuchungen von mit posttraumatischen Belastungsstörungen heimgekehrten Soldaten „ein zwei- bis dreifach erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines Diabetes“ beobachtet werden, wie Kruse erläuterte.
Mehr Fachzentren
Und auch frühkindliche Missbräuche oder Suizid-Versuche ließen sich unter Diabetikern gehäuft finden. Daher nimmt der Psychosomatiker an, dass bestimmte biographische Ereignisse „quasi in die Gene eingebaut werden“. Eine Vermutung, die durch die Feststellung erhärtet wird, dass solchermaßen Betroffene für die Insulinproduktion und -verarbeitung verantwortliche Rezeptoren nur unzureichend entwickelt haben. „Als Folge davon kommt es zu einer Regulationsstörung. Der Körper ist schlechter dazu in der Lage, die Insulinproduktion wieder herunterzuregulieren“, beschrieb der Mediziner den Verlauf.
Ist aber für eine qualitativ hochwertige Betreuung gesorgt, lassen sich die Probleme gut in den Griff bekommen. „Studien zeigen, dass nach einer Therapie viel weniger Patienten eine psychosoziale Belastung angeben. Damit einher geht eine bessere Einstellung des Stoffwechsels und eine geringere Sterblichkeit“, berichtete Kruse. Zudem stellte er erfreut fest, dass das Land Hessen inzwischen die Problematik erkannt habe und den Fachzentren mehr Betten zur Verfügung stellt. Nachdem jetzt in der Gaffkystraße neue Räume bezogen wurden, befinde sich auch eine Tagesklinik im Aufbau, die im Herbst eröffnet werden soll, kündigte Kruse an, der unter seinen Zuhörern auch Prof. Horst-Eberhard Richter, einen seiner Vorgänger als Kliniksleiter, begrüßen konnte.
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2010-07-13) | | Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ |
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veröffentlicht von 2010-07-13 bis 2010-09-12 |
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| Geht die Ära der »Thrombosespritze« zu Ende? |
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Prof. Bettina Kemkes-Matthes: »Wir brauchen noch viel Erfahrung mit den beiden neuen Gerinnungshemmern«
Gießen (if). In Bari, am Absatz des »italienischen Stiefels«, waren sie – kaum bemerkt von der breiten Öffentlichkeit – am 19. April des Vorjahres gestartet. Als 64 Tage später von den ursprünglich 64 Teilnehmern des »2. Trans-Europa-Laufes« 45 übrig gebliebene »Super-Marathonläufer« ins Ziel am Nordkap einliefen, hatten sie nicht nur ohne Ruhetag rund 4500 Kilometer quer durch Europa bewältigt. Sie hatten auch durch wiederholte Untersuchungen eines begleitenden »mobilen Kernspintomografen«
eine Fülle von Daten mitgebracht. Wissenschaftler sind derzeit dabei, daraus auch die Auswirkungen extremer Mobilität auf die unteren Extremitäten – sprich Beine und Füße – zu ermitteln.
Auswirkungen der Immobilität – sei es nur stundenlanges Sitzen oder andauernde Bettruhe – bedürfen kaum solch spektakulärer Tests: die solcherart begünstigte Bildung von Blutgerinnseln in den Beinvenen ist lange bekannt. Daraus resultiert das Risiko, dass ein solches Gerinnsel sich löst und dann, über das Herz in die Lunge gespült, im schlimmsten Fall zu einer Lungenembolie führt. Wenn am Vorabend eines operativen Eingriffs die Schwester also eine »Bauchspritze« gibt und dies später in der Reha – beispielsweise nach einer Knie- oder Hüftoperation – noch über einen geraumen Zeitraum tagtäglich wiederholt wird, geschieht dies, um eine solche zu Recht gefürchtete Komplikation zu vermeiden.
Doch geht die Ära der »Thrombosespritze« zu Ende? Wird künftig eine Tablette pro Tag ausreichen, um das Risiko einer Gerinnselbildung zu minimieren? Prof. Bettina Kemkes-Matthes, die dieser Tage Ärzte und Patienten zu einer Informationsveranstaltung des von ihr geleiteten Interdisziplinären Schwerpunktes für Hämostaseologie im Gießener Universitätsklinikum auf den Schiffenberg eingeladen hatte, stellte zusammen mit ihren Mitarbeitern Oberarzt Dr. Ronald Fischer und Dr. Kathrin Heidinger zwei neue Wirkstoffe vor. Nach den Ergebnissen großer Studien haben sie über feste Dosierungen und eine verbesserte Wirksamkeit hinaus den Vorzug, durch ihre Tablettenform die bisher übliche subkutane Injektion eines »Gerinnungshemmers« – die Bauchspritze – abzulösen und keiner Kontrollen zu bedürfen. Auch Marcumar-Patienten, deren Gerinnungshemmer auf der Reduzierung der Vitamin-K-Bildung beruht und die dabei der regelmäßigen Überwachung ihrer Gerinnungswerte bedürfen, werden dabei hellhörig.
