Forschung/mukoviszidose/Tobramycin_eFlow rapid Print

Poster GPP-Tagung, Frankfurt 2006                   
Abstract: Atemwegs- Lungenkrkh. 32, 118 (2006)

TOBRAMYCIN-SPIEGEL IM SERUM bei unterschiedlichen Positionen des eFLOW rapid
                                        
                                         C. Geidel, P. Bittner-Dersch, D. Schüler, K. Weber, H. Lindemann

          

Hintergrund:

Im Rahmen von Erstinfektionen und chronischen Infektionen mit Pseudomonas aeruginosa bei Mukoviszidose hat sich die Tobramycin-Inhalation etabliert. Durch das neue Inhalationsgerät eFlow rapid® (Fa. Pari, Starnberg) lässt sich eine Zeitersparnis von bis zu 50% erreichen. Bei der Inhalation mit dem eFlow rapid® führt ein Reservoir unterhalb der Schwingmembran bei konventioneller horizontaler Position zu einer unzureichenden Nutzung der verabreichten Medikamente. Die Frage war, ob sich durch eine Positionsänderung des Gerätes die bronchiale Deposition verbessern lässt.

 


Abb. 1: Konventionelle bzw. horizontale Haltung des eFlow rapid®

 

Methodik:

Bei 7 CF-Probanden im (Alter: 12 – 21 J.) mit geringen bis schweren restriktiven und obstruktiven Ventilationsstörung wurde unter Aufsicht eines Physiotherapeuten im Anschluss an einen 1 Hub Salbutamol-DA einmalig Tobramycinlösung (320 mg/4ml) mit dem eFlow rapid® inhalativ verabreicht. Nachdem in horizontaler Position ein Signalton das Ende der Verneblung angezeigt hatte, wurde an zwei verschiedenen Tagen in randomisierter Reihenfolge entweder die Inhalation beendet (Gruppe I) oder anschließend in vertikaler Position (Gr. II) die im Reservoir verbliebene Tobramycinlösung vernebelt (Abb. 1 u.2). 4 Stunden nach Beendigung der Inhalation wurde Blut für die Tobramycin-Serumspiegel-Bestimmung mittels HPLC entnommen. Zeitnah wurden Lungenfunktionsuntersuchungen, einschl. Bodyplethys­mographie durchgeführt. Mittels Sympathec Laserbeuger wurde die Teilchengröße in beiden Inhalationspositionen bestimmt.

 



Abb. 1: Vertikale Haltung des eFlow rapid® zur optimalen Nutzung des Inhalats

 


Ergebnisse:

Die Teilchengrößen in beiden Positionen waren nicht unterschiedlich (Tab. 1). Bei Gr. I wurde im Median ein Tobramycin-Spiegel von 0,75µg/ml (range: 0,3 bis 1,9 µg/ml), bei Gr. II von 1,45µg/ml (range: 0,6 bis 3,2 µg/ml) bestimmt. Der Unterschied war statistisch signifikant (p = 0,01). Die mittlere prozentuale Zunahme unter kombinierter horizontaler/vertikaler Position betrug 95,5 % (range: 50,0 – 133,3 %). Bei einer 12jährigen Patientin mit ausgeprägter restriktiver und obstruktiver Ventilationsstörung (VC 36,3 % S.; FEV1 38,6 %S., sGaw 0,18 kPa.s) lag der Tobramycinwert für beide Positionen des eFlow rapid® unterhalb der Bestimmungsgrenze.
 

 

Tab. 1: Bestimmung der Teilchengröße mit dem Sympathec Laserbeuger

 

horizontale Position

vertikale Position

Teilchen < 5 µm

72,2%

72%

MMD

4,04

4,06

sigmaG

1,47

1,46






Tab. 2: Deskriptive Statistik

 

 

horizontal

 

horizontal+ vertikal+

Δ %

 

Mittelwert

0,85 µg/ml

1,58 µg/ml

94,1%

Standardabw.

0,61 µg/ml

1,03 µg/ml

31,5%

Median

0,75 µg/ml

1,45 µg/ml

95,5%

Minimum

0,3 µg/ml

0,6 µg/ml

50,0%

Maximum

1,9 µg/ml

3,2 µg/ml

133,3%




 

Abb. 3: Tobramycin-Serumwerte nach horizontaler und vertikaler Position bei Inhalation von 320mg Tobramycin mit eFlow rapid®



Zusammenfassung:

Die Positionsveränderung scheint die Effizienz der Verneblung mit dem eFlow rapid®, insbesondere den Anteil der respirablen Fraktion nicht zu beeinträchtigen. Im Gegenteil: Die vertikale Position des eFlow rapid® erlaubt eine bessere Nutzung der verabreichten Medi­ka­mente. Auch diese reicht bei hochgradigen Ventilations­störungen nicht aus, so dass - zumindest für solche Patienten - eine Opti­mierung des Gerätes, z.B. eine elektronische inspiratorische Triggerung der Verneblung während der Einatmungsphase, postuliert werden muss.