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Nachweis von Flavonoiden im Blutplasma von Mukoviszidose-Patienten

D. Schüler1, C. Geidel1, K. Weber1, G. Becher2, H. Lindemann1

1Mukoviszidose-Zentrum, Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedizin 2 FILT Lungen- und Thoraxdiagnostik GmbH, Berlin

Abbstract: Atemw.-Lungenkrkh. 2007; 33:91-92

Einführung
Ø               Ursache der bei Mukoviszidose (Zystische Fibrose = CF) für die syndromale Ausprägung der Erkrankung verantwortliche Pathomechanismen sind Defekte im Faltungsprozess und während des Transports des Cystic Fibrosis Transmembrane Conductance Regulator (CFTR) durch die Zelle auf dem Weg zur apikalen Zellmembran.

Ø               Es ist bekannt, dass Flavonoide (FL) wie Genistein und Kämpferol bei direkter Applikation auf das respiratorische Epithel in vitro und in vivo in der Lage sind, bei einem Teil der Patienten mit CF die Permeabilität der CFTR-abhängigen Chloridkanäle zu verbessern [1,2].

Ø               Unter einer systemischen Flavonoid-Therapie zeigte sich nur bei etwa der Hälfte der Mukoviszidose (Zystische Fibrose, CF)-Patienten eine klinische Verbesserung (1).  Bei etwa 30% der CF-Patienten konnte der Chloridtransport über die CFTR-abhängigen Chloridkanäle gesteigert werden (2).

Ø               Unter der Vorstellung einer nicht ausreichenden Resorption von Flavonoiden bei den CF-Patienten mit negativem Effekt, war das Ziel, eine Nachweismethode für Flavonoide im Blut zu finden.

 

Methodik

Kürzlich gelang es erstmals, Quercetin, einen wichtigen Vertreter der Flavonoide, im Blut-Plasma mittels einer Kombination aus Hochdruckflüssigkeits-Chromatographie (HPLC) mit Massenspektrometrie nachzuweisen. Quercetin, Quercetin-glycoside, -glucoronide, und sulphate werden mittels saurer Hydrolyse in Quercetin-aglycone umgewandelt. Die Bestimmung erfolgt mit der HPLC und einer Nachsäulenderivatisierung mit Aluminiumnitrat zwecks Steigerung der Empfindlichkeit für die Fluoreszenzdetektion.
Die Untersuchung erfolgte mit Genehmigung der Ethikkommission der Universität Gießen bei 41 CF-Patienten im Alter von 3 bis 65 Jahren..

 

Ergebnisse

Bei 21 Patienten (3 J. – 24 J.) ohne Flavonoide lagen die Blutplasma-Werte im Mittel bei 560 ng/ml (350-827ng/ml), während bei Patienten unter ergänzender Flavonoid-Therapie Quercetin-Spiegel bis 1147 ng/ml (Mittelwert 759 ng/ml) erreicht wurden. Bei einigen Patienten lagen die Blutspiegel trotz Flavonoid-Therapie unter 500 ng/ml (Tab.1).

 

Tabelle 1: Deskriptive Statistik: Messung der Flavonoide im Blut unter Flavonoidtherapie bei 41 CF-Patienten (3-65 J.)

Dosierung

C -225mg/d

C 450mg/d

C 900mg/d

Mittelwert

395

659

735

Minimum

388

384

456

Maximum

402

1147

1126

Varianz

7

176

186

Vergleich

             9 "p<0,03 ! 8          9 "n.s. ! 8

             9 """"""p<0,01 !!!!! 8



C=Crataegus-(Flavonoid)-Mischung; n.s. = nicht signifikant

 

Fazit

Flavonoide sind mit einer Kombination aus Hochdruckflüssigkeits-Chromatographie (HPLC) mit Massenspektrometrie im Blut messbar. Mit einer zusätzlichen Flavonoid-Therapie gelang es, den Blutspiegel anzuheben. Bei Patienten mit niedrigen Spiegeln trotz Flavonoid-Therapie ist von einer verminderten Resorption auszugehen.

 

Literatur

[1]     Weber, K; Schüler, D. et. al. Atemw.-Lungenkrkh. 31: 145 (2005)

[2]     Schüler, D. et al. Atemw.-Lungenkrkh. 31: 148/9 (2005)

 

Mit Unterstützung durch den Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, Projekt T309/122115/02