Allerdings sind beide neuen Substanzen zunächst lediglich für die Vorbeugung venöser Thromboembolien nach Gelenkersatz in Hüfte und Knie zugelassen. Rivaroxaban – das Forschungsteam wurde im Dezember durch den Bundespräsidenten für seine »hervorragende deutsche Innovation« mit dem »Zukunftspreis« ausgezeichnet – unterbricht als sogenannter Faktor-Xa-Hemmer die Gerinnungskaskade. Dabei hemmt, so heißt es, der Wirkstoff die Bildung von Thrombin – ohne jedoch dessen Einfluß auf die Plättchenaggregation, die beispielsweise den Wundverschluss steuert, zu beeinträchtigen.
Auch die zweite neue Substanz, Dabigatran, greift in die Gerinnungskaskade ein. Schon etwas länger zur Prophylaxe von Thromboembolien nach großen orthopädischen Eingriffen zugelassen, wird für Dagbigatran angeführt, bei guter Wirksamkeit hohe Sicherheit zu gewährleisten, im Vergleich zur engmaschig zu kontrollierenden Behandlung mit Vitamin-K-Antagonisten keiner Überwachung zu bedürfen und als Pille zur Verfügung zu stehen.
Bei beiden Wirkstoffen sind der Zulassung zwar Zulassungsstudien mit Tausenden von Teilnehmern vorausgegangen, doch, so betonte Kemkes-Matthes abschließend: »Wir brauchen noch viel Erfahrung, um mit den neuen Medikamenten umzugehen.« Wenig werde sich jedenfalls zunächst für Patienten beispielsweise nach Herzklappeneingriffen, während der Schwangerschaft oder bei schweren Leber- und Nierenproblemen ändern.
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| Quelle: Giessener Allgemeine (2010-07-13) | | Webseite: http://www.giessener-allgemeine.de/ |
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veröffentlicht von 2010-07-13 bis 2010-09-12 |
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| Hitze macht vielen Menschen zu schaffen - Tipps vom Mediziner |
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(fod). Temperaturen knapp unter der 40-Grad-Marke haben an diesem Wochenende die Gießener mächtig ins Schwitzen gebracht. Die für Mitteleuropa ungewöhnlich hohen Werte machen vielen Menschen schwer zu schaffen, das gilt für ältere wie auch jüngere. Manch einer musste sogar die Hilfe von Krankenhäusern in Anspruch nehmen. Dabei war zu sehen, dass die vorher gemachten Fehler fast immer dieselben sind, wie eine Umfrage des Anzeigers am Wochenende belegt.
So bekamen es zum Beispiel Oberarzt Dr. Johann Mermi und Assistenzarzt Dr. Peter Menger am Evangelischen Krankenhaus in mehreren Fällen mit Patienten zu tun, die ganz einfach zu wenig getrunken hatten und wegen Austrocknung behandelt werden mussten. Johann Mermi berichtet unter anderem von einem älteren Herrn, der gleich nach dem Aussteigen aus dem Auto vor dem Klinikseingang kollabiert war. „Er war sonst gesund, hatte aber einige Stunden lang nichts mehr getrunken“, schildert der Kardiologe. Der Flüssigkeits- und Elektrolytverlust war einfach zu groß. Nachdem man ihn für einige Zeit an eine Kochsalzlösung gehängt hatte, ging es dem Mann rasch wieder besser. Problematischer sei es, so Mermi, bei vorliegenden Erkrankungen wie etwa Herzrhythmusstörungen oder einer gestörten Nierenfunktion: hier kommt der Körper noch viel schneller an seine Grenzen.
Ein solcher Kollaps kann aber auch einem kleinen Jungen widerfahren, wie Peter Menger erlebt hat. „Er war den ganzen Tag auf den Beinen und ist in der prallen Sonne herumgetobt, ohne ausreichend zu trinken“, erzählt der Arzt. Am Abend passierte es dann: dem Kleinen wurde aufgrund Volumenmangels schwindelig und er fiel hin und brach sich das Handgelenk. „Kinder sollten auf jeden Fall eine Kopfbedeckung tragen“, rät Menger. Während Johann Mermi generell jedem von einem längeren Aufenthalt in der Sonne rund um die Mittagszeit abrät. Wie rasch der Körper austrocknet, hat Peter Menger an sich selbst gemerkt: Sowohl auf dem Hinweg zur Klinik als auch dem Rückweg mit dem Fahrrad habe er jeweils einen dreiviertel Liter trinken müssen. „Je nach Aktivität sind sogar vier bis fünf Liter notwendig“, weiß der Assistenzarzt.
Wer jetzt aber glaubt, auch mit Alkohol, wie etwa einem kühlen Bier, dem Flüssigkeitsverlust entgegenwirken zu können, der irrt. Denn hierdurch komme es zu einer Erweiterung der Blutgefäße und das Herz müsse zusätzliche Arbeit verrichten, gibt Prof. Hans-Dieter Walmrath, Oberarzt in der Notaufnahme der Medizinischen Klinik II des Universitätsklinikums, zu bedenken. Dort hatte man am Wochenende ebenfalls einige Hitzefälle zu versorgen. So erzählt Walmrath von einer älteren Frau, die sogar in ihrer überhitzten Wohnung einen Schwächeanfall erlitten habe, auch hier wieder, weil sie das regelmäßige Trinken vergaß. Damit es erst gar nicht so weit kommt, empfiehlt Dr. Stefan Steidl, Leitender Oberarzt der Geriatrie-Abteilung am St. Josefs Krankenhaus, älteren Menschen einen einfach durchzuführenden Selbsttest: „Zieht man die Haut am Handrücken mit zwei Fingern hoch und sie bleibt dann stehen, ist das ein Anzeichen für einen Flüssigkeitsmangel“, erläutert er. Jedoch müssten Herzpatienten vorsichtig sein: „Wenn sie zu viel auf einmal trinken, ist das für sie nicht gut.“ Denn das Pumporgan müsse somit mehr Arbeit leisten.
Vorsicht ist ebenso vor dem Sprung ins kühle Nass geboten. „Wer aus der prallen Sonne direkt ins Schwimmbad oder den Baggersee geht, bei dem kann es schnell zu schwereren Kreislaufstörungen kommen“, warnt Hans-Dieter Walmrath. Hier sollte man sich schrittweise an die Wassertemperatur gewöhnen, empfiehlt er. Dass natürlich auch die Haut gegen die kräftige Sonneneinstrahlung mit zum Hauttyp passenden Produkten geschützt werden muss, versteht sich von selbst.
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2010-07-12) | | Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ |
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veröffentlicht von 2010-07-13 bis 2010-09-12 |
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| »Der Seele mehr Aufmerksamkeit schenken« |
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Prof. Johannes C. Kruse umriss in seiner Antrittsvorlesung Aufgaben und Ziele der Psychosomatik – Risiko Diabetes
Gießen (if). Was sind Aufgaben und Ziele der Psychosomatik? Die Antwort des neuberufenen Direktors des Zentrums für Psychosomatische Medizin der Justus-Liebig-Universität Gießen auf diese Frage ist bestechend klar: »Dem Körper nicht weniger – der Seele mehr Aufmerksamkeit schenken« lautet sie. Prof. Johannes C. Kruse kam bereits im Vorjahr aus der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf nach Gießen, um die Leitung der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie zu übernehmen. Bei seiner offiziellen Antrittsvorlesung im großen Anatomiehörsaal unterstrich er dieser Tage diese Feststellung zugleich mit der Forderung namentlich an die niedergelassenen Ärzte, sich als Helfer ihrer Patienten zu begreifen: Bereits im hausärztlichen Bereich gelte es, psychotherapeutische Aspekte in die Behandlung einzubeziehen – die qualifizierte Therapie körperlicher Beschwerden mit einer Reduzierung seelischer Belastungen der Patienten zu verbinden.
Als Beispiele nannte Prof. Kruse den Diabetes: Das Risiko eine Depression zu entwickeln, ist bei Diabetikern überdurchschnittlich hoch. Zugleich führt die Kombination Diabetes/Depression zu einem statistisch nachgewiesenen, erhöhten Sterblichkeitsrisiko. Andererseits zeigten bereits Kurzzeitpsychotherapien in interdisziplinären Versorgungskonzepten eine deutliche Verbesserung der Überlebenswahrscheinlichkeit namentlich bei älteren Patienten: Eine Reduzierung der Depressivität kann einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Stoffwechsellage leisten.
Neuere Erkenntnisse aus der molekularen Medizin, über die Prof. Kruse berichtete, machen heute exemplarisch die beispielweise selbst dem – ob vor Scham errötenden oder vor Angst schweißgebadeten – Laien unleugbaren Wechselwirkungen zwischen Psyche und Soma verständlich: Stress – beispielsweise über Depressivität, Angst oder nachwirkende traumatische Erlebnisse – führt zu erhöhter Cortisol-Ausschüttung. Sie wiederum jagt das Herz, treibt den Blutdruck in die Höhe, beeinflusst den Insulinspiegel und führt schließlich zu verhängnisvollen »epigenetischen« Veränderungen: Nicht alle Gene im Zellkern sind stets gleichzeitig aktiv. Erbanlagen können aktiviert oder abgeschaltet werden. Bei Streß kommt es über diesen Mechanismus zu einer »Verarmung« an Cortisol-Rezeptoren – was wiederum mit einer Störung der »Stressachse« zu entsprechenden körperlichen Folgen führt. Therapeutische Konsequenz daraus: Dem Körper nicht weniger, aber der Seele mehr Aufmerksamkeit schenken.
Bei der Begrüßung der Gäste, unter denen man mit Prof. Horst-Eberhard Richter und Prof. Christian Reimer auch die beiden Vorgänger des neuen Gießener Psychosomatikers bemerkte, hatte Medizindekan Prof. Trinad Chakraborty die Freude geäußert, Kruse für Gießen gewonnen zu haben. Bis zu seinem Wechsel Leitender Oberarzt und Stellvertretender Direktor der Düsseldorfer Uniklinik für Psychotherapeutische Medizin, publizierte der 50-jährige Niedersachse mehr als 150 wissenschaftliche Arbeiten. Als einer der meistzitierten Autoren seines Fachgebietes ist er nicht nur Mitverfasser des derzeit erfolgreichsten Lehrbuches zur tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie in Deutschland, sondern auch Sprecher der vom Bundesforschungsministerium geförderten Arbeitsgruppe »Mental Aspects« des Kompetenznetzes Diabetes mellitus sowie Stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie.
Die von ihm anvisierte engere Kooperation mit niedergelassen Ärzten und Psychotherapeuten ist über Fortbildungsveranstaltungen und Forschungsvorhaben bereits angelaufen, ebenso wie ein verstärktes Engagement in der Lehre, beispielsweise mit einem praxisorientierten Training junger Mediziner zur als immer wieder dringend nötig erachteten Verbesserung der Arzt-Patienten-Kommunikation.
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| Quelle: Giessener Allgemeine (2010-07-12) | | Webseite: http://www.giessener-allgemeine.de/ |
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veröffentlicht von 2010-07-14 bis 2010-09-13 |
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| Wenn das Lesen anstrengend und schwierig wird |
Bürgervorlesung am Uniklinikum beschäftigt sich mit altersbedingter Makuladegeneration - Zahlreiche neue Therapieansätze vorgestelltGIESSEN (Äat). Es gibt neue Möglichkeiten der Vorbeugung und Therapie einer Augenkrankheit, die längst zur Volkskrankheit geworden ist: der altersbedingten Makuladegeneration. Präsentiert wurden die verbesserten Ansätze, diese Krankheit in den Griff zu bekommen, bei einer Bürgervorlesung am Uniklinikum in Gießen. Prof. Birgit Lorenz, Leiterin der Augenklinik, konnte sich dabei über zahlreiche Zuhörer freuen. Vor allem ältere Gießener waren gekommen, um sich über das Leiden zu informieren.
Der Leitende Oberarzt Dr. Frank Weinand beschrieb nicht nur, wie diese Krankheit entstehen kann, sondern schilderte all die Möglichkeiten, die als Ergebnis intensiver Forschung zur Eindämmung der Makuladegeneration führen können. Seine erfreulichste Nachricht: Es gibt inzwischen eine ganze Reihe erfolgreicher Therapien, die die Sehleistung bei bis zu 90 Prozent der Betroffenen erhalten, teilweise sogar verbessern können. Dabei ist die Forschung noch längst nicht am Ende ihres Weges angelangt, kommen doch immer wieder neue Erkenntnisse hinzu.
Ursachenforschung
Das gilt, laut Weinand, zum Beispiel bei der Erforschung der Ursachen. Denn das Risiko für Raucher, mit diesem Problem konfrontiert zu werden, soll fünf Mal höher sein als für Nichtraucher. Übergewicht führt danach zu einem verdoppelten Risiko. Doch es gibt auch genetische Faktoren, die sich ungünstig auswirken. Zusammengefasst: Es gibt erblich bedingte Faktoren, die zum Ausbruch führen. „Das Lesen wird anstrengend und schwierig.“ Das ist für Weinand das erste Anzeichen für diese Krankheit. Dann sollte man natürlich sofort den Augenarzt aufsuchen. Bedacht werden muss nämlich, dass die Makuladegeneration im Frühstadium zu keinen Beeinträchtigungen des Sehvermögens führt. Er stellte die verschiedenen Möglichkeiten der Diagnostik vor. Insbesondere verwies er darauf, dass die Gießener Augenklinik über eines von zwei speziellen Lasergeräten in Hessen verfügt, mit dem eine besonders effektive Diagnostik möglich ist.
Bei dieser Krankheit kommt es zu Veränderungen in der Netzhautmitte. Einfach gesagt kommt es zu Ablagerungen im Auge, die die Sehschärfe nach und nach immer stärker beeinträchtigten. Früher führte das schicksalhaft zur Erblindung. Alles beginnt mit der so genannten trockenen Makula, die im Spätstadium zur feuchten wird. Davon sind rund acht Prozent der Patienten betroffen.
Laser und Medikamente
Inzwischen gibt es verschiedene Methoden diese Entwicklung zu bremsen. Da kann zum Beispiel mit einem Laser die störenden Gefäßplatten im Auge zerstört werden. Diese Lösung hat aber den Nachteil, dass an den sich bildenden Narben in den meisten Fällen wieder Gefäßplatten nachwachsen. Daneben gibt es chirurgische Möglichkeiten, diese Blutplatten aufzulösen. Außerdem können Medikamente ins Auge gegeben werden, die das Gefäßwachstum stoppen oder zumindest bremsen. Die Wahrscheinlichkeit, dass so etwas funktioniert, wird immer größer. Doch das Medikament ist teuer. Eine Ampulle - drei werden gebraucht - kostet rund 1300 Euro. Krankenkassen übernehmen diese Kosten nur auf Einzelantrag. Ganz neu sind Gentherapien, die Erfolg versprechen, aber die Forschung steckt noch in den Kinderschuhen. Nicht vergessen werden sollte, dass es bestimmte Stoffe gibt, die vorbeugend Wirkung zeigen können, die allerdings ein Patient selbst bezahlen muss. Ob damit ein Erfolg zu erzielen ist, muss ausprobiert werden.
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2010-07-10) | | Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ |
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veröffentlicht von 2010-07-12 bis 2010-09-11 |
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| Für komplette Diagnostik beim Spezialisten plädiert |
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GIESSEN (fm). Rund 60 niedergelassene Ärzte und Krankenhausärzte haben an einer Fortbildung zum Thema „Blutgerinnung“ teilgenommen, die der Interdisziplinäre Schwerpunkt für Hämostaseologie des Universitätsklinikums Gießen und Marburg (UKGM) im Kloster Schiffenberg organisiert hat. Dabei konnten sie die am Standort Gießen tätigen Gerinnungsärzte kennenlernen und die neuesten Informationen zur Blutgerinnung weitergeben. Vor dem Hintergrund der aktuellen Leitlinien schilderte Dr. Kathrin Heidinger, Transfusionsmedizinerin und Hämostaseologin, welche Diagnostik beim Auftreten von thrombotischen Erkrankungen Sinn bzw. keinen Sinn macht. Nach der Vorstellung aller ererbten und erworbenen Risikofaktoren plädierte sie für eine „komplette“ Diagnostik beim Spezialisten und machte die Wichtigkeit von klinischen Informationen für die Befundinterpretation deutlich. Eine individuelle Therapie-Entscheidung müsse auf der Grundlage umfassender Informationen aus Labor und Klinik getroffen werden.
Laut Dr. Ronald Fischer, Internist und Hämostaseologe, der am Uniklinikum auch die Schwangerschaftsambulanz betreut, führen weitreichende Gerinnungsveränderungen dazu, dass Frauen während der Schwangerschaft „ein deutlich erhöhtes Thrombose-Risiko“ haben. Zudem nehme die Zahl von Frauen mit Aborten zu, die von Gerinnungsveränderungen mit verursacht seien. Diesen Frauen könne man häufig zu einem normalen Schwangerschaftsverlauf verhelfen, wenn man ihnen Gerinnungs-hemmende Medikamente gebe. Prof. Bettina Kemkes-Matthes, Leiterin des Interdisziplinären Schwerpunkts für Hämostaseologie am Uniklinikum, stellte zwei neue Medikamente vor, die seit 2008 auf dem Markt sind und die in Kürze die „Thrombosespritze“ bei Operationen „mehr oder weniger komplett ersetzen“ werden. Ausführlich erörterte sie das Für und Wider alter und neuer Medikamente mit gerinnungshemmender Wirkung.
An die Referate schloss sich eine ausführliche fachliche Diskussion der Referenten mit den Teilnehmern an.
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2010-07-10) | | Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ |
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veröffentlicht von 2010-07-12 bis 2010-09-11 |
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| Spenden geben Mariusz »neuen Lebenswillen« |
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Der Zehnjährige, seine Familie und seine Unterstützer danken Lesern für ihre Unterstützung – Warten und Hoffen
Gießen (kw). Noch steht Mariusz Stepniak nicht auf der Liste für eine Herztransplantation im Gießener Universitätsklinikum. Und nach wie vor ist unklar, welche Spendensumme das Rhön-Klinikum als Voraussetzung dafür festsetzt. Aber die bisher mehr als 90 0000 gespendeten Euro wecken Hoffnung bei dem Zehnjährigen und seiner Familie im polnischen Zgierz. »Das Lächeln auf seinem Gesicht wird breiter«, berichtet Izabela Fengaras Sokolowska, Gründerin der Organisation Hoffnungsschimmer/ Light of Hope.
Niemand weiß genau, was die Transplantation insgesamt kosten würde. Je nachdem, welche Behandlung rund um die Operation nötig wird, können es 80 000 bis 250 000 Euro sein. Das heißt: Das gesammelte Geld kann vielleicht schon reichen.
Mariusz kann – wie berichtet – nicht in die Schule gehen und erhält zu Hause Unterricht. Im gerade abgelaufenen Schuljahr hat er gute Noten bekommen. Um ihm dazu zu gratulieren, hat Izabela Fengaras Sokolowska den herzkranken Jungen kürzlich angerufen. Zudem wollte sie sich für einen Brief und das Bild bedanken, das er für die Gießener Allgemeine Zeitung gemalt hat, als Dankeschön für die Menschen dort, die ihm so sehr geholfen haben, sowie auch all die anderen, die nicht aufgeben für Mariusz’ Leben zu kämpfen.
»Jedes Mal, wenn erwähnt wird, wie viel in den letzten paar Monaten erreicht worden ist und wie sehr die Chancen steigen, dass er die Transplantation erhält, lebt Mariusz auf«, berichtet Izabela Fengaras Sokolowska. »Selbst wenn man ihn nicht sieht, so fühlt man, wie ihn dies aufmuntert und ihm neuen Lebenswillen gibt. Und auch, wie sehr er sich wünscht, dass es endlich so weit wäre. Dass er endlich nach Deutschland kommen kann, um hier die lebensrettende Operation zu erhalten. Er spricht von seinen Unterstützern, Freunden und auch von Professor Schranz und Doktor Bauer, die er beide ganz besonders ins Herz geschlossen hat. Er spricht von der Hoffnung, dass es endlich so weit ist. Und er spricht von seiner Freude darüber, dass das alles, was er bisher durchleben musste, vielleicht bald schon vorbei sein wird. Wir warten jetzt auf die Entscheidung und drücken Mariusz alle die Daumen, dass es jetzt endlich klappt.«
Izabela Fengaras Sokolowska, geboren 1984 in Danzig, war Ballerina und tanzte ab 2002 beim Royal Danish Ballet in Kopenhagen. Sie gab ihren Beruf auf, um 2008 einen Jungen zur Welt zu bringen. Kurz darauf erfuhr sie, dass sie an einer Form von Knochenkrebs erkrankt war. Ihre Lebenserwartung galt als gering. Eine Spendenaktion ermöglichte der jungen Frau eine Behandlung in China. Genesen, hat sie umgehend »Light of Hope« gegründet, um anderen zu helfen. Die ganze Unterstützung der Organisation gehört zurzeit Mariusz.
Spenden kann man auf das Konto bei der Deutschen Herzstiftung, Nummer 0 90 00 35 03 bei der Commerzbank AG Frankfurt (BLZ 500 800 00). Als Verwendungszweck sollte »Mariusz« angegeben werden.
163,43 Euro haben Leser in den vergangenen Wochen in die Spendendosen in den AZ-Geschäftsstellen geworfen. Bei der Commerzbank in Gießen nahmen Teamleiterin Christiane Schwarz (l.) und Elke Geißler das Geld zur Weiterleitung an das Konto der Deutschen Herzstiftung entgegen. (Foto: Schepp)
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| Quelle: Giessener Allgemeine (2010-07-10) | | Webseite: http://www.giessener-allgemeine.de/ |
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veröffentlicht von 2010-07-13 bis 2010-09-12 |
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| Krankheit AMD beginnt meistens unbemerkt |
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Bürgerinformationsstunde über Netzhautveränderungen fand großen Zuspruch – Im schlimmsten Fall droht Erblindung
Gießen (if). Leergefegte Straßen, Verkehrsampeln wechseln scheinbar sinnlos ihre Farbe – am frühen Mittwochabend liegt die Stadt sozusagen in Schockstarre. Im großen Chirurgiehörsaal des Uniklinikums dagegen herrscht drangvolle Enge. Wer in dem Raum mit der miserablen Akustik noch ein gutes Plätzchen findet, hat Glück. Die zweite »Bürgerinformationsstunde« im Uniklinikum, zu der die Direktorin der Augenklinik, die Professorin Birgit Lorenz, und ihre Mitarbeiter eingeladen hatten, stieß auf ein überwältigendes Echo.
Das Thema »Makula-Degeneration« führte die Gießener in Scharen ins Klinikum. Noch kurz vor dem Anpfiff in Südafrika muss die Klinikchefin letzten Wissbegierigen das »Amsler«-Netz erklären – jenes Rastermuster, das auf einem Blatt Papier jeder Teilnehmer mitbekam, um selbst seine Sehkraft zu überprüfen und Veränderungen feststellen zu können, die ihm möglicherweise sonst noch gar nicht aufgefallen wären. Denn AMD – die altersbedingte Veränderung der Netzhaut, häufigste Erblindungsursache der westlichen Welt – beginnt, wie Leitender Oberarzt Dr. Frank Weinand erläuterte, in der Regel unbemerkt. Viele Menschen wissen gar nicht, dass sie darunter leiden, bis es zu einer deutlichen Sehverminderung oder zum »Verzerrtsehen« kommt. Raucher haben ein fünfmal so hohes Risiko, mit einem bis zu dreißigfach erhöhten Risiko muss der rechnen, bei dem alle Faktoren – angefangen von Rauchen über UV-Schäden und Übergewicht, eine familiäre Veranlagung eingeschlossen –, zusammenkommen.
Wie die mit einer Makuladegeneration verbundenen Veränderungen aussehen, zeigte Weinand in eindrucksvollen Aufnahmen mit dem seit drei Jahren in Gießen in der Diagnostik eingesetzten »HRA-Spectris OCT«. Die »Maschine« liefert Bilder in bisher unbekannter Detailtreue aus allen Stadien der Erkrankung – sowohl von der trockenen Form, die von Ablagerungen ausgeht, welche im Spätstadium zum Untergang von Sinneszellen führen, als auch von der besonders gefürchteten, mit einer Flüssigkeitsansammlung unter der Netzhaut und deren Schwellung einhergehenden »feuchten« Variante.
Weinand schloss mit der Schilderung der heute verfügbaren Behandlungsoptionen. Bei der »feuchten Variante« reichen sie vom Laser über chirurgische Therapien bis hin zum Einsatz jener – sehr teueren – Substanzen, die, ursprünglich in der Krebsmedizin entwickelt, über eine Injektion in den Glaskörper versprechen, das krankhafte Gefäßwachstum zu hemmen, um den Zerstörungsprozess zu stoppen und ein Fortschreiten der Krankheit zu verhindern. Neuerdings verbinden sich Hoffnungen mit einer Weiterentwicklung – mit einem Wirkstoff, der unter dem Begriff »Trap Eye« in einer »Phase III«-Studie derzeit an Tausenden von Teilnehmern in den USA und Europa erprobt wird.
Was die medikamentöse Behandlung der trockenen, langsamer verlaufenden Makuladegeneration angeht: Studien in den USA testen den Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln, Spurenelementen, Vitamin C und Beta Carotin bis hin zu Omega-3-Fettsäuren. »Und was bringt Akupunktur?« wollte in der abschließenden, ausgiebig genutzten Fragestunde eine Teilnehmerin wissen. Weinand musste sie enttäuschen. »Dazu gibt es keine wissenschaftlichen Daten.« Motto der nächsten Informationsveranstaltung: »Wenn die Augen nicht zusammenarbeiten.«
Zu Beginn der Veranstaltung hatte Cordula von Brandis-Stiehl, Leiterin der Regionalgruppe »Pro Retina«, über die Selbsthilfevereinigung von Menschen mit Netzhautdegeneration berichtet. Sie zählt in der Bundesrepublik über 6000 Mitglieder und engagiert sich in der Patientenberatung, in der Hilfsmittelinformation sowie der Forschungsförderung. Treffen finden abwechselnd in Marburg, Wetzlar und Gießen jeweils am letzten Samstag eines jeden zweiten Monats statt. Weitere Informationen gibt es unter Tel. 0 64 21-68 60 08.
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| Quelle: Giessener Allgemeine (2010-07-10) | | Webseite: http://www.giessener-allgemeine.de/ |
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veröffentlicht von 2010-07-13 bis 2010-09-12 |
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| Herzenswünsche-Bundesvorsitzende Wera Röttgering zu Gast an Uni-Kinderklinik |
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GIESSEN (fod). Als Wera Röttgering den zehnjährigen Kevin und seinen Freund Tim, sechs Jahre alt, fragt, welche Wünsche sie gerne erfüllt haben möchten, müssen die beiden kleinen Patienten der Station Koeppe der Uni-Kinderklinik erst einen Moment nachdenken. „Ich würde gern einmal Disneyland besuchen“, sagt Kevin dann und meint die europäische Variante nahe Paris, die er mal im Fernsehen gesehen habe. Während Tim daraufhin den Wunsch äußert, das Legoland zu besichtigen. „Das in Dänemark oder in Süddeutschland?“, möchte Wera Röttgering von ihm wissen. Aber wie er sich auch entscheidet: Als Bundesvorsitzende des Vereins Herzenswünsche könnte sie ihm sicherlich einen dieser Wünsche erfüllen. Unterhält die bundesweit tätige Organisation, die sich seit Jahren für schwerkranke Kinder und Jugendliche stark macht, doch ausgezeichnete Kontakte in die Wirtschaft, zu Unternehmen oder zu Prominenten aus Sport und Show Business.
Ob die beiden Jungen ihre Wünsche realisiert bekommen, dürfte sich allerdings erst in einigen Wochen ergeben. Der Besuch von Wera Röttgering in der Gießener Kinderklinik diente vor allem zum Kennenlernen des erst vor einem halben Jahr eingetragenen Fördervereins für chronisch kranke Kinder Gießen e.V., der sich abgekürzt „KroKi“ nennt. Sie war der Einladung von Kliniksleiter Prof. Klaus-Peter Zimmer und des Vereinsvorsitzenden, des in der Klinik tätigen Familienpsychosomatikers Prof. Burkhard Brosig gefolgt. Man erhoffte sich, von ihr Ratschläge für die Vereinsarbeit oder die Gewinnung von Sponsoren zu erhalten. Beim Gespräch dabei war unter anderem auch Dr. Peter Sauerwein, Präsident des Lions Club Gießen-Burg Gleiberg, dessen Mitglieder der Klinik mit ihrem Adventskalender-Verkauf alleine im vergangenen Jahr 10.000 Euro zur Verfügung gestellt hatten.
Nach dem Gespräch ließ sich Wera Röttgering auf einem Rundgang die Station der Allgemeinpädiatrie und einzelne Patienten vorstellen. Darunter eben auch Kevin (10) und Tim (6). Während Kevin bereits seit einigen Jahren immer wieder wegen Diabetes auf der Station Koeppe behandelt wird, wurde die Zuckerkrankheit vom Typ I bei Tim erst vor einer Woche festgestellt, erzählt seine Großmutter Hedwig Hergenröther. „Er ist seitdem hier, um das richtige Insulin und die richtige Dosis für ihn zu finden“, erzählt sie. Der Sechsjährige ist mit Kevin in einem Zimmer untergebracht und so hat er viel Ablenkung: obwohl bei den anfänglichen Fragen des Besuchs eher schüchtern, toben beide kurz danach schon wieder über die Stationsflure.
Doch gibt es auch viele Kinder und Jugendliche, die mit ihrer Erkrankung nicht zurechtkommen, sich immer weiter in sich zurückziehen. Gerade für solche Fälle wolle man künftig eine Psychosomatische Therapie und Familientherapie unter Einbeziehung der Eltern anbieten, berichtet Klaus-Peter Zimmer. Dafür wie auch die Weiterführung des erfolgreichen Pantomimen-Projekts „suchen wir noch mehr Kooperationspartner und Unterstützer“, erklärt der Kliniksleiter Wera Röttgering.
Das sei jedoch relativ schwierig, fügt Burkhard Brosig sogleich hinzu. „Es ist nicht leicht, chronische Erkrankungen in der Öffentlichkeit darzustellen, da sie nicht so einfach verändert oder geheilt werden können“, gibt er zu bedenken. Von den Betroffenen selbst verlangten sie ein diszipliniertes und angepasstes Leben, „in dem der Raum für Wünsche stark eingeengt ist“, so Brosig.
Noch dazu seien Kinder und Jugendliche, die an Diabetes, entzündlichen Darmerkrankungen oder anderen chronischen Leiden erkrankt sind, „sehr behandlungsbedürftig und betreuungsintensiv“, berichtet Zimmer. „In Zeiten der Ressourcenknappheit ist das gerade den Krankenkassen schwer zu vermitteln“, weiß er um die finanziellen Schwierigkeiten, die einer Ausweitung der Betreuung mit psychosomatischen Angeboten entgegenstehen.
Laut Brosig zeige sich alleine in Gießen bei 15 Prozent der jährlich rund 4.000 stationären Aufnahmen in der Allgemeinpädiatrie eine psychosomatische Beteiligung an der Krankheit. Eher noch größer dürfte der Anteil bei den pro Jahr etwa 1.600 ambulant betreuten jungen Patienten mit chronischen Erkrankungen sein.
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2010-07-09) | | Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ |
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veröffentlicht von 2010-07-09 bis 2010-09-08 |
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| Ambulanz für erste Anfälle an der Uni Marburg |
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MARBURG (gec). Das Epilepsiezentrum
des Universitätsklinikums Marburg
hat eine Ambulanz für erste Anfälle eingerichtet.
Menschen, die einen ersten epileptischen
Anfall erlitten haben, können nun
innerhalb von 48 Stunden ein EEG erhalten.
Zudem werden die Patienten von
einem auf die Behandlung dieser Krankheit
spezialisierten Arzt untersucht. Bei
Patienten mit einer beginnenden Epilepsie
ist eine rasche Diagnose und Behandlung
sehr wichtig, weil schon ein zweiter Anfall
unter Umständen erhebliche Folgen
für die Fahreignung und die Arbeitsfähigkeit
haben kann. In der Ambulanz sind die
Professoren Felix Rosenow, Hajo Hamer
und Susanne Knake tätig. Die Einrichtung
ist unter der Telefonnummer
06421/5865304 oder 5856200 erreichbar.
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| Quelle: Giessener Anzeiger | | Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ |
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veröffentlicht von 2010-08-21 bis 2010-10-25 |
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